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Saturday, December 16. 2006
Sie haben's in Zukunft viel leichter, wenn wir uns Ihren Markt merken dürfen.
Leider sind die Cookies in Ihrem Webbrowser gerade deaktiviert.
Wenn wir uns Ihren Markt merken sollen, einfach Cookies im Browser zulassen und
Ihren Markt nochmal auswählen. Yeah.
Nix Yeah, sollt Ihr nicht. Ich wollte nur eine verdammt einfache Information zu einer Öffnungszeit. Muss man den Besucher und Kunden eigentlich für jeden Fliegendreck mit Cookies, Javascript und Flashgedöns zumüllen? Nein.
P.S.: Gefunden bei Hornbach.
Wednesday, December 13. 2006
Was soll ich zu der Heise Meldung Bitkom sieht Biometrie, DRM und SOA als Zukunftfelder der IT-Wirtschaft sagen?
- Es ist in unserem Wirtschaftssystem verständlich, dass Interessenverbände der (IT-)Wirtschaft die Interessen ihrer Mitglieder wahrnehmen, wozu auch die Auslotung neuer Geschäftsfelder, von Profitquellen, Kosteneinsparpotentialen oder Kostenausgleichwegen gehört.
- Um es mal militaristisch auszudrücken: Auf Verbände wie Bitkom, eco und wie sie sonst noch heißen, möchte ich mich nicht als Kameraden neben mir im Schützengraben verlassen müssen, wenn es um die Schlachten um Datenschutz, Bürgerrechte, freien Informations- und Datenzugang oder die Herrschaft über den eigenen PC geht.
Via get privacy - So oder so.
Saturday, December 9. 2006
Man kann es nicht belegen, es gibt keine Anhäufung harter Fakten in Form offizieller Dokumente, keine hieb- und stichfesten Aussagen (die werden allenfalls auf Konferenzen a la Bilderberg oder anderen informellen Netzwerken und Zirkeln zu hören sein).
Es gibt nur einzelne Wörter, Passagen, dahingesprochene Sätze und auf der anderen Seite die noch nicht abzusehenden, aber zu erahnenden Auswirkungen und Kollateralschäden der Klima-/Ökokatastrophe (ja, redet nur weiter von periodischen Schwankungen und menschengemachtem Wandel), der Verschiebungen und Umwälzungen auf weltwirtschaftlicher Ebene, das weitere fast staatenübergreifende und globale Auseinanderklaffen zwischen Prekariat, Unterschicht (es hieß mal Proletariat) und Finanzakkumulatoren, die zur Neige gehenden alten Ressourcen mit den beginnenden Ressourcenkriegen und-so-weiter auf politische, gesellschaftliche und ökonomische Systeme und – natürlich – Machterhaltung und Herrschaftsstruktursicherung, weshalb ich mich Fefes Blogbeitrag Viele Leute sind ja dazu über gegangen, bekloppte ... voll und ganz anschieße – Verschwörungstheorie hin oder her.
Friday, November 17. 2006
Ein neues Produkt, das aus einem Deal zwischen dem Hersteller der Gesichtserkennungssoftware FaceVACS Cognitec ( Testsieger der BioP I Studie und auch beim BioP II Test bei der automatischen Grenzkontrolle in Frankfurt mit an Bord) und dem Anfang 2006 gegründeten Start-Up und Hersteller einer Software zur Authentifikation und Identifikation Cogneto hervorgehen wird, weist uns den Weg, wie weit biometrische Identifikationsverfahren und Videoüberwachung vordringen werden.
Zuerst nur für's Online-Banking und nicht nur am Geldautomaten der nahen Zukunft oder in einer Videoüberwachungskamera, demnächst vielleicht auch für's Internet Log-In, bei der Anmeldung des Handys oder für die Foto-Fahndung 3.0?
Cogneto stellt dazu seine UNOMI Software bereit, die "mit cognometrics betrieben wird, einer hardwarefreien Technik, die dynamische Biometrie mit Kognitionspsychologie verbindet – zur Überprüfung mehrfacher physischer Merkmale, Verhaltenscharakteristika und Denkweisen genauso wie lokaler und globaler Risikofaktoren, um beanspruchte Identitäten zu validieren". Das Ganze beginnt mit einer "freundlichen, einfachen und stressfreien Benutzeroberfläche", in die Kunden und Benutzer anstelle von Passwörtern und PINs ihre liebsten und angenehmsten Erinnerungen eingeben sollen, weil diese im Gegensatz zu abstrakten Daten wie Passwörtern unvergesslich und für jeden "Kunden" einmalig seien. Von Cogneto werden diese Erinnerungen, die der Kunde und Benutzer seiner Bank, seinem Telefonieanbieter (oder ISP) offenbart und anvertraut, natürlich "Passthoughts" genannt, die im UNOMI System über die Zeit zu " Passthought Tagebüchern aus erfreulichen Erinnerungen", also "Erinnerungsprofilen" zusammengefasst werden. Will der Kunde und Benutzer Zugriff erhalten, werden ihm – wie auch immer – aus diesem Pool Erinnerungen präsentiert, die er wiedererkennen muss. Zugleich wertet ein weiteres Softwaresystem zur Schadensbegrenzung zusätzliche Faktoren aus, zu denen die Tageszeit, der geografische Standort des Benutzers, der verwendete Internetzugangsprovider (die "Verkehrsdaten") und wohl etliche Informationen zählen, die unter den Begriffen "Scoring" und "Rating" bekannt sind. Hinzu kommen Daten, die Informationen repräsentieren, die darauf hindeuten könnten, dass ein Angriffs- oder Betrugsversuch stattfindet (Rate der fehlgeschlagenen Log-Ins, DoS, aktuelle Virenverteilung und dergleichen). Aus den Daten versucht das Risikomanagementsystem die Wahrscheinlichkeit eines Identitätsdiebstahlversuchs bzw. die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer mit der wahren Identität Zugang erlangen will, zu berechnen. An dieser Stelle kommt Cognitec ins Spiel, deren biometrische Gesichtserkennungssoftware FaceVACS in die Cognometrics Engine integriert wird und dem System Daten zur Kopf- und Körperhaltung, Gesichtsmimik und -geometrie und dem Alter zuführt. Für den Kunden und Benutzer bedeutet das neben der Freigabe seiner Erinnerungen und seiner Einschätzung die Freigabe von Gesichtsfotos und sich zusätzlich über die Kamera in seinem Handy oder die Webcam am oder im Rechner aufnehmen und von Cognetos Software mit den hinterlegten Fotos erkennen zu lassen. Ist ja kein Thema bei der Verbreitung der Kameras und der Nachlässigkeit, mit der sich Leute ablichten lassen und der Dreistigkeit, ungefragt andere Leute abzulichten. Das meint auch der Cogneto CEO Ralph Scobie:
"Mit Webcams, die jetzt Standard auf vielen PCs sind, ist das ein leichter Weg für Banken, Risken zu managen und den Sicherheitslevel bei bestimmten Kundenkonten zu erhöhen. Die Integration von Cognitecs Gesichtserkennungssoftware in unseren mehrschichtigen Übereinstimmungs-Ansatz zur Authentifikation markiert einen wahren Neubeginn für das Online-Banking..."
Scobie ist übrigens längst nicht so freizügig mit seinen persönlichsten und innerlichsten Daten wie es die Benutzer des Cognetosystems sein sollen. Auf seiner Biographieseite antwortet er auf die Frage nach seinen "verrücktesten Erinnerungen", es "seinen zu viele, um davon zu erzählen" und auf die Frage nach seinem "wildesten Traum": "Hey, Privatssphäre ist ein Kernpunkt – nicht nur im Internet". Hat das System alle nötigen Daten, Bilder und Informationen beisammen, werden sie zur Cognometric Engine transportiert, dem "Hirn" des Ganzen.
 Das Cognetosystem im Überblick. Abbildung: Cogneto.
Mit mathematischen Verfahren und von der Kognitionspsychologie abgeleiteter Funktionen entwirft die Engine bei jedem Zugang u. a. Vorhersage-Modelle, die aussagen, wie das typische Verhaltensmuster des Kunden / Benutzers während der folgenden Transaktionen aussehen wird. Diese Modelle werden mit den aktuellen Verhaltensweisen und Daten zum Kunden auf Übereinstimmung abgeglichen und statistisch analysiert, wobei die Daten der biometrischen Gesichtserkennung (die wohl zukünftig noch mit der Stimmen- und Spracherkennung zu kombinieren wäre, denn Mikrofone und Headsets sind wie Webcams überall verfügbar) und der Risikoanalyse einfließen. Am Ende führt die Engine noch ein Sicherheits-Rating durch, das einen Scorewert auswirft, der wiedergibt, ob die vor dem Rechner oder Handy sitzende Person die ist, für die sie sich ausgibt. Wie Cogneto angibt, nach Forschungstests und bei etwas Training und Lernen für das System in 10 Sekunden.
Friday, October 13. 2006
Da trötet die "digitale Boheme" gerade durch die Gegend, wie fein es doch ist, mobil mit dem Laptop als selbstständiger Web 2.0-Unternehmer Kohle zu machen, wenn sie sich nicht gerade einem aktuellen Rankingstreit hingibt, während sich junge und alte Nerds mit ihren Laptops auf War Diving Touren machen – aber Obacht, der Schuß kann auch nach hinten losgehen, wenn man einem aufmerksamen Blockwart nicht seriös genug erscheint:
Wolfsburg (ots) - Am 27. September, gegen 16.25 Uhr, meldete ein Anwohner im Immermannhof eine verdächtige Person. Auf einer Bank vor der Hausnummer 10 saß ein junger Mann mit einem Laptop und schien im Internet zu surfen. Der Zeuge informierte die Polizei. Die Beamten trafen am besagten Ort einen 22-jährigen Wolfsburger an, der zugab sich seit Mitte September mit seinem Computer über eine drahtlose Verbindung im World Wide Web getummelt zu haben. Der 22-Jährige war der Meinung, dies sei nicht verboten.
Die Polizei Wolfsburg sucht nun aus der Umgebung des Immermannhof mögliche Geschädigte. Wer über einen WLan-Anschluss verfügt wird gebeten, diesen und die Protokolle des WLAN Modems zu überprüfen. Wer Zugriffe von außen und außergewöhnliche Kosten feststellt, wird gebeten, sich mit der Polizei unter Telefon 05361/46460 in
Verbindung zu setzen.
Aus der Pressemitteilung Umsonst ins Internet, am 06.10.06 dargebracht von der Polizeiinspektion Wolfsburg. Via 40something - Von China lernen....
Friday, October 13. 2006
Ich prophezeie ja auch schon seit Jahr und Tag die noch kommenden Ressourcen- und Energiekriege und -konflikte als mögliche Auslöser, die mit dazu beitragen, dass sich unsere ach so zivilisiert-demokratischen Gesellschaften in totalitäre Gebilde verwandeln könnten. Nun berichtet die Finacial Times über Planungen zur Einrichtung einer neuen Behörde, die von der FT als "Energie-Geheimdienst" der Europäischen Union bezeichnet wird, um eben jenen Kriegen und Konflikten vorzubeugen.
Mir soll's Recht sein, solange die nicht bei mir einbrechen, um verdeckt meine "Energie-Effizienz" und meine Energiesparbemühungen zu kontrollieren – dafür sorge ich schon selbst :) Tja, der "Energiedienst" für private Haushalte kann schneller kommen, als man denkt – nur sind es wie in dem Bericht Council launches 'shop your neighbour' dustbin hotline der Daily Mail keine staatlichen Behörden, sondern die eigenen Nachbarn, die einem hier in die Mülltonnen schauen sollen:
Homeowners are being asked to spy on their neighbours and report them if they are not recycling, it emerged. A free telephone number has been set up by a council for residents to report anyone flouting strict rules on rubbish collection.
Offenders will then be visited by a "recycling sheriff"' who will inspect their bins as part of the controversial scheme.
Was für eine groteske Zukunft.
Tuesday, October 10. 2006
Auf den ersten Blick lebe ich im falschen Land:
Gestern wurde von der isländischen Regierung ein umfassendes Paket von Senkungen der Mehrwertsteuer und Einfuhrzölle beschlossen, was zu einer Senkung der Lebenshaltungskosten im Land führen soll. Ab dem 01. März 2007 soll die Mehrwertsteuer für Lebensmittel sowie anderer Waren und Dienstleistungen (Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Heizkosten, Hotelübernachtungen) von 14% auf 7% gesenkt werden. Die Mehrwertsteuer von Lebensmitteln und Restaurantkosten, die 24,5% beträgt, soll ebensfalls auf 7% gesenkt werden. Erwartet wird dadurch eine Kostensenkung um ca. 16%, was zu einem Angleichen der Preise mit denen anderer skandinavischer Länder führen soll.
Auf den zweiten Blick weiß ich es nicht :)
Via: Island-Blog - Preissenkungen
Tuesday, October 10. 2006
Zur Übernahme von YouTube durch Google und für alle, die Google bzw. Web 2.0 Dienste intensiv nutzen, empfehle ich den Text The Panoptic Gaze of Web 2.0: How Web 2.0 platforms act as Infrastructures of Dataveillance von Michael Zimmer, den er als Vortrag ( Folien) anlässlich des Workshops Social Software and Web 2.0: Critical Perspectives and Challenges for Research and Business an der Universität von Aalborg gehalten hat.
In dem Text beschreibt Zimmer den von Foucault entlehnten "panoptisch-prüfenden Blick", der von einer "Infrastruktur der digitalen Datenüberwachung", die durch "Web 2.0" und "Search 2.0" Techniken gebildet wird, tagtäglich auf die Nutzer von Web 2.0 und Social Networks gerichtet ist und als Nebenwirkung per Data-Mining und "Search 2.0" Techniken ihre Überwachung und Sanktionierung begünstigt und zugleich zur Verinnerlichung des Blicks hin zu einer "panoptischen Selbstbeobachtung und -beschränkung" führt.
Zäumt man das Pferd von hinten auf, steht am Anfang der Internetnutzer, der einem vielfältigen Angebot von "Web 2.0 & Search 2.0" Diensten gegenübersteht, in deren Mittelpunkt bei Zimmer exemplarisch das Google Imperium steht.
Das Google Imperium zeichnet sich durch den zentralen Angelpunkt des Google Accounts aus, der über dauerhafte Cookies und Authentifizierung personalisierte und dauerhafte Zugriffe und Nutzung der Google Plattformen und Dienste erlaubt. Weil Google vor allem mit Werbemechanismen Profit macht und diese Mechanismen zielgenau und profitabel arbeiten sollen, ist Google daran interessiert, über den einzelnen Nutzer so viel wie möglich zu erfahren und den Grad der Personalisierung zu maximieren. Deshalb analysiert Google die Daten seiner Nutzer in deren Google Suchanfragen und Gmail E-Mails, Orkut Profilen, Google Groups Postings, Blogger Weblogs und neuerdings auch Videos.
Die Internetnutzer wiederum, die begeistert die Web 2.0 Rhetorik aufnehmen, die ihnen unbegrenzte Interaktion mit anderen Nutzern und Communities, Selbstverwirklichung und Kreativität, Teilhabe an und Demokratisierung der Medienwelt verspricht und fast zur Norm aufgibt, mit Offenheit und Transparenz spielerisch die neuen Angebote zu nutzen, offenbaren immer mehr Informationen und Daten über ihre Person und ihr Leben in der Online- und RealLife-Welt.
Die so entäußerten Daten können über die technischen Fortschritte auf dem Gebiet der Datenspeicherung, des Data-Minings, der Identifizierung, der Datenverarbeitungsgeschwindigkeit und der Suchalgorithmen immer mehr, immer schneller und perfekter gespeichert, gesammelt und miteinander verknüpft werden. Neben den Anbietern selbst, ergeben sich sowohl für gewerbliche und staatliche als auch private Nutzer immer bessere Möglichkeiten, sich die Daten über verbesserte "Search 2.0" Dienste und Techniken zu erschließen, um sie anschließend zu Profilen und Dossiers zusammenzufügen und Rückschlüsse auf das Verhalten, die Persönlichkeit oder Identität einzelner Personen zu ziehen.
Im Dunstkreis von Anbietern wie Google oder Flickr versammeln sich zusätzliche spezielle Such- und Erkennungsdienste, die z. B wie riya und Polar Rose zur Erkennung und Identifizierung von Personen auf Fotos und Videos dienen. Für gewerbliche und staatliche Nutzer bieten sich damit neue Ansätze, Personen und Gruppen systematisch und automatisch zu erkennen, die es zu disziplinieren, diskriminieren, beobachten oder auszusortieren gilt – was begünstigt wird, wenn Web 2.0 Dienste Daten und Nutzerprofile freiwillig oder unter Zwang an interessierte Kreise ausliefern.
Der private Nutzer kann sich dagegen als Amateur Data-Mining Profiler betätigen, um an Daten und Informationen zu kommen, die z. B. die wahre hinter einer pseudonymen Identität und ihrer ins Web 2.0 veröffentlichten Inhalte aufdecken, sich zur Denunziation und Kompromittierung einer Person eignen oder zum Ausplündern per Identitätsdiebstahl und Social Engineering. Der Text und die Folien von Zimmer führen dazu u. a. die anschaulichen Beispiele von "Don, the camera chief" an, der sich als Anwalt ausgab, "Lonelygirl15", die mittlerweile jeder kennen dürfte, das AOL Debakel um die gespeicherten Suchprofile und das jährliche "Farrand Field Marijuana Smoking" Event an der Universität von Colorado.
Dort versammeln sich jedes Jahr Studenten auf dem Farrand Field des Campus, um eine durchzuziehen. In der Web 2.0-Zeit lädt man dann natürlich Fotos zu Flickr und Videos zu YouTube hoch und plaudert darüber in den MySpace und Facebook Weblogs, was die Unipolizei dann auch weidlich – neben dem diesjährigen Einsatz von installierten Videoüberwachungskameras – genutzt hat, um Teilnehmer zu identifizieren.
 "Farrand Field" aus der Foliensammlung von Michael Zimmer.
Noch sind sich viele Benutzer der Web 2.0 Dienste gar nicht über die mögliche Tragweite und die Konsequenzen bewußt – dazu bedarf es u. a. obiger Beispiele.
Wird aus der Kenntnis der Nutzung der "Infrastruktur der digitalen Datenüberwachung" ein dauerhaftes Bewußtsein über den "panoptischen Blick" – bei gleichzeitiger Unkenntnis oder Ablehnung von Verhaltensmaßregeln und Techniken, um dem "panoptischen Blick" auszuweichen – ergibt sich für die Nutzer nur der Weg, den Blick zu verinnerlichen und sich einer permanenten Selbstbeobachtung, -beschränkung und -zensur zu unterwerfen und denjenigen, die ihn ausüben, auch im Netz nur das Wohlverhalten und die Inhalte zu zeigen, die erwünscht oder geduldet werden.
In Zimmers Text taucht allerdings nicht auf, dass sich Nutzer dem Irrglauben ergeben, sie hätten nichts zu verbergen und – weil der panoptische Blick schon über sie hinweg streichen wird – auch nichts zu befürchten, zur präventiven Bekämpfung von Terroristen und Kriminellen wäre es auch zulässig, dass sie selbst einer umfassenden und alltäglichen Überwachung unterzogen werden und die "Features" und "Gimmicks" der Web 2.0 Welt seien höher zu bewerten als die Gefährdung der eigenen Privatsphäre und Meinungsfreiheit. Viel Spaß bei Google-YouTube. Via: Michael Zimmer - Debrief: Social Software and Web 2.0 seminar. Zur Ergänzung neben Korrupts Kommentaren:
Das Kapitel Überwachung und Kontrolle aus Das Internet:
Zum Vergesellschaftungsprozess einer neuen Technologie und das Postskriptum über die Kontrollgesellschaften von Gilles Deleuze.
Tuesday, October 10. 2006
Das neue Open Source Intelligence (OSINT) Suchportal von Deep Web Technologies soll jedem einen freien Zugang zu nicht unter Geheimhaltung stehenden Informationen und Dokumenten bieten, die sich um die "Nationale Sicherheit" drehen. Mehr noch soll das Deep Web Suchportal dem Benutzer das "Deep Web" erschließen – jene 94% von Daten und Dokumenten, die nicht über populäre Suchmaschinen wie Google zu finden sind. Laut Abe Lederman, dem CEO von Deep Web Technologies, sei das Suchportal
"nicht nur von großem Nutzen für Mitarbeiter der Strafverfolgungs- und Antiterrorbehörden, sondern sollte auch für jeden aus der akademischen Welt und der Öffentlichkeit mit Interesse an Nationaler Sicherheit von Bedeutung sein, der auf wichtige und nicht als geheim klassifizierte Dokumente zugreifen möchte, die sonst unmöglich im Web zu finden sind oder sich im Wirrwarr der Suchergebnisse gebräuchlicher, öffentlich zugänglicher Suchmaschinen verlieren." Wow, das hört sich ja nicht schlecht an. Allerdings fällt das Angebot der aktuell eingebundenen Quellen zur Zeit recht mager aus. Gerade mal sieben Quellen sind es, unter denen sich Google News, das CIA Factbook und ein paar Forschungsinstitutionen befinden, deren Output sich auch über eine gut formulierte Suche mit Nutzung diverser Suchparameter bei den schrottigen, herkömmlichen Suchmaschinen finden lassen sollte.
Und so sehen auch die Suchergebnisse der Deep Web Metasuchmaschine aus. Eine erweiterte Suche zur Spezialisierung der Suchanfrage gibt es eh nicht, so dass eine Suche nach "NSA" oder "National Security Agency" alles zu Tage befördert, was NSA heißt oder "national" oder "security" oder eine US-Behörde ist. Geschätze 94% der Suchergebnisse sind Google News Nachrichten. Bei "passenger name record" waren es gerade 100%.
Das hält aber Leute wie den selbsternannten "OSINT-Papst" Robert Steele nicht davon ab, schon jetzt das Deep Web Portal in höchsten Tönen zu loben:
"After a career as a spy, including a stint in the Office of Information Technology, I have spent eighteen years examining source, software, and service solutions in the "Open" world. In all that time, I have found Deep Web Technologies' solutions come closest to a proper integration of efficient and effective federated search, full use of distributed processing power, and an understanding of cultural nuances that require distinct search strategies. Together with SILOBREAKER, Google Enterprise, CISCO's Application Oriented Network, and IBM's new sense-making technology, I consider Deep Web Technologies to be a "core" capability that will serve us well in the coming decade."
Auch wenn man verspricht, das Angebot um weitere eingebundene Quellen zu ergänzen, kann sich daran nicht viel ändern, wenn der Großteil des "Deep Web" aus "Onlinediensten mit Premium-Abonnement" und "Firmenintranets und -datenbanken" besteht, die mit Sicherheit kein Interesse an einer Einbindung und der freien Veröffentlichung über das Deep Web Suchportal haben. Aber eine schöne Werbung für das eigentliche Produkt von Deep Web ist das OSINT Suchportal. Das besteht aus der Softwaresuite Explorit – dem üblichen Sammelsurium aus Webcrawler, Indexer, Datenbanken und Benutzeroberfläche, die allerdings intern auch von US-Regierungsbehörden eingesetzt wird, die viel interessanter sind als das Deep Webportal Suchportal selbst. Unter den Behörden befindet sich zum Beispiel das Metasuchportal des Scientific and Technical Information Netzwerks (STINET), das vom Defense Technical Information Center (DTIC) des US-Verteidigungsministeriums unterhalten wird, bei dem sich auch schon mal Informationen zu Überwachungsprojekten gegen das Web 2.0 finden lassen.
Friday, September 15. 2006
 Angie und Wen freuen sich. Foto: DPA
Merkel: Schön, da wir die acht Wirtschaftsabkommen unter Dach und Fach haben und Sie mir nicht mehr so viele Raubkopien in's Land schwemmen wollen, bringen wir noch die Sache mit den Menschenrechten hinter uns, Sie kennen das ja.
Jiabao: (Seufzt) OK
Merkel: Es wäre wichtig, dass China die Menschenrechte mehr achtet – Sie wissen doch, die sind unveräußerlich und allgemein gültig?
Jiabao: Wir legen großen Wert auf die Menschenrechte, steht doch auch in unserer wunderbaren Verfassung!
Merkel: Das freut mich zu hören. Und zur Olympiade 2008 wäre eine freie Berichterstattung des Auslands zu den Sportwettkämpfen angebracht, da ist doch eine freie Presse ein ganz wichtiger Punkt...
Jiabao: Kein Problem, da können wir was machen.
Merkel: Super, wird sich unsere Presse freuen. Äh, ich hab hier noch was zu Ihrer Presseagentur Xinhua auf dem Zettel?
Jiabao: Das wird im Westen viel zu sehr aufgebauscht. Dient außerdem der inneren Sicherheit, Panik bei Falschmeldungen und so.
Merkel: Na gut, wenn das so ist.
Jiabao: (Puh, die Sache mit den vorformulierten Urteilssprüchen aus dem Computer kennt sie Mao sei Dank nicht) Und wie sieht das jetzt mit dem EU Waffenembargo wegen 1989 aus? Tiananmen ist doch schon so lange her und so brutal gehen wir heute doch gar nicht mehr vor! Das meinte Ihr Vorgänger auch!
Merkel: Kann ich noch nix zu sagen, mal sehen, was wir da 2007 machen können, wenn wir Präsidenten des EU-Rates sind.
Jiabao: (Grummelt) Na gut, wär aber doch schön.
Merkel: Schön, dann guten Heimflug und bis zum nächsten Mal.
Jiabao: War wieder richtig schön bei Ihnen. Aber beim nächsten Mal will ich auch was Gegrilltes – ein Schäferhund wäre nicht schlecht (Lacht)
Merkel: Tischen Sie doch erst was Schönes auf, wenn der Horst kommt (Lacht auch)
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