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Saturday, December 9. 2006
Man kann es nicht belegen, es gibt keine Anhäufung harter Fakten in Form offizieller Dokumente, keine hieb- und stichfesten Aussagen (die werden allenfalls auf Konferenzen a la Bilderberg oder anderen informellen Netzwerken und Zirkeln zu hören sein).
Es gibt nur einzelne Wörter, Passagen, dahingesprochene Sätze und auf der anderen Seite die noch nicht abzusehenden, aber zu erahnenden Auswirkungen und Kollateralschäden der Klima-/Ökokatastrophe (ja, redet nur weiter von periodischen Schwankungen und menschengemachtem Wandel), der Verschiebungen und Umwälzungen auf weltwirtschaftlicher Ebene, das weitere fast staatenübergreifende und globale Auseinanderklaffen zwischen Prekariat, Unterschicht (es hieß mal Proletariat) und Finanzakkumulatoren, die zur Neige gehenden alten Ressourcen mit den beginnenden Ressourcenkriegen und-so-weiter auf politische, gesellschaftliche und ökonomische Systeme und – natürlich – Machterhaltung und Herrschaftsstruktursicherung, weshalb ich mich Fefes Blogbeitrag Viele Leute sind ja dazu über gegangen, bekloppte ... voll und ganz anschieße – Verschwörungstheorie hin oder her.
Friday, October 13. 2006
Ich prophezeie ja auch schon seit Jahr und Tag die noch kommenden Ressourcen- und Energiekriege und -konflikte als mögliche Auslöser, die mit dazu beitragen, dass sich unsere ach so zivilisiert-demokratischen Gesellschaften in totalitäre Gebilde verwandeln könnten. Nun berichtet die Finacial Times über Planungen zur Einrichtung einer neuen Behörde, die von der FT als "Energie-Geheimdienst" der Europäischen Union bezeichnet wird, um eben jenen Kriegen und Konflikten vorzubeugen.
Mir soll's Recht sein, solange die nicht bei mir einbrechen, um verdeckt meine "Energie-Effizienz" und meine Energiesparbemühungen zu kontrollieren – dafür sorge ich schon selbst :) Tja, der "Energiedienst" für private Haushalte kann schneller kommen, als man denkt – nur sind es wie in dem Bericht Council launches 'shop your neighbour' dustbin hotline der Daily Mail keine staatlichen Behörden, sondern die eigenen Nachbarn, die einem hier in die Mülltonnen schauen sollen:
Homeowners are being asked to spy on their neighbours and report them if they are not recycling, it emerged. A free telephone number has been set up by a council for residents to report anyone flouting strict rules on rubbish collection.
Offenders will then be visited by a "recycling sheriff"' who will inspect their bins as part of the controversial scheme.
Was für eine groteske Zukunft.
Tuesday, August 15. 2006
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung verschleudert für das Forschungsprogramm der Förderinitiative Vom Wissen zum Handeln - Wege zum nachhaltigen Konsum 6 Millionen Euro, um herauszufinden, warum Konsumenten, wenn sie denn schon soziale und ökologische Einstellungen haben, trotzdem nicht zum "Bio"- & "Fair Traid"-Produkt greifen.
Vielleicht, weil die Realeinkommenssituation der Bevölkerungsmehrheit immer beschissener aussieht? Weil man lieber einen Merkelpodcast oder ein Wildschweinfressen mit Bush finanziert, statt Informationskampagnen für biologische und soziale Produkte? Weil man lieber mehr für Verteidigung & Sicherheit rausknallt statt für Ökoanbau und Ökokooperative-Projekte im In- und Ausland? Weil man die Produktvielfalt durch europäischen Regulierungs- und Vereinheitlichungswahn dezimiert hat und deshalb auch eine Ökogurke auf dem Markt gerade und von bestimmter Länge sein muss? Weil man über Jahrzehnte egoistisches Ellenbogendenken gefördert hat? Weil man dem Anbau genmanipulierter Pflanzen und den Genmulties so viel Schutz angedeihen lässt, die Verseuchung global weitergeht und es deshalb für Ökobauern immer schwieriger sein wird, wirklich ökologische Produkte zu produzieren? Ergänzungen bitte als Kommentar hinterlassen, damit sich das BMBF die scheinheilige Forschung sparen kann.
Friday, August 4. 2006
In Schwedens Atomkraftwerk Forsmark-1 stand uns die Kernschmelze bevor, die dem dortigen "Endlager" bestimmt auch nicht gut getan hätte, weshalb man auch wieder in Deutschland nach möglichen Mängeln für einen GAU in deutschen Atommeilern zu suchen beginnt, während der Hitzewelle und durch die globale Erwärmung müssen Kernkraftwerke wegen ihres Kühlbedarfs die Leistung runterfahren, um die Flußbewohner nicht zu kochen, eine Studie belegt – wie überraschend – das Frankreich durch seine Atombombentests in den 60er und 70er Jahren die Polynesier über den erzeugten Krebs ermordet hat, der Iran giert weiter nach der eigenen Atombombe, die USA basteln an neuen Atombomben, die US-Behörde National Nuclear Security Administration (NNSA) hat in Kooperation mit russischen Sicherheitskräften aus Tschetschenien genug Cobalt-60 und Cäsium-137 für fünf schmutzige Bomben heim ins Reich zu KGB-Putin geholt – bei 23 Beschlagnahmungen von Material während der letzten drei Jahre für 200 Dirty Bombs und unsere neue Bundesregierung kokettiert wieder verstärkt mit der Atomkraft und der Atomlobby. Kann die Zukunft nicht strahlender und leuchtender sein? Und übermorgen ist der 61. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Wie weit sind wir gekommen.
Tuesday, May 30. 2006
Wieso muss ich beim Artikel Saubere Mondlandschaften an Gorleben denken? Ähnliches Gefahrengut für die kommenden Generationen soll übrigens auch in die Ozeanböden gepumpt werden. Erste Testprojekte laufen z. B. vor der amerikanischen Ostküste. Wir machen es also wie eh und jeh und weiter wie bisher – Energie verpulvern, dafür neue Kraftwerke bauen und den ganzen Dreck unter den Teppich kehren. Aber verkaufen lässt sich das Teil bestimmt gut, z. B. nach China.
Saturday, September 17. 2005
Seit Katrina spielen die Themen Ökologie und Ökozid wieder eine größere Rolle in der Öffentlichkeit und immer noch eine geringe Rolle in der Blogosphere. Ich bin jedenfalls noch nicht über Dutzende von Weblogs gestolpert, die sich speziell der Ausrottung der Primaten, der Verseuchung der Landwirtschaft durch die Genmultis, der Öko-Piraterie in den Regenwäldern Südamerikas oder dem Verschwinden des Polareises und der Gletscher widmen. Das liegt bestimmt zum Teil daran, dass es die Ökogruppierungen noch nicht verstanden haben, Feeds und Weblogs für ihre Interessen und ihr Informationsanliegen zu nutzen, aber auch daran, dass es auch auf diesem Gebiet einen wahren Informationsdschungel gibt. Bei den Organisationen sind immer noch die guten, alten Newsletter und Webportale vorherrschend und wenn es Feeds gibt, dann dümpeln dort veraltete News vor sich hin (so gesehen bei Greenpeace und Friends of the Earth). Ein Angebot, dass den immer wichtiger und dringender werdenden Themen zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen könnte, ist die Plattform Umweltschutz-News, die neben Newsletter und Webforum auch verschiedene, thematische Feeds anbietet und Pressemeldungen der "Ökobewegung" veröffentlicht. Der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) war die Plattform jedenfalls eine Förderung wert.
Friday, September 2. 2005
Es ist unglaublich und unbeschreiblich, was sich zur Zeit im Süden Amerikas abspielt, aber genauso unglaublich ist es, wie sich die Bush-Administration auf Naturkatastrophen einstellt und auf die aktuelle Katastrophe reagiert. Bush und seine Bande hatte Milliarden Dollar, technisches Equipment und Mannstärken übrig, um Geheimdienste und das Militär aufzurüsten und den Angriffskrieg gegen den Irak zu organisieren und durchzuführen. Für den "Krieg gegen den Terror" wurde eigens ein Heimatschutzministerium eingerichtet, aber eben nur für den "Krieg gegen den Terror" und nicht für den Schutz der Tausenden, die jetzt in New Orleans und im Umland elendig verrecken, auch weil für die industriefreundliche Bush-Administration Umwelt- und Klimapolitik eine Randpolitik darstellt. Die Katastrophe, die Katrina bewirkt hat, hat eine andere Katastrophe als Vorläufer und deren Name ist Bush. Vermutlich hat er mit seinen mieserablen Führungsqualitäten auf die gleiche Weise reagiert, wie damals, als ihm ein Mitarbeiter den Anschlag auf das WTC in's Ohr flüsterte: Mit einem leeren Blick und Entscheidungsunfähigkeit. Dafür mimt er jetzt umso mehr den für das Schicksal des Landes betenden Hardliner, der von Null Toleranz für alle Plünderer spricht und keine Unterschiede machen will zwischen bewaffneten Plünderern und Gangs und den Leuten, die sich Nahrungsmittel und Kleidung aus den Shops holen, weil die Hilfe der Bundesregierung nicht eintrifft und Desorganisation und fehlende Koordination die derzeitige "Heimatschutzpolitik" der Bush-Bande bestimmen. Und man komme mir nicht mit der jämmerlichen Entschuldigung, die jetzt das Weiße Haus und Verantwortliche der FEMA und des DHS absondern, Katrina und die Überflutung der Südküste wäre eine Katastrophe so gewaltigen Ausmaßes, da wäre man nicht darauf eingestellt gewesen. Das Pentagon zum Beispiel lässt andauernd umfangreiche Planspiele ablaufen, es gibt die Möglichkeit wissenschaftliche Computersimulationen durchzuführen, die berrechnen und visualisieren, was passiert, wenn Katastrophe X am Ort Y eintritt, auch durch amerikanische Unis und Institute wird seit Jahren Klima- und spezielle Sturmforschung betrieben, von deren Seite ja auch seit Jahren Warnungen und Forderungen an die Bush-Administration gerichtet werden. Katrina und Dennis sind nur ein Anfang und ein Vorgeschmack von dem, was in ein paar Jahren noch auf die USA und den Rest der Weltbevölkerung zukommen wird, weil ihre Regierungen seit Jahrzehnten bis in die Gegenwart hinein eine Umwelt- und Wirtschaftspolitik betreiben, die vermutlich angesichts der Erfordernisse der Zukunft einen schlechten Scherz darstellen. Dies auch an die Adresse derjenigen, die auf das Leiden derjenigen, die nicht die Kohle und die Möglichkeit hatten, die Katastrophengebiete zu verlassen oder nicht verlassen konnten, weil sie ihr Haus oder ihre Wohnung Katrina nicht überlassen wollten, jetzt mit Schadenfreude reagieren und herumtönen, dass Katrina Amerika ganz recht geschieht - da schließe ich mich dem Kommentar von Side Effects an.
Thursday, July 28. 2005
Das geheim ausgehandelte Abkommen zwischen den USA, Australien, China, Indien und Südkorea zur "Reduktion der Treibhausgase" ist nach dem Angriffskrieg gegen den Irak nicht nur ein weiteres Beispiel für den geringen Stellenwert, den die Bushregierung den Vereinten Nationen entgegenbringt, weil es wohl dem Kyoto-Protokoll den letzten Todesstoß versetzt. Es wird vermutlich auch nicht mehr sein als ein Handelsabkommen, mit denen sich, wie der Guardian in US in plan to bypass Kyoto protocol schreibt, die USA und Australien bessere Zugangsbedingungen für Umweltschutztechniken auf den asiatischen Märkten sichern wollen, während sie gleichzeitig in Verbund mit China, Indien und Südkorea - den aufgrund ihres Wirtschaftsbooms größten Umweltverschmutzern im asiatischen Raum für die nächsten Jahrzehnte - ihre eigenen Industrien vor konkrete Auflagen und Sanktionen schützen. Es wird auch ein weiterer Ausgangspunkt für terroritische Neugruppierungen, Anschläge und Unruhen sein, die von den Ländern ausgehen, deren Bevölkerung am meisten unter der antiökologischen und wirtschaftsprotektionistischen Politik von Staaten wie den obigen leiden werden. Dazu zählt zum Beispiel nicht nur die steigende Verwüstung und immer dramatischer werdende Wasserknappheit (die ja in Anfängen bereits südeuropäische Länder heimsucht) oder andere Folgeerscheinungen der globalen Erwärmung, sondern auch der Export genmanipulierten Saatguts wie von Monsanto nach Indien, dessen Auswirkungen bereits Hunderte indischer Kleinbauern nicht nur in den Ruin, sondern in den Selbstmord getrieben haben. Dazu zählt zum Beispiel auch der Raub von Heilpflanzen aus den Dschungeln Südamerikas durch Pharmakonzerne mit anschließender Patentierung in den USA - Ökogruppen in Südamerika sprechen hierbei von "Öko-Piratierie". Was wird wohl passieren, wenn eines Tages Militanz und Terrorismus die Selbstdestruktion und Resignation ersetzen? Auf die "Terrorbekämpfer" werden noch ganz andere "Bedrohungslagen" zukommen, als der derzeit die Politik dominierende "islamistische Terror".
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