Sunday, December 17. 2006123 Millionen für Kontrolle und Überwachung
Ui, die F.A.Z hat in Roboter sollen vor Terror schützen jetzt auch das Forschungsprogramm zur Inneren Sicherheit (sprich Überwachung- und Kontrollforschung) der Bundesregierung im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der EU entdeckt.
Inhalt des Entwurfs zum "Programm für zivile Sicherheitsforschung" des Bundesministeriums für Forschung und Bildung, aus dem die F.A.Z plaudert – wie sollte es anders ein – neue Videoüberwachungskameras mit intelligenter Videoverarbeitung zur Erkennung "verhaltensauffälliger" Menschen (in Großbritannien heißt das direkter "anti-soziales Verhalten") und zur Überwachung der "sozialen Dynamik" von Menschenmengen, -aufläufen und -massen (sprich Früherkennung von Aufständen), Aufrüstung von Zugangskontrollsystemen mit biometrischen Identifizierungstechniken und "Body-Scannern", neue UAVs (unbemannte Flugvehikel, auch "Drohnen" genannt) für Sicherheitskräfte zur Überwachung aus der Luft. Neu ist, dass es nicht 100, sondern noch 23 Millionen Euro mehr bis 2010 sein sollen, die Bundesforschungsministerin Schavan für unsere Überwachung locker machen will. Was daran futuristisch sein soll und mit einem Standbild aus "RoboCop II" untermalt werden muss, ist mir schleierhaft. Wir holen doch nur nach, was in Großbritannien und den USA entweder gerade entwickelt oder bereits im Einsatz ist.
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23:17
Comments (0) Trackbacks (0) Saturday, December 9. 2006Eklipse
Man kann es nicht belegen, es gibt keine Anhäufung harter Fakten in Form offizieller Dokumente, keine hieb- und stichfesten Aussagen (die werden allenfalls auf Konferenzen a la Bilderberg oder anderen informellen Netzwerken und Zirkeln zu hören sein).
Es gibt nur einzelne Wörter, Passagen, dahingesprochene Sätze und auf der anderen Seite die noch nicht abzusehenden, aber zu erahnenden Auswirkungen und Kollateralschäden der Klima-/Ökokatastrophe (ja, redet nur weiter von periodischen Schwankungen und menschengemachtem Wandel), der Verschiebungen und Umwälzungen auf weltwirtschaftlicher Ebene, das weitere fast staatenübergreifende und globale Auseinanderklaffen zwischen Prekariat, Unterschicht (es hieß mal Proletariat) und Finanzakkumulatoren, die zur Neige gehenden alten Ressourcen mit den beginnenden Ressourcenkriegen und-so-weiter auf politische, gesellschaftliche und ökonomische Systeme und – natürlich – Machterhaltung und Herrschaftsstruktursicherung, weshalb ich mich Fefes Blogbeitrag Viele Leute sind ja dazu über gegangen, bekloppte ... voll und ganz anschieße – Verschwörungstheorie hin oder her.
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20:51
Comments (0) Trackback (1) Sunday, October 8. 2006Senderidentifizierung für Textnachrichten
Über ein Forschungsprogramm an der britischen Universität von Leicester, das zum Ziel hat, über die Analyse von Texten, die als SMS versendet werden, den Sender eindeutig zu identifizieren, berichtete bereits im August der New Scientist. Die Analysetechnik dürfte auch von Interesse für Geheimdienste sein, die den Text unverschlüsselter und/oder anonymer Instant Messaging oder E-Mail Nachrichten einer bestimmten Person besser zuordnen wollen.
Der Telegraph greift das Forschungsprogramm nochmals im heutigen Artikel 'Text-speak' style could be used as evidence auf. Dazu der forensische Linguist Tim Grant: "At the moment the police are able to work out where a mobile telephone was during a call, by triangulation and so on, but that can't tell you who was holding the phone doing the texting.
Und dazu sollen auch noch alle SMS Benutzer, deren Nachrichten später mit der ausgereiften Variante der Analysemethode unter die Lupe genommen werden könnten, freiwillig an einer Textnachrichten-Studie teilnehmen, wo sie dann u. a. ihre zuletzt versendeten SMS Nachrichten in entsprechende Formularfelder eintippen.We hope we will be able to do that through analysis of the stylistic differences in text messages. We are looking at variations such as whether people use abbreviations or not, and what kind of abbreviations they are. What happens quite often is that people miss out words - and different people leave out different words, such as pronouns or whatever. We are finding, for example, that when two people text each other a lot their texting style becomes more similar." Außer einem Verweis auf einen BBC Artikel, in dem ein Fall im Jahr 2002 geschildert wird, wo die Analsyse von SMS Nachrichten zur Tataufklärung hinzugezogen wurde, finden sich auf der Studienseite keinerlei Informationen zum Hintergrund des Forschungsprogramms. Aber es werden sich mit Sicherheit genug Leute finden, die sich trotzdem an der Studie als freiwillige Untersuchungsobjekte beteiligen.
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20:23
Comments (4) Trackbacks (0) Thursday, October 5. 2006Zum Data-Mining Programm für Meinungen und Facts
Als Ergänzung zur Heise Meldung Software zur Entdeckung negativer Berichte über die USA gewünscht, die ich gerade auch an die infowar Mailingliste gepostet habe, weil im Zusammenhang mit der "Software" auch die Rede vom Total Information Awareness Programm war:
Ich habe mir vorgestern einige Forschungspapers von den Beteiligten angeschaut, wobei es immer um die gleichen Zielsetzungen und Techniken geht. Unter den Vorläuferprogrammen gibt es ein Programm mit der Bezeichnung RIPTIDES, das 2001 im Rahmen des DARPA TIDES Projekts gefördert wurde. TIDES war / ist eine Komponente des TIA Projekts. Das Forschungspaper "Joint Extraction of Entities and Relations for Opinion Recognition" von 2006 beschreibt die Grundlagen des in den Medien thematisierten Programms. Interessant sind auch hier wieder die Sponsoren: "We thank the reviewers for their many helpful comments and Vasin Punyakanok for
running our data through his SRL system. This work was supported by the Advanced
Research and Development Activity (ARDA), by NSF Grants IIS-0535099 and
IIS-0208028, and by gifts from Google and the Xerox Foundation."
Bei der ARDA alias dem "Disruptive Technology Office (DTO)" werden (neben dem U. S. Air Force Office of Scientific Research (AFOSR) oder dem Office of Naval Research (ONR) – wenn alle Hinweise zutreffen – die Komponenten oder Teile des TIA Programms weiter fortgeführt und entwickelt:Weblogs auf dem Informationsradar Immer wieder TIA Big-Brothers und das Web 2.0 Etwas Googlemining zu Topsail TIA die Wiederauferstehung, Teil... Interessant ist auch die Website des Projektleiters Jan Wiebe, der in Kooperation mit den anderen Universitäten als Direktor des Intelligent Systems Programms an der Universität von Pittsburgh an dem angesprochenden Programm mitwirkt und fleißig die Publikationen zum Data-Mining Programm in der Presse und Weblogs sammelt. Dort findet sich auch die Pressemitteilung der Universität von Pittsburgh zum aktuellen Programm vom 3. August 2006 oder der Artikel Can computers have an opinion? von ZDnet, die bereits am 24. September über das Programm berichteten. Das jetzt vorgestellte Programm ist mit seinen 2,4 Mill. US$ noch als klein einzustufen und nur einer von vielen Ablegern oder Nachfolgern des TIA Projekts für das Data-Mining von Open Source Quellen. Diesmal sind es statt der Weblogs mehr die ausländischen Nachrichtenquellen und vor allem deren Quellen und Meinungsführer. Die Aussage der Projektleiterin Claire Cardie an der Cornell Universität, die Ergebnisse der Forschungsarbeit würden nicht auf E-Mails (oder Weblogs) angewendet und man würde den Datenschutz beachten, kann man im Licht der aktuell bereits laufenden Data-Mining Projekte (s. o.) gelinde gesagt nur als naiv bezeichnen und als Augenwischerei für die aufgeschreckten Medien. P. S.: Angesichts des Engagement von Google als Mitsponsor derartiger Programme dürfte es nicht verwundern, dass Google irgendwann als zusätzlichen Dienst ein "Wahrheitsrating" anbieten wird, wie man bei Netzpolitik in USA, Google und Meinung & Wahrheit in der Politik erfährt.
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19:47
Comments (0) Trackback (1) Sunday, October 1. 2006Autonome UAV-Schwärme für die permanente Überwachung
Eine Ergänzung zur Videoüberwachung im Bodenbereich durch CCTV-Videoüberwachungskameras stellt die optische Luftaufklärung dar – entweder über unbemannte Fluggeräte (UAVs), Luftschiffe für große Höhen (High Altitude
Airships (HAA)) oder über Satelliten.
Ursprünglich für die Militärs und Spezialeinheiten entwickelt, um feindliches Gebiet auszuspähen, den Soldaten auf dem Schlachtfeld eine Voraussicht zu ermöglichen oder Raketen und Bomben auf spezielle Einzelziele abzufeuern, ohne hohe Verluste beim menschlichen Personal zu riskieren, haben längst Polizeibehörden und Geheimdienste die UAVs für sich entdeckt, um Stadtviertel, Großereignisse und Treffpunkte ohne Manneinsatz zu überwachen. Den meisten UAVs, die zur Zeit in der Luft unterwegs sind, werden entweder Flugrouten einprogrammiert, die sie stoisch und autonom abfliegen oder sie müssen von menschlichen Operatoren per Funk gesteuert werden. Sie sind meistens mit einer Videoüberwachungskamera ausgestattet, die ein begrenztes Gebiet erfassen und dies auch nur für den Augenblick des Überflugs. Wenn ihnen der Sprit ausgeht oder ein Defekt auftritt, kehren sie autonom oder gesteuert wieder zur Basis zurück oder stürzen ab und es muss ein neues UAV gestartet werden. Deshalb gibt es eine Reihe von Entwicklungen, die UAVs dazu befähigen sollen, größere Gebiete zu erfassen, ein bestimmtes Gebiet permanent oder kontinuierlich zu überwachen und die Bariiere der Energieversorgung zu überwinden: Mehrere UAVs werden zu Schwärmen vernetzt und zusammengeschaltet, so dass eine Steuereinheit oder Flugoperator viele UAVs zugleich steuern und mit den multiplen Kameras auch ein größeres Gebiet erfassen kann. Die mittels Rotoren vertikal startenden UAVs (VTOL UAV, Vertical Takeoff and Landing Unmanned Aerial Vehicle) können statt der den Marschflugkörpern ähnelden Drohnen ähnlich wie Helikopter für die Dauer ihrer Mission über dem Überwachungsgebiet fixiert werden, um dessen kontinierliche Überwachung zu gewährleisten. Mit Brennstoffzellen und Solarenergietechnik ausgestattete UAVs sind nicht mehr abhängig von Flugbenzin zur Energieversorgung und können so theoretisch monatelang in der Luft bleiben. Das UAV SWARM Health Management Projekt am MIT unterhält in Kooperation mit Boeing Phantom Works eine Testplattform, die einige dieser Entwicklungen umsetzt und Grundlagen schafft, damit Militär und Sicherheitsbehörden zukünftig autonome UAV Schwarmflotten einsetzen können. In der Pressemitteilung MIT's intelligent aircraft fly, cooperate autonomously wird kurz erklärt, um was es den Wissenschaftlern des MIT Projekts geht:
"Sie haben eine Mehrfach-UAV Testplattform entwickelt, die das Fundament für eine intelligente Luftflotte legen könnte, die nur wenig menschliche Steuerung benötigt, eine große Fläche abdeckt und automatisiert die Funktionsfähigkeit ihrer Flugzeuge aufrechterhält (z. B. Fluggeräte kalkulieren, wann sie eine Auftankung benötigen und neue Fluggeräte starten automatisch, um verlorengegangene, beschädigte oder gelandete Geräte zu ersetzen)."
Die Testplattform des MIT Projekts besteht aus vier kleinen UAVs, die über vier Rotoren senkrecht starten und auf einer Stelle verharren können.
Eine Flotte von UAVs könnte eines Tages U.S. Militär und Sicherheitsbehörden bei schwierigen, oft gefährlichen Missionen unterstützen, wie Rund-um-die-Uhr Überwachungsmissionen, Suchen-und-Retten Operationen, Scharfschützenerkennung, Geleitschutz für Konvois und Grenzpatrouillen. Die UAVs könnten auch als mobiles Kommunikations- oder Sensornetzwerk fungieren, in dem jedes Fluggerät als Knotenpunkt im Netzwerk agiert. Solche Missionen hängen davon ab, "Fluggeräte in der Luft zu halten". Der Fokus dieses Projekts liegt auf Ausdauer", sagt How [Anm.: Professor für Luft- und Raumfahrt am MIT und Leiter des Projekts]. Ausdauer erfordert Selbstwartung. "Du willst keine 40 Leute am Boden, die 10 Fluggeräte bedienen. Das ultimative Ziel besteht darin, überhaupt keinen Flugbediener zu benötigen." ![]() Vier UAVs im autonomen Testflug. ![]() ![]() Der "draganflyer V ti pro" – oben als privates Spielzeug (bereits mit Videoüberwachungskapazitäten für den Privatmann), unten als Testobjekt des MIT Projekts (aus der technischen Dokumentation Indoor Multi-Vehicle Flight Testbed for Fault Detection, Isolation, and Recovery). ![]() Blockdiagramm des Testystems. ![]() ![]() UAVs und UGVs während eines Suche-und-Verfolge Experiments. Darunter die 3D-Projektion in Echtzeit auf dem Schirm des Bedieners. Mit zwei Besonderheiten wartet das Projekt ebenfalls auf: Wie in der Pressemitteilung hervorgehoben wird, hat das MIT einen Meilenstein für den autonomen Flug von UAVs erreicht. Mit einer Videokamera und dem Steuercomputer konnte ein UAV in Echtzeit ein fahrendes UGV erkennen, die Distanz abschätzen und auf ihm landen. Zukünftige UAVs außerhalb des Labors werden also fahrende Fahrzeuge nicht nur erkennen und verfolgen, sondern auch auf ihnen landen können, was zur Energieeinsparung und zur Verwendung mit mobilen Überwachungseinheiten genutzt werden kann. Außerdem wurde ein separates Lande- und Wartungssystem entwickelt, von dem ich das erste Mal im Zusammenhang mit UAVs höre. Die UAVs selbst verwenden eine Monitoring-Software, die überprüft, wann ein UAV eine neue Aufladung ihrer Batterien benötigt oder ob ein technischer Defekt aufgetreten ist. Ist das der Fall, kehrt das UAV zu einer automatischen Dockstation zurück, in der vom Kontrollcomputer entschieden wird, ob das ausgefallende UAV sofort durch ein neues UAV ersetzt wird oder ob das UAV eine Aufladung benötigt, die dann in der Dockstation vorgenommen wird. Ein Szenario für die Realwelt, das sich aus dem MIT Projekt ergibt: In der Zukunft brauchen Sicherheitsbehörden nicht mehr zu der Örtlichkeit der Überwachungsmission fahren, um dort von Hand oder per Rampe ein UAV zu starten und permanent selbst steuern. Es gibt keine zeitlichen und räumlichen Begrenzungen durch den Ausfall eines eingesetzten UAVs aufgrund einer Betriebsstörung oder eines leeren Tanks. Neben stationären CCTV-Videoüberwachungskameras in den Städten sind auf den Dächern der Kontrollzentren automatische UAV-Stationen installiert, von denen UAV-Schwärme starten und landen, um so große Gebiete permanent zu überwachen. Einzelne UAVs können zu Dockstationen mobiler Überwachungstransporter abkommandiert werden und von dort zusätzliche Überwachungsaufgaben erfüllen. Aber bisher findet das Vorspiel noch im Labor statt.
Autonome UAV-Schwärme für die ... Posted by Kai Raven
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11:19
Comments (2) Trackbacks (2) Sunday, September 3. 2006Intelligente Verhaltensvideoüberwachung
Während das BKA in Mainz mit der auf Videoüberwachung gestützten Foto-Fahndung den aktuellen Stand der Videoüberwachung austestet, sprich die Gesichtserkennung und Wiedererkennung der Gesichter bekannter Personen unter den realen Bedingungen der dreidimensionalen Welt über den Abgleich digitaler 2-D Gesichtsaufnahmen, entwickelt man in öffentlichen und privatwirtschaftlichen Laboratorien die nächste Stufe der Videoüberwachung.
Diese noch im Anfangsstadium befindliche Videoüberwachung richtet sich mehr auf die Erkennung von unbekannten Personen, die ein bestimmtes Verhalten zeigen und soll die Begleitumstände berücksichtigen, die aktuelle Videoüberwachung daran hindert, zuverlässig unter allen Bedingungen mit einer hinnehmbaren Fehlerrate zu arbeiten. Diesem Ziel dient auch das Smart Applications For Emergencies (SAFE) Programm des Laboratoriums des staatlichen National Information and Communications Technology Australia (NICTA) Forschungsinstituts in Queensland, Australien. Als Mission des SAFE Projekts wird angegeben: Verhütung und Erkennung, Voraussage, Beantwortung und Bewältigung von natürlichen Katastrophen wie Feuersbrünsten und Stürmen und durch Menschen ausgelöste Katastrophen (Terroristen).
Das Programm besteht aus vier Komponenten, von denen sich die "SAFE Sensorik" Komponente auf die Entwicklung intelligent rekonfigurierbarer Hardware, Algorithmen zur Mustererkennung und Verfahren zur Verarbeitung von Audiosignalen und "Computer Vision" Daten konzentriert. Übersetzt: Mit intelligenter Videoüberwachung und -analyse. Ausführlicher wird das in der Pressemitteilung zum Start des SAFE Programms erklärt:
Fortschrittliche Videoüberwachungssysteme haben große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, seit dem sie dazu benutzt wurden, die Bewegungen der Terroristen zu verfolgen, die für die Anschläge in der Londoner U-Bahn im Juli 2005 verantwortlich waren. Laut NICTA besteht die aktuelle Herausforderung darin, Systeme zu entwickeln, die helfen können, Angriffe zu verhindern als nur Ereignisse aufzuzeichnen, während sie passieren.
In Computerworld Australia Artikel Algorithms to Calculate Unusual Behavior führte der NICTA Forschungsdirektor Chris Scott weiter aus, dass die angesprochenen neuen Algorithmen der Härtung von Algorithmen zur Gesichtserkennung und der darüber angestrebten Verhaltensanalyse dienen sollen:
"Die Erweiterung der Kapazitäten von Überwachungssystemen wird dazu beitragen, von Aktivitäten wie Sachbeschädigungen und Angriffen abzuschrecken und terroristische Akte zu erkennen, bevor sie ausgeführt werden" sagt Chris Scott, der Forschungsdirektor des NICTA Queensland Laboratoriums. (...) Ein Hauptbestandteil von SAFE ist die Entwicklung fortschrittlicher Überwachungstechniken zur Kriminalitäts- und Terrorprävention. (...) Die Demonstrationsobjekte werden sich durch Videomanagementsysteme auf dem neuesten Stand der Technik auszeichnen, die auf Systemen basieren, wie sie von den US Verteidigungskräften genutzt werden. Statt Bedienern, die eine Reihe von Videomonitoren beobachten, wird die Live-Videoüberwachung in Form eines 3D-Modells repräsentiert, so dass Bediener in die gesamte Szenerie eintauchen und schnell von Kamera zu Kamera wechseln können, wenn es nötig ist, eine Person oder ein Fahrzeug in Bewegung zu verfolgen. Das Projekt wird ebenfalls zuverlässige Systemen zur Personenidentifizierung entwickeln, die Personen von Interesse erkennen, verfolgen und überwachen.
"Die Identifizierung einer bestimmten Person ist eine Sache, aber wir fokussieren uns auf die Beobachtung ungewöhnlichen Verhaltens in einer offenen Umgebung.
Das heißt, zukünftige Gesichtserkennung soll die Probleme meistern, mit denen die aktuelle Erkennung zu kämpfen hat: Unterschiedliche und schlechte Lichtverhältnisse, die genaue Analyse eines Gesichts, das unter diesen Bedingungen oder durch die Menge von Gesichtern "verschwimmt", wenn ganze Gruppen oder Mengen überwacht werden, den automatischen Ausgleich von verschiedenen Kopfhaltungen, die sich negativ auf die Genauigkeit auswirken und darüber hinaus, wie es die Ausführungen andeuten, die Bewertung der Gesichtsmimik und Kopfhaltung zur Verhaltensanalyse.Die Technik ist verfügbar, die Personen alarmiert, wenn z. B. eine Aktentasche an einem öffentlichen Platz liegen gelassen wird, aber wir arbeiten an Algorithmen, um nicht nur auf der Grundlage der Gesichtserkennung nach einer Person zu suchen, sondern um den Bedrohungsgrad zu analysieren, den man vom aktuellen Verhalten der Person ableiten kann, um Vorabinformationen zu erhalten, die erkennen lassen, dass etwas Ungewöhnliches vor sich geht und die Wahrscheinlichkeit steigert, eine aktuelle Bedrohung zu erkennen. Gesichtserkennungsalgorithmen gibt es schon seit einer ganzen Weile, aber ein Problem mit existierenden Algorithmen besteht darin, dass sie von dem Abgleich der Gesichtsgeometrie mit gespeicherten Gesichtsbildern abhängen. Wir aber produzieren Quasi-Gesichtsbilder aus dem Stand heraus und mehr Algorithmen, die schlechte Lichtverhältnisse bewältigen, da einfache Gesichtserkennungssoftware diese Probleme nicht bewältigt hat und das ist es, was wir für reale Anwendungen härten." Die gleichen Probleme und Zielsetzungen benennt auch Brian Lovell, NICTA Forschungsleiter und Forschungsdirektor der Intelligent Real-Time Imaging and Sensing (ISIS) Forschungsgruppe an der Universität von Queensland, die zahlreiche Vorarbeiten für die kommende Videoüberwachung und die zukünftigen Erkennungsalgorithmen – auch für das SAFE Projekt – leistet, in seinem Abstrakt zum "Reliable Face Recognition for Intelligent Surveillance" Projekt:
Gesichtserkennung erzeugt ein enormes Interesse aufgrund der Anliegen von Regierungen bezüglich Identitätsmanagement und terroristischer Aktivitäten. Eine Ambition intelligenter CCTV Überwachung ist es, Terrorismus zu verhindern und eine Schlüsseltechnologie ist die zuverlässige Gesichtserkennung. Mit Fotografien in Passqualität können aktuelle Gesichtserkennungstechniken eine 95% Erkennungsgenauigkeit erzielen. Derzeitige Probeversuche zeigen, dass die Performance "nur" um 10 - 20% fällt, wenn sich signifikante Veränderungen der Lichtverhältnisse, der Körperhaltung und des Gesichtsausdrucks einstellen. Wir beschreiben die Forschung der Autoren, diesen Problemen zu begegnen und zuverlässige Gesichtserkennung in Echtzeit zu ermöglichen. Unser System besteht aus drei Hauptkomponenten: 1) Viola-Jones Gesichtserkennungsmodule (...), um schnell mehrere Gesichter auf Einzelbildern und Videosequenzen zu lokalisieren und zu erkennen, 2) ein Modul zur Normalisierung von Haltungen, um Gesichtsstellungen abzuschätzen und extreme Stellungswinkel zu kompensieren und 3) Eigen-Fisherfaces zur Erkennung normalisierter Gesichter. Experimentelle Resultate zeigen, dass unser Ansatz gute Erkennungsraten zu Gesichtesabbildern hervorbringt, quer über ein weites Spektrum von Kopfhaltungen mit unterschiedlichen Lichtbedingungen und Gesichtsausdrücken hinweg.
Mehr erfährt man über die Forschungen zu den neuen Videoüberwachungsansätzen zunächst nichts. Die beiden Forschungsarbeiten Reliable Face Recognition for Intelligent CCTV und Smart Cameras: Enabling Technology for Proactive Intelligent CCTV, die beim Studenten Shan Ting, der mit Lovell zusammen für ISIS und SAFE arbeitet, aufgeführt sind, werden erst demnächst im Rahmen der Safeguarding Australia 2006 Konferenz vorgestellt, die vom 19 - 21. September 2006 veranstaltet wird und all das präsentieren soll, was man aktuell an Kontroll- und Überwachungstechniken für den "Heimatschutz" und den "Antiterrorkampf" aufbieten kann.Auch wenn die Forschungsansätze zur intelligenten Verhaltensvideoüberwachung erst am Anfang steht, wird die Evolution der Videoüberwachung und die Stoßrichtung der noch kommenden Videoüberwachung deutlich. Zuerst ging es darum, überhaupt Videoüberwachungskameras zu installieren, deren Bilder per Livestream und Aufzeichnungen durch einen hohen Einsatz von menschlichem Bedienerpersonal gesichtet wurde. Nicht die einzelne Person oder ein einzelner Gegenstand sind Objekte und Ziel, sondern die Beobachtung einer Gesamtszenerie, die durch die Bediener interpretiert wird – wie bei der Kaufhausüberwachung, nur jetzt auch in öffentlichen Räumen. Bereits in dieser Phase beginnt in einzelnen Städten und Ländern die Erhöhung der Kameramenge und die Zusammenschaltung einzelner CCTV-Netze, um die Überwachungsdichte zu erhöhen, was auf der anderen Seite langfristig eine stärkere Belastung und Abstumpfung der menschlichen Bediener hervorbringen muss. Die nächste Stufe stellt die Unterscheidung verschiedener Objekte und ihre Identifizierung oder Herauslösung aus der Gesamtszenerie dar, der die Bewegungsverfolgung und Richtungsidentifizierung folgt – man kennt die Systeme, auf denen ganze Objekte und Personen mit Rahmen versehen werden, die anzeigen, dass ihre Identifizierung gelungen ist und die Anzeige von Bewegungsvektoren, die ihre wahrscheinliche Richtung angeben. Die Kameraaugen sollen anfangen wie die Augen ihrer Bediener zu arbeiten. Hinzu kamen zusätzliche Parameter wie Geschwindigkeitsmessung, Mengenmessung und Zeit- bzw. Verweildauer, die erste Ansätze der Verhaltensanalyse umsetzen: Wo sich eine Menge bildet, kann ein Tumult oder Aufstand entstehen oder die Reaktion auf ein Gefahrenereignis erfolgt sein, wer schnell rennt, während alle anderen normal gehen, ist unter Umständen auf der Flucht oder versucht ein Hindernis zu "überrennen", wer an einem bestimmten Punkt verharrt oder dauernd zurückkehrt, während alle Mitpassanten ein Bewegungsziel ansteuern, plant eventuell eine kriminelle Tat. Ein Objekt, das herrenlos an einem Punkt zurückbleibt, kann eine Bombe enthalten. Die Kameraaugen sollen anfangen, wie ihre menschlichen Bediener zu interpretieren. Im aktuellen Stadium geht es darum, den "Rahmen" enger zu ziehen, sprich das Erkennen der anonymen Person im öffentlichen Raum auf das Erkennen eines Individuums mit bekannter Identität auszudehnen unter Zuhilfenahme personenbezogener Daten auf RFID-Chips und biometrischer Daten wie der Gesichtsgeometrie und der Iris, die mit zuvor gespeicherten biometrischen und personenbezogenen Daten abgeglichen werden – wie beim BKA Projekt "Foto-Fahndung", sowie der Bewertung grober Verhaltensmuster, die das Individuum im öffentlichen Raum vor den Kameraaugen zeigt. Voraussetzung: Von allen Zielpersonen, möglichst der gesamten Bevölkerung müssen Gesichts- und Irisabbilder vorliegen, die zur digitalen Weiterverarbeitung taugen. Die angestrebte Zukunft: Alle Personen sind biometrisch und fotografisch erfasst, die Überwachungsdichte maximal ausgedehnt, "Rückzugsräume" eliminiert. Die Kameras werden mittels zusätzlicher Funktionen wie Radar, Mikrowelle, Infrarot und Laser aufgerüstet, ihre Optik- und Auflösungskapazitäten verstärkt, so dass ihr "Blick" auch unter schwierigsten Bedingungen feinste Details und Änderungen in der Gesichtsmimik und Körperhaltung erfasst. Fortschrittliche Algorithmen und Programme sind in der Lage aufgrund dieser Daten und der vollständigen Erfassung des Kontexts sowohl das Verhalten des Individuums als auch einer Menge zuverlässig zu bewerten und Wechselbeziehungen zu anderen Personen und Objekten aufzudecken. Der menschliche Bediener vor den Monitoren wird zur Ausnahmeerscheinung, das Kameraauge betrachtet sich selbst, ist sein eigener Monitor geworden und löst allenfalls noch Alarme und Hinweise aus. Das alles steckt noch in den Kinderschuhen und wird mit ähnlichen oder neuen Problemen zu kämpfen haben wie die "alte Videoüberwachung". Was sich aber abzeichnet, ist die schrittweise Reduktion jedes privaten innerhalb des öffentlichen Raumes und das Verschwinden anonymer und garantiert nicht sanktionierter Handlungen bei gleichzeitiger Erhöhung eines Anpassungsdrucks, der uns dazu zwingen wird, zuerst bewusst und später unterbewusst, ein "normales" Verhalten im öffentlichen Raum zu zeigen, das von den Videoüberwachungskameras und "intelligenten" Programmen erwartet wird. Terroristen und entschlossene Angreifer, die unter und mit uns aufgewachsen sind, ein passendes Verhaltenstraining absolvieren oder den gleichen Anpassungsprozess durchlaufen, werden aber auch diese Systeme nicht beobachten und erkennen können, aber uns alle. Siehe auch: GovernmentVideo - Five years later... Airport video technologies evolve in wake of 9/11 Via: Techdirt - Can Computers Detect Suspicious Behavior?
Intelligente Verhaltensvideoüberwachung Posted by Kai Raven
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20:21
Comments (0) Trackback (1) Tuesday, August 22. 2006Forschungsprogramme und Millionen für die Weblogüberwachung
Die Federal Computer Week berichtet in Rutgers will lead DHS-financed info research über ein weiteres Data-Mining Projekt, das neben der Analyse von E-Mails, Agenturmeldungen, Chatlogs auch auf die Überwachung und Analyse von Weblogs zielt. Das Projekt wird laut der Ankündigung des U. S. Heimatschutzministeriums (DHS) vom 25. Juli über die nächsten drei Jahre mit insgesamt 10,2 Millionen US$ gefördert.
Die ersten drei Millionen gehen dieses Jahr an die Rutgers Universität, die bereits seit 2002 intensive Sicherheitsforschung im Rahmen der Rutgers University Homeland Security Research Initiative (RUHSRI) betreibt, die ihrerseits durch Forschungsgelder der National Science Foundation (NSF) aufgrund des Knowledge Discovery and Dissemination (KDD) Programms finanziert wurde. Das KDD Programm ist ein Bestandteil einer ganzen Reihe von Forschungsprojekten, die seit 2002/2003 in Zusammenarbeit mit allen US-Geheimdiensten durchgeführt werden, um u. a. Anwendungen für die Geheimdienste zu entwicklen, die dem Monitoring, dem Data-Mining und der Analyse aller Publikationen und Kommunikationen im und über das Internet dienen. Das Center for Discrete Mathematics and Theoretical Computer Science (DIMACS) der Rutgers Universität wird aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen zur Durchführung des DHS-Programms ein Forschungskonsortium führen, das Wissenschaftler der Texas Southern University, des Rensselaer Polytechnic Institute, der AT&T Labs, der Bell Labs und der Princeton University umfasst. Daneben werden neben der Rutgers Universität an drei weiteren Universitäten Forschungszentren eingerichtet. Begleitet wird das Forschungsprogramm vom Institute for Discrete Sciences des Heimatschutzministeriums und den angeschlossenen militärischen Forschungseinrichtungen, an dem in Projekten wie A Multi-Agent architecture for Streaming Text Analysis mittels Clustering, Parallel Computing, statistischen Methoden und Textanalytik ebenfalls neue Methoden und Techniken für Überwachungs- und Data-Mining-Anwendungen erforscht werden. Zu den Zielen des Forschungsprogramms heißt es im FCW Artikel und den Pressemitteilungen, dass damit neue Techniken entwickelt werden sollen, um in riesigen und sich schnell verändernden Datenbeständen öffentlicher Quellen wie Nachrichtenmeldungen und Weblogs Muster und Beziehungsgeflechte zu erkennen, die auf terroristische Aktivitäten der Teilnehmer hindeuten oder als Indikatoren für terroristische Aktivitäten dienen können. Dazu zählt auch die Identifizierung und das Profiling wichtiger Autoren und die Zuordnung ihrer Inhalte, die sich über verschiedene Quellen verteilen. In der eigenen Pressemitteilung erklärt das DIMACS zum Forschungsprogramm und dem Konsortium: This group will develop computing technologies that find patterns and relationships in data, such as news stories, open-source web logs, and other accessible information, to quickly identify emerging indicators of possible terrorist activity, and rate the consistency and reliability of the sources. Such information could give officials more lead time to investigate and potentially thwart terrorist plans.
Die beiden interessantesten DIMACS NSF-KDD Forschungsprojekte, deren Ergebnisse wohl in das DHS-Programm einfließen werden, sind die Programme Authorship Attribution (AUTHOR-ID) und Monitoring Message Streams: Retrospective and Prospective Event Detection (MMS)."The challenge involved in this endeavor is not only the massive amount of information out there, but also how quickly it flows and how fast the sources of information change," said Fred Roberts, director of DIMACS. "We will develop real-time streaming algorithms to find patterns and relationships in communications, such as among writers who may be hiding their identities, and to rate information sources for their reliability and trustworthiness." Bei AUTHOR-ID geht es darum, speziell die Autoren hinter anonymen Quellen und Dokumenten zu identifizieren, also z. B. auch die Personen, die anonym Weblogbeiträge (oder Kommentare) verbreiten oder anonyme Weblogs führen: Homeland security and the criminal and civil justice systems increasingly require reliable and valid methods to identify the authors of anonymous documents. Further demand arises from fields as diverse as computer forensics and literary studies.
Das MMS Programm dient dazu, alle Publikations- und Kommunikationsformen bei hohem Datenverarbeitungsaufkommen, inklusive Weblogs, automatisch auszuwerten, um Beziehungs-, Kommunikations- und Meinungsmuster, gebildete Gruppierungen und sich ankündigende Ereignisse auszufiltern und zu detektieren, die für die Geheimdienste von Interesse sind. Die meisten Dokumente zu MMS sind öffentlich nicht zugänglich und die zugänglichen Dokumente beziehen sich immer nur auf E-Mail Datenströme, die überwacht werden sollen. Das dem nicht so ist, zeigt eine bestimmte Präsentation zu MMS, aus der ich einige Folien wiedergebe:
Aus CRI: Collab orative Research: Planning Prop osal: CommunityResources for Research in Automated Authorship Attribution ![]() ![]() ![]() ![]() Für Blogger, die nur über ihre Katzen schreiben, mag das noch zu ignorieren sein (obwohl auch die den Datenverarbeitungsprozess in den Zentren der Sicherheits- und Geheimdienstbehörden durchlaufen und dann halt in Datenbanken für Subjekte und Inhalte von sekundärem Interesse landen), nicht aber für alle Personen und Blogger, die politische oder gesellschaftskritische Themen bearbeiten und Positionen vertreten, die gegen den Mainstream und politischen Konsens stehen. Deshalb ist es auch geboten, über den Schutz der Openness-Welt vor dem Datenhunger der Antiterrorkrieger intensiv nachzudenken. Bevor man jemanden "abholen" kann, muss man wissen, wen man abzuholen hat. Dazu passend: Kieler Justizminister kritisiert Anonymisierungsdienst AN.ON / JAP. Der gleiche Angriff richtet sich damit auch gegen Tor, Remailer und alle anderen anonymisierenden Plattformen.
Forschungsprogramme und Millionen ... Posted by Kai Raven
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12:40
Comments (0) Trackback (1) Friday, August 11. 2006SMS Spionage
Der New Scientist berichtet in Tapping text messages to trap criminals über irgendwelche neuen Forschungsansätze, über die linguistische Analyse überwachter SMS Nachrichten Kriminelle, Terroristen und andere böse Geister zu identifizieren und zu überführen. Genauer habe ich mir das gar nicht weiter durchgelesen. Schöne Sache, fängt man vielleicht ein paar kleine Fische und Idioten.
Ich hatte mal eine Zeitlang anonym ein, zwei andere Weblogs geführt, mit allem drum & dran (Nym, anonymisierter Zugang usw.), von denen eines sogar nach relativ kurzer Zeit von einigen anderen Weblogs in die Blogroll aufgenommen und von den Bloggern besucht wurde. War ein Experiment und der Versuch, thematisch fremde Weblogs parallel zu führen – aber was zu viel ist, ist zu viel ;) Das größte Problem war dabei, sich ständig des typischen Musters der eigenen Schreib- und Ausdrucksweise (inklusive typischer Vertippser und Fehler) bewußt zu sein, davon abzuweichen, zu versuchen, ein zufälliges Schreibmuster zu verwenden und keine Info- und Datenfitzel einfließen zu lassen, die einen Rückschluss auf andere Weblogs und die reale Identität zugelassen hätten. Was ich damit sagen will: Die wirklichen Bad Boys & Girls und Hardcoregeister fängt man nicht (allein) mit SMS und anderen Spielereien.
SMS Spionage Posted by Kai Raven
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16:44
Comments (0) Trackbacks (2) Monday, July 3. 2006Überwachungsforschung im exklusiven Kreis
Ab Morgen findet die zweitägige 1. Sicherheitsforschungskonferenz "Future Security" statt, die vom Fraunhofer Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung ausgerichtet wird und zu dem nur geladene Gäste wie Generalbundesanwalt Kay Nehm, der Vizepräsident des BKA Jürgen Stock, der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Udo Helmbrecht, Staatssekretäre, Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler im Bereich der Sicherheitstechnik erwünscht sind.
![]() Konferenzlogo Unter den Themenschwerpunkten finden sich u. a. folgende Punkte:
![]()
So sieht dazu eine Mitteilung der dpa aus:
In Deutschland soll die Innere Sicherheit durch eine Neuausrichtung der Sicherheitsforschung gestärkt werden. Das kündigte Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei einer Sicherheitsforschungskonferenz in Karlsruhe an. Sie will dazu in der laufenden Legislaturperiode 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Menschen in Deutschland sollen sowohl vor inneren Gefahren wie Vandalismus als auch vor Bedrohung von außen besser geschützt werden.
Und das lässt uns Frau Schavan zu den 100 Millionen Euro ausrichten, die in dieser Legislaturperiode für die Überwachungsforschung von der Regierung locker gemacht werden:
Angesichts neuer Bedrohungen durch Terrorismus und Kriminalität liegt die Herausforderung der Zukunft darin, die zivile Sicherheit zu gewährleisten, ohne Freiheit und Rechtsstaatlichkeit einzuschränken. Daher setzt Bundesforschungsministerin Annette Schavan darauf, in Forschung und Wissenschaft neue Wege zu suchen, um unsere Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und den damit verbundenen freiheitlichen Lebensstil zu sichern. "Gerade hier ist die Forschung gefragt. Wenn wir verhindern wollen, dass die Freiheitsrechte zugunsten der Sicherheit unter Druck geraten, so müssen wir nach innovativen Lösungen suchen. Wir müssen die Chancen nutzen, die in neuen Hochtechnologien und damit verbundenen Handlungsstrategien und Organisationsformen liegen. Wir müssen dabei verstärkt Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Ursachenforschung umsetzen. Denn Sicherheit hängt vom Vorsprung in Forschung und Wissenschaft und der Umsetzung in Organisation und Technologie ab", sagte Schavan bei der Eröffnung der Sicherheitsforschungskonferenz "Future Security" am Dienstag (4. Juli) in Karlsruhe.
Siehe auch:EU-Büro BMBF: PASR – Auf dem Weg zur europäischen Sicherheitsforschung Heise: "Future Security" ist "Homeland Security" FAZ: Wissenschaftler sollen im Kampf gegen Terror helfen Heise: Forschung im Kampf gegen Informationskatastrophen Via: Mailingliste infowar
Überwachungsforschung im exklusiven ... Posted by Kai Raven
in Owl, Politik, Rüstung, Wissenschaft, Überwachung at
20:47
Comments (6) Trackbacks (5) Sunday, July 2. 2006Weblogs auf dem Informationsradar
Vor zwei Wochen erregte eine ARDA gesponserte Forschungsarbeit, die auf ein Interesse der Geheimdienste hindeutet, soziale Netzwerke per Data-Mining zu analysieren, für Aufsehen in der Presse und den Weblogs.
Das auch Weblogs eine größere Bedeutung für Militär und Geheimdienste bekommen, hatte bereits die CIA und das Open Source Center erklärt. Bestätigt wird dies durch ein neues, dreijähriges Forschungsprogramm des U. S. Air Force Office of Scientific Research (AFOSR) mit dem Titel Automated Ontologically-Based Link Analysis of International Web Logs for the Timely Discovery of Relevant and Credible Information. Weblogs (und soziale Netzwerke) sind aus verschiedenen Gründen interessant. Die Anhäufung von Links und gegenseitigen Verweisen in Weblogs zu Ereignissen und Informationen, die sich auf Personen, Gruppierungen, politischen Aussagen beziehen, die auch im Fokus der Dienste und des Militärs liegen, können als Indikator dienen, was relevant für militärische und geheimdienstliche Maßnahmen werden könnte ("Situation Awareness"). Bereits das FutureMap Programm des Terrorist Information Awareness Projekts hatte zum Ziel, durch die Auswertung heterogener Informationsquellen Aussagen über zukünftige und wahrscheinliche Entwicklungen treffen zu können. Da Weblogautoren eine andere Sicht auf Ereignisse etc. haben, können Weblogs Perspektiven enthalten, die geheimdienstlich und militärisch geprägten Analysten abgeht. Da Weblogs, wenn man sie als Mittel von Gegenöffentlichkeit und "grassroot" Aktivismus versteht, auch als Plattform und Medium für Gruppierungen – von Friedensaktivisten und NGOs bis hin zu terroristischen Organisationen – dienen können, über die sich Netzwerke bilden, die Gruppenidentität gestärkt wird und gemeinsame Ziele abgesteckt werden, stellen Weblogs einen potentiellen Herd für politische Bewegungen dar, die von politischen und wirtschaftlichen Interessenskreisen unerwünscht sind und deshalb ein Monitoring durch militärische und geheimdienstliche Behörden verdienen. In diesem Zusammenhang sind besonders politische Webblogger interessant, die sich einen hohen Vertrauens- und Einflußgrad in der Blogosphäre erwerben und damit zu unerwünschten Meinungsführern oder Anknüpfungspunken für die Bildung informeller Netzwerke werden könnten. Und zuletzt dürften Weblogs bzw. die "Hot-Topics", die in ihnen kommuniziert werden, willkommene Grundlagen für alle zivilen und militärischen Geheimdienstabteilungen sein, die MediaOps- und Desinformations-Kampagnen ausarbeiten und starten. Wenn in Weblogs z. B. das Massaker von Haditha oder das Folterprogramm in Abu Ghraib äußerst kritisch und massiv behandelt wird, bietet es sich an, darauf mit entsprechenden Gegenkampagnen zu antworten, während man Themen wie der israelischen Offensive im Gazastreifen eine niedrigere Priorität einräumen kann, wenn dazu die Blogosphäre schweigt. Das neue AFOSR Forschungsprogramm ist Bestandteil des umfassenderen Information Forensics and Process Integration Forschungsprojekts, das u. a. an der Syracuse Universität in New York durchgeführt wird. Programme und Projekte werden dabei durch das AFOSR Direktorium für Mathematik- und Informationswissenschaften geleitet. Angestoßen wurde es durch eine Studie des U. S. National Research Council. Das Forschungsprojekt konzentriert sich zunächst auf drei Forschungsbereiche: Das Ermitteln und Identifizieren unvollständiger Informationen, die Entwicklung interaktiver Schnittstellen für Abfrageinterfaces und erkenntnisgesteuerte Datenverarbeitung. In einem weiteren Schritt werden ab 2007 Forschungsprojekte zum Informationsmanagement folgen. Der Leiter der Forschungsprojekte, Major Dr. Amy L. Magnus, erklärte, dass im Mittelpunkt des Forschungsprogramms zwei Schlüsselelemente eine Rolle spielen - "Actionable Informations" und der "Network Effect". Unter "actionable" Informationen versteht das AFOSR Informationen, die Handlungskonsequenzen für militärische und geheimdienstliche Behörden nach sich ziehen, z. B., wenn die Informationen Hinweise über Verbrechen oder Angriffspläne enthalten, die zwar bereits kommuniziert, aber noch nicht ausgeführt wurden (siehe FutureMap). Der "Netzwerkeffekt" dient eigentlich nur Effiziensteigerung von Netzwerken wie dem globalen, militärisch-geheimdienstlichen Global Information Grid (GIG), dessen Ausbau kein Ende findet und an dem die NSA maßgeblich beteiligt ist, sowie die Sicherstellung seiner Skalierbarkeit und der Verbesserung des gemeinsamen Informationsaustausches zwischen allen angeschlossenen Geheimdienst-, Strafverfolgungs- und Militärbehörden.
The GIG is a network of networks – a complex system that links hundreds of information system elements to enable the rapid exchange of information among the U.S. services, the Intelligence Community (IC), and multinational allies. The GIG involves more than just technology. Rather, it is a globally connected, end-to-end set of information capabilities, associated processes, and personnel for collecting, processing, storing, disseminating, and managing information on demand. It comprises most of the DOD's information systems, software, and services, and supports the DOD and IC in peace time and during conflicts.
Damit einzelne Netze oder das GIG als das "Netzwerk der Netze" effektiv sind, müssen "actionable" Informationen zeitnah und treffgenau identifiziert und im gesamten Netz weiterverteilt werden. Eine der Quellen, aus denen sich "actionable" Informationen ergeben können, sind eben auch die Weblogs.
The GIG is a reality today. The Edge: How the Global Information Grid Is Transforming Communications for the Warfighter.
Information Management and Process Integration
Unter den Dutzenden von Universitäten, militärischen Forschungseinrichtungen wie dem AFOSR und Unternehmen, die an dem Forschungsprojekt beteiligt werden, befindet sich auch das Unternehmen Versatile Information Systems, das für das aktuelle Forschungsprogramm eine Förderung von 450000 US$ erhalten hat. Neben dem AFOSR arbeitet Versatile auch für die DARPA, das Army Research Office oder das Office of Naval Research (ONR) und war auch an der Web-Ontology (WebOnt) Arbeitsgruppe des W3C beteiligt.Military plans and operations benefit from heightened situational awareness and the real-time projection of expertise into and out of the battlefield. In future battle spaces, vast numbers of sensors and unmanned vehicles will be in simultaneous use, each with different sensing capabilities providing disparate views of the operations around, above, and below. Networked operations and extensive reach back capabilities will enable a paradigm shift from passive data collections to active interrogation and instantaneous, synchronized exploitation of actionable information. Both the recognition and authoritative communication of actionable information requires tight integration of planning and collection processes so what is relevant and what is knowable can be readily negotiated. Potential topics include:
BAA No. AFOSR 2005-4 AFOSR Opportunities in Information Science and Technology Die Versatile Arbeitsbereiche und Produkte decken sich eigentlich mit den Inhalten der Forschung, die der New Scientist aufgedeckt hatte, weshalb man eigentlich nicht mehr viel dazu erzählen muss. Nur so viel: Versatiles Aufgabe ist die "Entwicklung eines automatischen Tools, das Analysten erzählt, was Blogger zu einem bestimmten Zeitpunkt am meisten interessiert". So Dr. Brian Ulicny, einer der Wissenschaftler bei Versatile.
"What we're doing is a sort of information retrieval," Ulicny said. "The difference is that in order to find and analyze blog entries, you need to more adequately model how the blogs work on a global scale." To some degree blog interpretation, he said, involves understanding a different form of communication.
Das automatische Tool zur Überwachung von Weblogs analysiert dazu sowohl den Inhalt eines Weblogs, als auch die Links und Trackbacks, sprich den Kontext eines Blogbeitrags, um den Stellenwert eines Weblogs im globalen Maßstab zu erkennen und die Informationsmuster, die für Geheimdienste und Militärs interessant sind. In Abgrenzung zu herkömmlichen Suchmaschinen sprechen Ulincy und seine Kollegen deshalb auch von "Informationsgewinnung", "Informationsradar" und der "Interpretation von Weblogs". Total Information Awareness ist nicht tot – es war der Anfang."Blog entries have a different structure," Ulicny said. "They are typically short and are about something external to the blog posting itself , such as a news event. It's not uncommon for a blogger to simply state, 'I can't believe this happened,' and then link to a news story." In this example, Ulicny said, there might not be much of interest in the blog posting, yet the fact that the blogger called attention to this story can be significant to understanding what matters. A good example, he said, is the recent furor in the Muslim world over the publication of cartoons of Mohammad in a Danish newspaper. The original publication wasn't much noticed in the West, but bloggers discussed this event that possibly contributed to riots worldwide. Siehe: AFOSR: OSR Launches New Studies in Information Forensics, Process Integration AFOSR: Blogs Study May Help Defense Planners Better Net Credible Information Versatile Information Systems: Clients and Affiliates Versatile Information Systems: Ontologies Versatile Information Systems / Northeastern University / Western New England College: An Application of Semantic Web Technologies to Situation Awareness MITRE The Edge: How the Global Information Grid Is Transforming Communications for the Warfighter
Weblogs auf dem Informationsradar Posted by Kai Raven
in Geheimdienste, Internet / TeKo, Owl, Rüstung, Weblog, Wissenschaft at
20:22
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