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Saturday, December 16. 2006
Eigentlich bin ich gut gemachte Flashanimationen zur Datenschutz- und Überwachungsproblematik nur aus dem angloamerikanischem Raum gewöhnt, aber das deutsche Flashmovie Die schöne neue Welt der Überwachung ist ein ausgezeichnetes Flashmovie, das jedem mit gutem Design, passendem Sound, komprimierten Inhalten und passenden Kommentaren aus dem Off die zur Alltäglichkeit werdende Überwachung im Alltag und ihre Konsequenzen vor Augen führt. Würde sich auch hervorragend als Material für Politik oder Soziologie im Schulunterricht eignen.
 Überwachung rund um die Uhr,
 aber Paul denkt noch,
 dass er nichts zu verbergen hat. Impressionen aus "Die schöne neue Welt der Überwachung".
Im "Film" begleitet man Paul, der wie viele denkt, man könne ihn umfassend überwachen, weil er nichts zu verbergen hat, vom Aufstehen bis zum Feierabend durch seinen Alltag der Überwachung, die sich an verschiedenen Orten und zu jeder Tageszeit zeigt. Hinweise, eingebaute Texte und kurze Animationen lassen den Besucher immer tiefer in das alltägliche Panoptikum eindringen und helfen ihm so dabei, Geist und Ohren für die Veränderungen zu öffnen, die sich gerade international in allen Gesellschaften vollziehen. Via: we blog - Die schöne neue Welt der Überwachung. Nachtrag: Es freut mich zu sehen, dass mittlerweile Dutzende von Weblogs ebenfalls auf die Flashanimation hinweisen. Vielleicht gelangt sie ja so an die Personen und Stellen, die sie nützlich einsetzen können. Eine kompakte stand-alone SWF-Datei wäre natürlich auch fein.
Sunday, December 10. 2006
Bei Google Video gibt es ein interessantes TV-Interview zur Vorratsdatensspeicherung und anderen Datenschutzthemen mit padeluun als Vertreter des AK Vorratsdatenspeicherung und des FoeBuD und dem Rechtsanwalt Meinhard Starostik, der die Sammelverfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vertreten wird, wenn die Bundesregierung die VDS zum Gesetz macht.
Erst kürzlich hatte sich öffentlich und offiziell die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Mitglied des Bundestaginnenausschusses Petra Pau in ihrer lesenswerten Rede Die Sicherheits-Architektur attackiert die Gesellschafts-Architektur anlässlich der Veranstaltungsreihe "Gesamtstaatliche Sicherheit" der Sammelverfassungsbeschwerde angeschlossen:
Ich habe vor Wochen die Bundesregierung gefragt, wie viele Datenbanken mit persönlichen und Umfeld-Daten über vermeintliche Kriminelle, Terroristen, Staatsfeinde, "Gefährder" usw. bereits existieren.
Die Bundesregierung hat detailliert, wenn auch unvollständig geantwortet. Demnach gibt es schon jetzt 160 Dateienbanken mit rund 60 Millionen Datensätzen. Das sind keine Peanuts, das ist bedrohlich.
Aber auch das gehört zur neuen Sicherheitsarchitektur. Die Substanz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung wird verklappt und unterlaufen. Es geht ans Eingemachte. Deshalb habe ich mich auch einer Sammerklage gegen die Daten-Vorratsspeicherung in Karlsruhe angeschlossen. Die Pressefreiheit und weitere Grundsätze sind gefährdet. Das will ich nicht.
Die Rede von Petra Pau ist auf der Seite zur Veranstaltungsreihe nicht verlinkt, wohl aber in gekürzter und zusammengefasster Form die Rede von Bundesinnenminister Schäuble, in der er das Internet zur "Fernuniversität und Trainingscamp" für Terroristen erklärte.
Ich hatte schon angefangen, für den TV-Beitrag mit Bittorrent herumzuwerkeln, aber da er jetzt bei Google Video zu sehen ist, umso besser. Auch gut, da ich im Schnelldurchgang gelernt habe, mit µTorrent selbst Dateien anzubieten. Ich hoffe, der sehr gute Windows-Bittorrentclient µTorrent wird durch die Übernahme durch BitTorrent ein plattformübergreifender, schlanker, einfach zu bedienender Bittorrent-Client ohne DRM-Beschränkungen. Aber das nur am Rande.
Noch drei Anmerkungen zum TV-Interview:
- Bei dem Interview handelt es sich um einen Beitrag der Reihe "Stadtgespräch Kontrovers" des Berliner Privatsenders TV.B.
Er zeigt, dass man auch im TV eine interessante Sendung zur Vorratsdatenspeicherung machen kann, die länger dauert als eine Notiz in der Tagesschau.
Er zeigt, dass man auch längere Gespräche mit Personen aus NGOs und Datenschutzinitiativen führen und zeigen kann und nicht nur die "talking Heads" aus Politik und Wirtschaft in den Quasselbuden von Christiansen, Beckstein, Strunz, Friedmann und Co.
Er zeigt kurzum mal wieder, dass das ÖRF-Staatsfernsehen bei dem Staat unangemehmen Themen (wie im TV-Interview der Moderator berichtet, fand sich weder Bundesjustizministerin Zypries noch ein untergeordneter Staatsdiener bereit, bei der Sendung mitzuwirken) bezüglich seines Informations- und Meinungsbildungsauftrages völlig versagt.
- Das Engagement von Petra Pau ist zu begrüssen.
Wo sind die anderen "Volksvertreter" und Politiker, die zur Sicherheits- und Innenpolitik und insbesondere zur VDS mit gerunzelter Stirn als "Bedenkenträger" durch die Flure des Bundestages und der Landtage schleichen oder sich mal hin und wieder mit dem kleinen, verbalen Zeigefinger in ausgewählten Presseerzeugnissen zu Wort melden? Aus Fraktionszwang und Karriereangst die innere Gleichschaltung vollzogen?
- Wie Mainhard Starostik und padeluun im TV-Interview berichten, gibt es zwar mittlerweile 6 - 7000 Eintragungen mit dem Meldeformular zur Sammelverfassungsbeschwerde des AK Vorratsdatenspeicherung, aber nur ca. 1000 Vollmachten, die an Mainhard Starostik gesendet wurden.
Die restlichen 5 - 6000 Eintrager sollten dann auch so konsequent sein, den letzten Schritt zu vollziehen und die schriftliche Vollmacht abzusenden. Alle Informationen und Erklärungen dazu liegen mittlerweile vor.
Via: Mailingliste AK Vorratsdatenspeicherung und netzpolitik - Vorratsdatenspeicherung im Fernsehen.
Saturday, November 11. 2006
Warum mich schon seit dem Spielen mit dem Stick die Sicherung der dort gespeicherten Daten umtreibt – nicht nur bei Verlust eines Sticks, sondern gerade auch beim Einstecken in fremde Windowsrechner – reißt die tagesschau in dem Beitrag Hacking-Tool kopiert Daten von USB-Sticks an, der auf einen Artikel der Zeitschrift PC Professionell zurückgeht, der sich wiederum der seit einiger Zeit bekannten USB-Tools von Hak5 annimmt. Die "USB Hacks" Tools beschäftigen sich mit dem Ausspionieren von Daten über USB-Sticks und dem Schutz vor derartigen Angriffen – also nicht nur so einseitig, wie es der tagesschau Artikel darstellt. Zu den Tools zählen das USB "Taschenmesser" und dessen Nachfolger, die USB "Säge", die u. a. auch das erwähnte "USB Dumper" Tool enthalten. Mit ihnen kann die Ausspionierung von Daten auf Windows NT Rechnern von USB-Sticks (wobei U3 USB-Sticks bevorzugt werden) aus und von Daten auf USB-Sticks vom Hostrechner aus, auf dem der USB Dumper installiert ist, demonstriert werden. In Vorbereitung ist aber auch das USB "Gegenmittel", das Abwehrtechniken gegen die obigen Angriffe realisieren soll. Mit ihrer "Arbeit" erstellt Hak5 nicht nur an sich interessante Tools, sondern leistet auch wichtige Informations- und Aufklärungsarbeit, was den Datenschutz und die Kryptografie im Umgang mit USB-Sticks angeht. Etwas, was Politiker wie Zypries nur ungenügend bedenken, wenn sie von der "Ächtung von Hackertools" daherfaseln. Die gutgemeinten Ratschläge im tagesschau Artikel sind nur begrenzt nützlich und umsetzbar:
Nutzer sollten ihre persönlichen Daten sicherheitshalber verschlüsseln und vorsichtig sein, falls die LED des Sticks in fremden Rechnern zu lange flackert.
Bei unsicheren Rechnern sollte man daher, sofern möglich, vor dem Einstecken den Schreibschutz des Sticks aktivieren und im Zweifelsfall den USB-Datenspeicher nach ungeschütztem Datenverkehr mit einem aktuellen Virenscanner untersuchen. USB-Sticks unbekannter Herkunft´sind mit größter Vorsicht zu behandeln.
Wie ich schon im oben erwähnten Beitrag schrieb, ist eine wirklich sichere und überall portable Umsetzung der Verschlüsselung gar nicht so einfach zu realisieren und sobald man mit einem USB-Stick das Haus verlässt, hat man es generell immer mit "unsicheren Rechnern" zu tun. Bei manchen Anwendern – man sollte es kaum glauben – ist es sogar der eigene Rechner. Die LED flackert ständig, wenn man mit mehren Programmen vom USB-Stick arbeitet und sie flackert, weil man mit ihnen und dem USB-Stick unterwegs arbeiten will oder muss und nicht nur Katzenbilder transportiert. Auch der Totschlaghinweis mit dem Virenscanner ist naiv, wenn man bedenkt, dass es mittlerweile genug Viren und Trojaner gibt, die sich gut vor Virenscannern tarnen können, wenn sie ihn nicht gleich deaktivieren oder blocken. Aber die meisten Benutzer von USB-Sticks werden eh keinen Gedanken an Datenschutz und -sicherheit auf ihrem Stick verschwenden. Warum auch, wenn man nichts zu verbergen hat :)
Wednesday, October 25. 2006
Wer gerade online ist: Vor ein paar Minuten hat das Chaosradio mit der Sendung zu den Big Brother Awards 2006 begonnen:
Die Big Brother Awards sind eine Negativ-Auszeichnung für Firmen, Politiker und Behörden, die sich ganz besonders um die Verletzung des Datenschutzes und der Privatsphäre verdient gemacht haben.
Am 20.10.2006 fand die Preisverleihung in Bielefeld statt. Wir stellen euch die diesjährigen Preisträger vor und schauen zurück, ob sich die Gewinner der letzten Jahre gebessert haben. Otto Schily, das WM-Organisationskomittee, Microsoft oder die Bundesagentur für Arbeit sind nur einige Beispiele für Preisträger der letzten Jahre.
Ansonsten gibt es ja wie gehabt ein wenig später die Aufzeichnung zum Download.
Thema sind nebenbei auch die Beobachtungen des CCC zu der Wahl in Cottbus mit Nedap Wahlcomputermaschinen, zu denen ich ja bereits hier meinen Maschinenstürmer-Boykott-Senf abgegeben habe und die Petition gegen Wahlcomputermaschinen. 00:56: Mmh, obgleich die Awards eher am Rande und zwischendurch gestreift wurden, waren diesmal gerade die Gespräche mit den Anrufern und die Anrufer selbst in dieser Sendung interessant.
Saturday, October 14. 2006
Über den del.icio.us Feed von OThah4sh gibt es aktuelle TV-Beiträge zu den Themen Überwachung und Kontrolle, die per Bittorrent-Download im MPEG-4 Format verfügbar sind. Ich fordere hiermit – wenn schon der ÖRF / die GEZ ab 2007 zusätzlich für " neuartige Rundfunkempfangsgeräte" abzockt und wir bereits mit unserer GEZ-Gebühr dafür bezahlt haben – dass ab 2007 alle TV- und Radio-Beiträge für die Kunden des ÖRF dauerhaft in einem digitalen Archiv zum Abruf (fragt mal beim Computerclub Paar nach, die haben das schon vor Jahren für den CC realisiert) vorgehalten werden, dass dabei offene, plattformunabhängige Video- und Audioformate verwendet werden und die Weiterverwendung für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch frei ist. Ich weiß, ein frommer Wunsch.
Wednesday, October 11. 2006
Weil gerade der dritte Teil der lesenswerten TrueCrypt (unter Windows) Anleitung bei F!XMBR erschienen ist, ein kurzer Hinweis auf die TrueCrypt Anleitungen, die ich auch in der GnuPG Anleitung als "Ergänzungen zu GnuPG" verlinkt habe:
Friday, October 6. 2006
Tuesday, September 26. 2006
Eigentlich dürfte es für jeden Netznießer, der auch nur ein wenig die Augen und Ohren für die ganze Kontroll-, Identifizierung- und Überwachungsmaschinerie aufsperrt, offensichtlich sein, warum der Anonymität und der Anonymisierung im Netz als wichtige Komponente des technischen Datenschutzes und technisches Mittel zur Bewahrung der Meinungs-, Informations- und "Entfaltungs-Verhaltens"-Freiheit ein hoher Stellenwert zukommt, der umso größer ist, je repressiver der Kontext ist und je invasiver die "Maschinerie" wird.
OK, bis auf die Instant-Speed Geilen, die militanten, aber eigentlich nur bequemen Nichtsverberger, die bürokratischen und ihre Prinzipien reitenden Realnamensverfechter in Deutschland oder die Kurzsichtigen und Geschichtslosen, die nur gelten lassen, was Rang und Namen hat, egal, ob der publizierte Inhalt für sich stichhaltig, vernünftig, belegt und relevant für kulturelle, politische oder gesellschaftliche Prozesse war und ist.
Besonders für diese Gruppen, aber auch für die Argumentsucher und Interessierten an dieser Stelle eine kleine Sammlung zu lesenswerten, deutschsprachigen Texten, die im Netz verfügbar sind und die bei Neufunden ergänzt wird:
Lesen bildet, befreit den Geist und erhöht reduziert die Distanz zum Tellerrand.
Monday, August 7. 2006
Wer es noch nicht wußte: Der Newsletter von European Digital Rights (EDRi) erscheint mit ein paar Tagen Verzögerung auch in deutscher Übersetzung bei unwatched.org ( Feed). Einige Themen des aktuellen EDRi Newsletters vom 2. August:
- Digital Rights Ireland fechtet Datenrückhaltung an
- EU könnte Fingerabdrücke selbst von Kindern unter 12 Jahren nehmen
- "Bits of Freedom" stellt Aktivitäten ein
- Abhörskandal bei Telecom Italia
- EU bemüht sich weiterhin, biometrische Daten für Ausweise einzuführen
- Das französische Urheberrechtsgesetz wurde durch den konstitutionellen Rat geändert
- Das Schengen Information System II wurde verzögert
Bei der Ausführlichkeit und dem Umfang der EDRi News hoffe ich mal, dass Andreas Krisch vom Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE!AT) ( Feed) nicht alleine die Übersetzungen anfertigen muss.
Monday, July 3. 2006
Lol, nette Variante auf PUG- Big Brother via Z A F, der mit Gehorchen Sie dem Schäferhund! den passenden Text zum Angebot von obeythepurebreed.com hat.
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