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Sunday, December 10. 2006
Bei Google Video gibt es ein interessantes TV-Interview zur Vorratsdatensspeicherung und anderen Datenschutzthemen mit padeluun als Vertreter des AK Vorratsdatenspeicherung und des FoeBuD und dem Rechtsanwalt Meinhard Starostik, der die Sammelverfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vertreten wird, wenn die Bundesregierung die VDS zum Gesetz macht.
Erst kürzlich hatte sich öffentlich und offiziell die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Mitglied des Bundestaginnenausschusses Petra Pau in ihrer lesenswerten Rede Die Sicherheits-Architektur attackiert die Gesellschafts-Architektur anlässlich der Veranstaltungsreihe "Gesamtstaatliche Sicherheit" der Sammelverfassungsbeschwerde angeschlossen:
Ich habe vor Wochen die Bundesregierung gefragt, wie viele Datenbanken mit persönlichen und Umfeld-Daten über vermeintliche Kriminelle, Terroristen, Staatsfeinde, "Gefährder" usw. bereits existieren.
Die Bundesregierung hat detailliert, wenn auch unvollständig geantwortet. Demnach gibt es schon jetzt 160 Dateienbanken mit rund 60 Millionen Datensätzen. Das sind keine Peanuts, das ist bedrohlich.
Aber auch das gehört zur neuen Sicherheitsarchitektur. Die Substanz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung wird verklappt und unterlaufen. Es geht ans Eingemachte. Deshalb habe ich mich auch einer Sammerklage gegen die Daten-Vorratsspeicherung in Karlsruhe angeschlossen. Die Pressefreiheit und weitere Grundsätze sind gefährdet. Das will ich nicht.
Die Rede von Petra Pau ist auf der Seite zur Veranstaltungsreihe nicht verlinkt, wohl aber in gekürzter und zusammengefasster Form die Rede von Bundesinnenminister Schäuble, in der er das Internet zur "Fernuniversität und Trainingscamp" für Terroristen erklärte.
Ich hatte schon angefangen, für den TV-Beitrag mit Bittorrent herumzuwerkeln, aber da er jetzt bei Google Video zu sehen ist, umso besser. Auch gut, da ich im Schnelldurchgang gelernt habe, mit µTorrent selbst Dateien anzubieten. Ich hoffe, der sehr gute Windows-Bittorrentclient µTorrent wird durch die Übernahme durch BitTorrent ein plattformübergreifender, schlanker, einfach zu bedienender Bittorrent-Client ohne DRM-Beschränkungen. Aber das nur am Rande.
Noch drei Anmerkungen zum TV-Interview:
- Bei dem Interview handelt es sich um einen Beitrag der Reihe "Stadtgespräch Kontrovers" des Berliner Privatsenders TV.B.
Er zeigt, dass man auch im TV eine interessante Sendung zur Vorratsdatenspeicherung machen kann, die länger dauert als eine Notiz in der Tagesschau.
Er zeigt, dass man auch längere Gespräche mit Personen aus NGOs und Datenschutzinitiativen führen und zeigen kann und nicht nur die "talking Heads" aus Politik und Wirtschaft in den Quasselbuden von Christiansen, Beckstein, Strunz, Friedmann und Co.
Er zeigt kurzum mal wieder, dass das ÖRF-Staatsfernsehen bei dem Staat unangemehmen Themen (wie im TV-Interview der Moderator berichtet, fand sich weder Bundesjustizministerin Zypries noch ein untergeordneter Staatsdiener bereit, bei der Sendung mitzuwirken) bezüglich seines Informations- und Meinungsbildungsauftrages völlig versagt.
- Das Engagement von Petra Pau ist zu begrüssen.
Wo sind die anderen "Volksvertreter" und Politiker, die zur Sicherheits- und Innenpolitik und insbesondere zur VDS mit gerunzelter Stirn als "Bedenkenträger" durch die Flure des Bundestages und der Landtage schleichen oder sich mal hin und wieder mit dem kleinen, verbalen Zeigefinger in ausgewählten Presseerzeugnissen zu Wort melden? Aus Fraktionszwang und Karriereangst die innere Gleichschaltung vollzogen?
- Wie Mainhard Starostik und padeluun im TV-Interview berichten, gibt es zwar mittlerweile 6 - 7000 Eintragungen mit dem Meldeformular zur Sammelverfassungsbeschwerde des AK Vorratsdatenspeicherung, aber nur ca. 1000 Vollmachten, die an Mainhard Starostik gesendet wurden.
Die restlichen 5 - 6000 Eintrager sollten dann auch so konsequent sein, den letzten Schritt zu vollziehen und die schriftliche Vollmacht abzusenden. Alle Informationen und Erklärungen dazu liegen mittlerweile vor.
Via: Mailingliste AK Vorratsdatenspeicherung und netzpolitik - Vorratsdatenspeicherung im Fernsehen.
Saturday, October 14. 2006
Über den del.icio.us Feed von OThah4sh gibt es aktuelle TV-Beiträge zu den Themen Überwachung und Kontrolle, die per Bittorrent-Download im MPEG-4 Format verfügbar sind. Ich fordere hiermit – wenn schon der ÖRF / die GEZ ab 2007 zusätzlich für " neuartige Rundfunkempfangsgeräte" abzockt und wir bereits mit unserer GEZ-Gebühr dafür bezahlt haben – dass ab 2007 alle TV- und Radio-Beiträge für die Kunden des ÖRF dauerhaft in einem digitalen Archiv zum Abruf (fragt mal beim Computerclub Paar nach, die haben das schon vor Jahren für den CC realisiert) vorgehalten werden, dass dabei offene, plattformunabhängige Video- und Audioformate verwendet werden und die Weiterverwendung für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch frei ist. Ich weiß, ein frommer Wunsch.
Thursday, August 3. 2006
RTL-Gruppe und vielleicht auch noch Pro7 & Co nur noch verschlüsselt?
Macht doch. Für mich eine Nachricht der Sack-Reis-Kategorie und von mir werden die Privatsender mit Sicherheit keinen einzigen Cent für ihr Dumm-TV sehen. Wenn den Couchpotatos, die sich sonst den ganzen Tag vor dem Schirm lümmeln, das auch keinen Cent wert ist und sie stattdessen gezwungen wären, sich mit sinnvolleren Dingen oder mit sich selbst zu beschäftigen, kann man nur sagen: Weiter so. Aber das sehe ich zu optimistisch :)
Was für ein scheinheiliger Dreck:
Von den Plänen sind schätzungsweise 11,5 Millionen Haushalte betroffen, so dass hier in großem Stil eine neue Fernsehgebühr für bisher frei zugängliche Fernsehkost verlangt wird. Bereits jetzt bezahlen die Zuschauer über sechs Milliarden Euro an Rundfunkgebühren. Die Privatsender finanzieren sich über die von ihnen ausgestrahlte Werbung, welche von den Zuschauern bereits jetzt durch die Preise der Waren finanziert und mitgetragen wird. Damit werden die Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt dreifach belastet. Dies ist nicht hinnehmbar.
Die Verträge liegen nun dem Bundeskartellamt zur Prüfung vor. Es ist richtig, wenn das Bundeskartellamt die Pläne des Satellitenbetreibers überprüft. Ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung ist nicht ausgeschlossen.
Die geplante private TV-Gebühr geht eindeutig zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir lehnen deshalb diese Pläne nachdrücklich ab. Free-TV muss Free-TV bleiben. Große TV-Sender müssen auch in Zukunft frei zu empfangen bleiben.
Einfache Lösung: Reduziert doch die GEZ und erhöht die schon jetzt nervtötende Werbung im ÖRF, schmeißt ein paar überbezahlte Manager und Fernsehmacher raus, um den "Verbraucher" zu schonen. Macht auch nichts mehr aus. Oder noch besser: Verschlüsselt den ÖRF Mist gleich hinterher und lasst die Leute per Pay-per-View bezahlen.
Saturday, July 22. 2006
Ist Euch auch schon aufgefallen, dass der Krieg im Libanon, den einige Leutchen in den Sendern immer noch mit Begriffen wie "Konflikt" und "Krise" relativieren, im Gegendsatz zum Irak-Krieg visuell und inhaltlich fast überhaupt nicht im TV stattfindet bis auf die obligatorischen kurzminütigen Meldungen in den Nachrichtensendungen, die damit den gleichen Stellenwert erhalten wie das Bier, dass sich zur Zeit viele in den Biergärten gönnen. Gestern oder vorgestern kam in der ARD ein etwas längerer Bericht, der irgendwie "Der nahe Osten brennt?" (auch noch mit Fragezeichen) hieß - zur späten Abendstunde, während man nach der Tagesschau einen Brennpunkt für die bescheuerte Hitze übrig hatte.
Nicht zu fassen – da sind Hundertausende auf der Flucht, wenn sie noch flüchten können, da werden zwei Brüder auf der israelischen Seite nach einer Hisbollahraketenangriff zu Grabe getragen und hocken Leute seit Tagen und bald Wochen in Bunkern, während in Beirut ganze Stadtteile wie damals in Baghdad ausradiert werden und da meldet sich auch der Chef der arabischen Liga zu Wort, den man aber nur auf CNN zu hören bekommt, mehr visuelle Eindrücke gibt es ebenfalls nur in den arabischen Sendern. Irgendwelche größeren Berichte oder Analysen über das US-Veto und das einwöchige Wegsehen der USA oder über die Radikalisierung und den Zulauf, den alle islamistisch(-terroristischen ) Organisationen und Parteien erfahren werden oder über die Potentiale für einen Krieg, der den gesamten Nahen Osten erfassen könnte usw. usw. usw.? Im deutschen Massenmedium Nr. 1 herrscht ein erstarrtes Schweigen, eine unheimliche Stille, die auch Sender wie Phoenix erfasst, der eine Natur- und Reisedokuwiederholung nach der anderen dudelt und Arte wie 3sat machen kräftig auf Kultur wie bisher.
Tuesday, June 13. 2006
Wird mir vermutlich zwar nichts Neues bringen, will ich aber trotzdem bald im Fernsehen gezeigt sehen – den gerade produzierten Dokumentarfilm "Alltag Überwachung - zwischen Terror, Sicherheit und digitaler Kontrolle" (Trailer und Infos dortselbst). Vielleicht diesmal auf einem prominenten Sendeplatz um 20:15 Uhr im ÖRF statt Doof-TV.
Wednesday, May 24. 2006
Das ist seit heute mein neues Spielzeug – AverTV DVBT-T USB 2.0 von Avermedia – obwohl mein TV-Konsum mit den Jahren immer mehr abgenommen hat. Aber gut, als "PC-Potato" braucht man so was :)
Nach stundenlangem Aktualisieren, Neustartwahnsinn, Treiberupdates bis zum Abwinken und Recherchieren im Web lief das Ding endlich unter Windows XP. Eigentlich hatte ich mir das Ding geholt, weil es laut Infos im Web auch gut unter Linux laufen soll und ich zuerst über eine Linuxanleitung bei gulli gestolpert war. Außerdem gefiel mir die robuste, klobige Bauweise. Ganz so robust klappt das aber unter Windows XP immer noch nicht. Als Admin funktioniert merkwürdigerweise die Fernbedienung nicht, als User crasht die Avermedia TV-Applikation mit einen Fehler bezüglich ntdll.dll, aber die Fernbedienung geht. Läuft nur, wenn ich dieses QuickTV Startprogramm als Admin laufen lasse. Scheiß Windows. Der Empfang ist sehr gut, wenn ich die passive Antenne mit Magnetstandfuß an meine Magnetpinnwand klatsche, die Bildqualität super. So weit, so gut, so schlecht.
Thursday, May 18. 2006
Wenn ich so etwas lese, könnte ich schon wieder wie ein HB-Männchen in die Luft gehen. Ab 2007 wird schon zusätzlich für den sogenannten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abkassiert, jetzt will ARD und ZDF auch noch mehr Geld für ihre Internetaktivitäten ausgeben dürfen, was über kurz oder lang natürlich auch wieder zu einer Erhöhung der GEZ Maut führt. Wie wäre es, wenn der ÖRF stattdessen z. B. die Gelder für ihre unseeligen Telenovelas oder anderen vom Privatfernsehen übernommenen TV-Schwachsinn streicht und die dann für ihre Internetangebote ausgeben würde. Naja, in Sachen Meinungsbildung, poltisch-gesellschaftliche Aufklärung und Information hat der ÖRF eher mehr als weniger bei mir schon längst verschissen. So, Ausbruch Ende.
Wednesday, September 7. 2005
Aus einer Spam-Mail:
Hilfe!
Andreas darf nicht den den Knast. Es sieht alles recht positiv aus f.
unseren Andreas aber bitte bitte schickt ein kurzes Schreiben an das
Landgericht:
(...)
mit dem Text:
Liebe Richterin, lieber Richter,
bitte vertrauen Sie den Worten der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung,
der Gutachter und verurteilen Sie nicht unseren lieben Andreas!
Andreas ist unschuldig! Andreas hat niemanden vergewaltigt!
Solche Aktionen helfen Unrecht zu verhindert, denn Andreas soll nicht in
das Gefaengnis!
Wenn Ihr auch helfen wollt, dass Andreas nicht verurteilt wird, dann schickt die Mail bitte an alle Freunde und Bekannte weiter!
Andreas hat seinen tollen Job verloren, seine Zukunft ist auch so vielleicht ruiniert. Er soll nicht noch unschuldig verurteilt werden. Helft durch viele Briefe die Ihr absendet und durch das weiterleiten des Hilferufs! Zusammenhalten heisst die Parole!
Danke!
Die Fans
Gut das tumbe Fans keine Gewalt in diesem Staat darstellen.
Wednesday, September 7. 2005
Würde man bitte erwägen, bei Talkshows und besonders politischen Diskussionsrunden dem Publikum die Hände abzuhacken, unter dem Stuhl festzunageln oder für die Dauer der Sendung lokal zu anästhesieren?
Thursday, July 28. 2005
Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sich mal den Dokumentarfilm "neueWUT" des Filmemachers Martin Keßler anschauen. Der Film, den Keßler mit einer Mini-DV-Kamera im Herbst 2003 begonnen hatte, dokumentiert die Demonstrationen, Aktionen und Motive von Studenten, streikenden Arbeitern, Gewerkschaftern, Antiglobalisierungsgegnern und Hartz-IV Empfängern, aber auch Protagonisten wie (Noch-)Bundeswirtschaftminister Clement, DGB Chef Sommer und Vertreter der etablierten Medien spielen in Originalton und -bild eine Rolle. Die Website zum Film bietet Hintergrundinformationen zur Entstehung und Inhalt des Films, Quicktime-Ausschnitte und Informationen zu Vorführorten und -terminen. Als Ergänzung bietet sich das Interview " Da kocht eine alte Wut wieder hoch" mit Martin Keßler an, das die Taz im Januar mit ihm führte.
Martin Keßler, der bereits seit Mitte der 90er Jahre Dokumentarfilme zu Sozial- und Wirtschaftsthemen für den WDR, das ZDF und Arte gedreht hat, wird an manchen Stellen als "der Michael Moore der deutschen Sozialbewegung" bezeichnet. Ich weiß nicht, ob ihm diese pauschale Gleichsetzung gefällt, aber ein Grund dürfte darin liegen, dass er mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie Moore mit seinem Film "Fahrenheit 9/11", dessen Verbreitung Disney versuchte zu verhindern. Denn für "neueWUT" fand sich kein einziger öffentlich-rechtlicher Sender, der bereit war, "neueWUT" zu senden. Die stehen ja mehr auf das Politkasperletheater bei Christansen, (imo weniger schlimm) Illgner & Co. Auch deshalb dieser Hinweis.
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