Die alte Regel "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist" gilt nicht mehr, denn einige Mitglieder des Blogosphärenrudels bekommen dieser Tage
ein Stöckchen zum Weitertragen. So folge auch ich dem
Ruf meiner Führerin in dieser Angelegenheit, die mir das Ding hinwarf und bekaue es ein wenig:
Warum bloggst Du?
Zur Beantwortung klaue ich von mir selbst etwas von der HP-Seite
Das Netz. Könnte man auch wieder hier und da etwas anders sehen, aber ich lass es mal so stehen:
Während meiner "Arbeit" an der Homepagesite habe ich parallel das Entstehen der Weblogs verfolgt und deren Merkmale und Vorteile immer wieder mit den Möglichkeiten und Merkmalen der Homepage verglichen. Irgendwann war ich überzeugt, dass es für mich sinnvoller und für den Leser nützlicher ist, Inhalte in Form eines Weblogs zu veröffentlichen – wobei es da immer wieder Rückverweise zu Inhalten gibt, die ich über die Homepage anbiete. Besonders gereizt hat mich der letzte Punkt zur ersten Frage, die gegenseitige Verknüpfung und der Austausch. Bei der Homepage erschöpfte sich die Verknüpfung in gegenseitiger Linksetzung, der Austausch in Kommentaren per E-Mail. Statt spontan und in relativ kurzer Zeit erwas zu schreiben und zu veröffentlichen, wurde zu Inhalten für die Homepage öfters erst tagelang recherchiert, formuliert, die dann noch in HTML umgesetzt werden mussten – wobei das ja auch schneller geht, wenn man WYSIWYG Editoren benutzt.
Bei dem, was mich motiviert, weiterzumachen, steht wohl an erster Stelle die Freude am Schreiben an sich. Außerdem gibt es einfach zu viele Ereignisse, Daten und Erlebtes, über das es sich lohnt zu schreiben, weil man der Auffassung ist, dass es auch andere interessiert, für andere nützlich ist oder von dem andere Menschen erfahren sollten. Ein Motiv besteht auch darin, einen eigenen virtuellen "Zettelkasten" als persönliches Archiv zu haben. Auch zu sehen, dass veröffentliche Beiträge von anderen Autoren aufgegriffen oder von Lesern kommentiert werden, trägt zur Motivation bei, ist für mich aber keine Bedingung für das Schreiben, egal ob in einer Mailingliste, auf der Homepageseite oder halt im Weblog.
Seit wann bloggst Du?
Seit Juli 2003.
Selbstportrait?
Warum lesen deine Leser Deinen Blog?
Ich denke, weil es hier meistens um Datenschutz, Informationsfreiheit, Anonymisierung, Kryptografie, Zensur, Menschen- und Bürgerrechte, Geheimdienste, Überwachung und Kontrolle geht.
Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
Weiß ich nicht und will ich auch gar nicht wissen. Diese dauernden Aufzählungen in der Blogosphäre, über welche schwachsinnigen Suchphrasen und -wörter Leute auf einem Blog aufschlagen, finde ich sehr langweilig.
Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Alle und Keiner? Misst man ja wohl über Anzahl der Trackbacks und Kommentare. Wenn ich mir da manch eigenen Beitrag und fremde Beiträge in anderen Weblogs anschaue, gibt es eher Beiträge, die zu Unrecht viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Umgekehrt beweisen fehlende Kommentare und Trackbacks nicht, dass eine Beitrag keine Aufmerksamkeit erregt hätte - die ist vielleicht beim Leser mehr ins Innere gewandert.
Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Ich habe keine Lieblingsweblogs. Bei allen Weblogs (inklusive myself) schwankt Qualität, Output und Interesse am Inhalt kontinuierlich. Wie soll man da ein Lieblingsweblog haben.
An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?