Auf dem Gebiet der automatisierten Überwachung und Kriegsführung aus der Luft mittels unbemannter Flugvehikel gibt es weitere Fortschritte.
Wie das britische Verteidigungsministerium vorgestern
mitteilte, hätten das Ministerium und die britische Luftwaffe einen wichtigen Schritt zur Entwicklung des ersten unbemannten Kampflugzeuges unternommen, das an vorderster Front eingesetzt und damit langfristig die noch bemannten Kampfjets der Royal Air Force ablösen bzw. ergänzen soll.
Der erste wichtige Schritt ist der Beginn des vierjährigen Taranis Technik-Entwicklungsprogramms, benannt nach dem keltischen Gott des Donners
Taranis. Während der vier Jahre sollen die neuesten Techniken für UAVs zu einem Demonstrationsvehikel zusammengefügt werden, das die Grundlage für ein größeres UAV mit großer Reichweite,
Stealth Eigenschaften und Angriffskapazitäten bildet.
Bereits das Taranis Test-UAV soll schnell und mit Stealth Eigenschaften versehen sein, den Abschuss verschiedener Munitionsarten auf unterschiedliche Ziele ermöglichen und sich gegen andere unbemannte und bemannte Flugzeuge selbstständig verteidigen können.
Wie es in der Mitteilung heißt, repräsentiere das Taranis Projekt die wichtigste Phase in Großbritanniens Forschung zur Entwicklung eines eigenen strategischen UAV. Der Minister für Auftragsvergaben im Verteidigungssektor, Lord Drayson dazu:
Das ist etwas, was im letzten James Bond Film nicht fehl am Platze wäre – ein pilotenloses Kampfflugzeug für die britische Armee, das fähig sein wird, Waffen zum Schlachtfeld auf einem anderen Kontinent zu tragen, beinahe ohne Input von Flugoperatoren zu benötigen.
Taranis hat das Potential, die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir militärische Operationen durchführen. Es ist jedes Stück genauso bedeutend wie die Senkrechtstartertechnik, die wir beim Harrier sehen oder die Einführung der Angriffshelikopter.
Der Rüstungsfirma
BAE Systems wurde für Taranis der Hauptvertrag über 124 Millionen £ zuerkannt. Auf dem Testgelände von BAE Systems in Australien wird das Taranis UAV seine ersten Testflüge und Probeangriffe durchführen.
Aus dem Artikel
Pilotless drones to replace RAF Tornado bomber fleet der Times geht hervor, dass unter der Leitung von BAE Systems außerdem
Rolls-Royce, die Geheimdienst- und Rüstungsschmiede
QinetiQ und
Smiths Aerospace an dem Taranis Projekt beteiligt sind. Taranis soll acht Tonnen wiegen und wie ein miniaturisierter B-2 Stealthbomber aussehen. Das kann man bestätigen:
Lord Drayson mit einem Taranis Modell und Taranis im Werbefilm.
Foto und Film: Britisches Verteidigungsministerium / Ian Nelson.
Ziel des Projekts sei auch die Fragestellung des Mixes zwischen Kampf-UAVs und bemannten Bombern, obgleich der Minister und Militärs die Zukunft in einer Luftflotte sehen, die ausschließlich aus den unbemannten Kampfdrohen besteht.
Die passende Software für das Zusammenspiel zwischen UAVs und bemannten Kampfjets für die Übergangsphase bis zur vollständigen Roboterflotte hat Großbritannien laut der Meldung
Britain Creates Robotic Wingmen schon fertig in der Schublade. Über die KI- und Flugkontrollprogramme könnten die UAVs autonom und zugleich kooperativ ("
UAV Schwärme") operieren und durch den Piloten eines mitfliegenden Kampfjets kontrolliert und gesteuert werden.
Das erste Langstrecken Kampf-UAV im Einsatz sei aber laut der Times noch 14 Jahre entfernt und die
Eurofighter bis 2040 und der gemeinsam mit den USA in der Entwicklung befindliche
"Joint Strike Fighter" bis 2047 im Einsatz.
Der Times zufolge hob Lord Drayson auch hervor, dass sich Großbritannien dazu entschlossen habe, den neuen Flugzeugtyp alleine zu entwickeln, ohne Beteiligung in irgendeinem Gemeinschaftsprogramm, weder mit den USA noch mit europäischen Partnern.
Damit folgt Großbritannien dem Beispiel der USA, die ebenfalls seit einiger Zeit an Langstrecken UAVs arbeiten, um in kürzerster Zeit an jedem Punkt der Welt mit Roboterdrohnen zuschlagen zu können und schwingt sich nicht nur zum Vorreiter umfassender Überwachungstechniken auf, sondern auch zum Pionier der zukünftigen Roboterkriege.
Auch Athena, der Hersteller der Flugkontrollsoftware für das GoldenEye-80 UAV von Aurora, dessen Vorgänger ich bereits in
UFOs? UAVs und Kill-Chains vorstellte, kann in seinem Sinne Positives
berichten.

GoldenEye OAV-UAV
Foto: Athena.
Das GoldenEye-80 UAV habe mit der GuideStar Flugkontroll- und Navigationssoftware von Athena einen erfolgreichen Flug hingelegt. Einen Monat zuvor
meldete Aurora den erfolgreichen Erstflug der dritten Generation seines GoldenEye UAV, das für das
Organic Air Vehicle Programm der DARPA entwickelt wird, das mittlerweile die zweite Phase erreicht hat.
Am Ende des OAV Programms steht ein UAV, dass senkrecht starten / landen und multimodal zur Videoüberwachung, Zielerfassung und -erkennung oder zum Zerstören bzw. Töten identifizierter Zielobjekte und -personen verwendet werden kann. Das liest sich bei Aurora dann so:
"GoldenEye 80 is designed to give company commanders the ability to spot, identify, designate, and destroy targets" said Aurora CEO John Langford. "With its powerful sensors and quiet operation, the aircraft can dash to a target area, hover motionless in the sky, and observe and designate a target – all without being heard by people on the ground."
GoldenEye 80 is the third generation ducted fan aircraft developed by Aurora. The first, GoldenEye 100, was a proof of concept aircraft first flown in 2003 under the "Clandestine UAV" project. This success led a smaller aircraft, the GoldenEye 50, which in 2005 successfully demonstrated the ability to transition to and from horizontal flight using wings that "float" rather than being rigidly attached to the plane's body. GoldenEye 80 combines the stealth features and the performance features of the earlier programs with a heavy fuel engine and an advanced sensor payload to create a system with true combat effectiveness.
Das OAV-UAV soll also nahezu geräuschlos operieren, so dass es von Personen erst gehört wird, wenn es buchstäblich zu spät ist.
Decken die größeren strategischen Kampf-UAVs lange Distanzen und größere Kampfgebiete ab, dienen die mit Sensoren aller Art vollgepackten OAVs dem
Kampf gegen feindliche Truppen, Aufständige oder echte und vermeintliche Terroristen in Innenstädten mit ihren Häuserschluchten, -blocks und Straßenzügen. Und GoldenEye wird mit von der Partie sein.
Science-Fiction? Leider Nein – Pech gehabt.
der Überwachung, der Aufklärung und vor allem des sowohl militärischen als auch de facto terroristischen ...
Tracked: Dec 11, 15:03
Auch in Großbritannien werden dem Staat die Anfragen zur Veröffentlichung von Dokumenten nach dem britischen Informationsfreiheitsgesetz zu viel, die Parlamentarier, Journalisten und auch NGOs wie Statewatch, Privacy International, EDRi oder Weblogs wie d
Tracked: Dec 15, 11:28
Ui, die F.A.Z hat in Roboter sollen vor Terror schützen jetzt auch das Forschungsprogramm zur Inneren Sicherheit (sprich Überwachung- und Kontrollforschung) der Bundesregierung im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der EU entdeckt. Inhalt des Entwu
Tracked: Dec 17, 23:19