ZDNet berichtet in
FBI taps cell phone mic as eavesdropping tool über den seit 2003/2004 durchgeführten Lauschangriff des FBI gegen John Ardito, einem hochrangigen Mitglied einer Mafiafamilie in New York und dessen Anwalt Peter Peluso, basierend auf einer
Aktenotiz von Lewis A. Kaplan, einem Richter des New Yorker Bezirksgerichts. Wie aus den Anmerkungen des Richters hervorgeht, hatte das FBI in den Mobiltelefonen von Ardito und Peluso eine "wandernde Wanze" installiert, weil sich die Mafiagang von Ardito zur Koordinierung ihrer Aktivitäten ständig in verschiedenen Restaurants traf und einige "richtige" Wanzen des FBI zur
Raumüberwachung in einigen Restaurants aufspüren konnte.
Der Richter beschreibt die Wanderwanzen so:
Die Regierung beantragte gemäß
§ 2518 des
U. S. Code, der Vorschriften für das Abhören leitungsgebundener, münlicher und elektronischer Kommunikation festlegt, den Einsatz von "roving bugs", d. h. das Abhören von Arditos Gesprächen an Örtlichkeiten, die [vorher] praktisch nicht zu bestimmen waren. Richterin Jones bewilligte den Antrag zur Genehmigung des kontinuierlichen Abhörens in den vier Restaurants und zur Installation eines Abhörgeräts in Arditos Mobiltelefon. Das Abhörgerät funktioniert unabhängig davon, ob das Mobiltlefon an- oder ausgeschaltet ist, um Gespräche innerhalb der Umgebung des Mobiltelefons abzuhören, wo immer sie gerade stattfinden.
Da einige Mobiltelefone ohne Entnahme der Akkus weiter im Stand-by Betrieb bleiben und moderne Mobiltelefone in ihren Funktionen durch den Download von Software modifiziert werden können, es Warnungen seitens des US-Wirtschaftsministeriums gibt, dass "ein Mobiltelefon in ein Mikrofon und Überträger umgewandelt werden kann, um Gesprächen in der näheren Umgebung des Telefons zu belauschen", eine physische Wanze im Mobiltelefon selbst häufiger gewechselt und nicht die nötige Energieversorgung für jahrelange Abhöraktionen mitbringe – ganz zu schweigen von der Vorsicht in Kreisen der Organisierten Kriminalität, weitere Gerichtsdokumente davon sprechen, die "roving bugs" würden überall in den USA funktionieren, so dass kein lokales Abhörteam anwesend sein muss und einige Zeitungsberichte der Vergangenheit ebenfalls von der ferngesteuerten Aktivierung der Handymikrofone durch Sicherheitsbehörden berichteten, kommt der Autor des Artikels zu dem Schluß, dass vom FBI für langwierige Abhörmaßnahmen "Softwarewanzen" auf den modernen Mobiltelefonen der Zielpersonen installiert werden, um zur Belauschung der Gespräche im Umfeld des Handys das Mikrofon zu aktivieren, was ohne Mitwirkung der Handyhersteller und Mobiltelefoniebetreiber nicht zu realisieren ist.
Die verweigerten bisher jeden Kommentar oder zogen sich auf die bereits während der Audeckung ihrer Kooperation bei den
geheimen NSA Abhörprogrammen geäußerte Erklärung zurück, dass "man eng mit den Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden zusammenarbeite und die Strafverfolgunsgbehörden in jeder Weise unterstütze, wenn diese eine rechtlich legale Ermächtigung vorweisen würden".
Ich werde jedenfalls mein altes und unmodernes Sony-Handy behalten und kann nur jedem raten, Akkus zu entfernen oder das Handy immer dann wegzulassen, wenn es drauf ankommt.
Siehe auch: Lauren Weinstein's Blog -
How To Tell If Your Cell Phone Is Bugged.
The odds of most people being targeted for bugging are quite small. But it's always better to know the technical realities. Don't be paranoid, but be careful.
Wie immer ein sinnvoller Rat.