Jörg, der Autor des Weblogs
Der Haken, war meines Wissens der einzige Blogger vor Ort in Mainz, um an der
Pressevorstellung des BKA Projekts Foto-Fahndung teilzunehmen. Dabei hat er die
Anforderungen des Inhalts der Ankündigung 1:1 übernommen.
Herausgekommen ist der informative und "amüsante" Beitrag
Spot the Looney, in dem er auch seine Erlebnisse mit Presseausweisen und BKA "Türstehern" schildert, die dazu führten, dass man ihn bis auf das Aushändigen einer Pressemappe abwies und darauf achtete, dass das Informationsmonopol der herkömmlichen Presse auch hübsch gewahrt blieb.
Kann mir mal jemand erklären, warum ein interessierter Bürger als Blogger nicht an so einer Showveranstaltung teilnehmen sollte, wie sie vom BKA in Mainz veranstaltet wurde? Es ist von den Grundrechten der Informations- und Meinungsfreiheit aus betrachtet nicht einzusehen, dass Informationen nur über die Filter und Kanäle der Presse und der Medien das Ohr der Bürger erreichen darf.
In
Bloggerausweis habe ich mich zu diesem Thema schon ausgelassen. Es ist endlich an der Zeit, dass man Bloggern nach bestimmten Kriterien einen ähnlichen Status einräumt wie Presse- und Medienvertretern, wenn das Gefasel von "Citizen Journalismus" nicht nur eine bloße Worthülse und ein Mittel bleiben soll, um Blogger (kostengünstig) für eigene Presseerzeugnisse einzuspannen.
Und man komme mir nicht mit Qualität der Presseerzeugnisse, Objektivität und journalistischer Sorgfalt. Das
kann auch ein Blogger, wenn er es beabsichtigt (oder sich aneignen will). Wenn es gute Gründe gibt, die Presse und ihre Vertreter besonders zu schützen, dann kann man wenigstens den Bloggern abgestufte Presserechte einräumen oder Presseausweise ausstellen, die nur zu bestimmten Veranstaltungen (wie Presseveranstaltungen) berechtigen. Auch das Argument, dann würde jedesmal eine Horde von Bloggern die Räume belagern, zieht nicht, denn nur ein Bruchteil der Blogger hätte überhaupt die Absicht, mit solchen Berechtigungen zu arbeiten und da die meisten Weblogs privat und neben einem eigentlichen Beruf betrieben werden, auch gar nicht die Zeit, bei jedem "Presseevent" aufzutauchen.
Will sich ein Blogger als "Citizen Journalist" verstehen, in dieser Form publizieren und dabei aber auch seine eigenen Standpunkte oder Meinungen einfließen lassen statt objektive Standardmeldungen zu verfassen, wäre auch eine besondere Kennzeichnungspflicht denkbar a la "Dieser Artikel beruht auf der Teilnhame als "akkreditierter Presseblogger", enthält aber subjektive Meinungen des Verfassers".
Diese Ziele – wenn an ihnen in der deutschen Blogosphäre überhaupt ein Interesse besteht – sind aber nur über Institutionalisierung und Organsisierung z. B. in Form eines "
Blogger-Verbandes" zu erreichen, denn nur dann wird man als Macht wahrgenommen.