In den USA gibt es schon lange Vertretungen für
Whistleblower wie zum Beispiel die
National Security Whistleblowers Coalition, das
National Whistleblower Center oder das
Government Accountability Project und man macht sich auch Gedanken über einen besonderen Rechtsschutz für Whistleblower. Jetzt gibt es laut des Telepolis Artikels
Zivilcourage fördern auch in Deutschland den
Whistleblower-Netzwerk Verein, der sich der Belange und der Beratung von Whistleblowern annehmen will, was sehr zu begrüßen ist und sich mit der Hoffnung verbindet, dass es sich bei dem gegründeten Verein nicht um eine "Eintagsfliege" handelt.
Whistleblower (engl. „Skandalaufdecker“, wörtlich „Pfeifenbläser“) bezeichnet einen speziellen Informanten, der Missstände, illegales Handeln (z. B. Korruption, Insiderhandel) oder allgemeine Gefahren (z. B. Verstrahlung) an die Öffentlichkeit bringt. Im Sprachgebrauch der Naturwissenschaften ist ein Whistleblower derjenige, der einen Fall von wissenschaftlichem Fehlverhalten publik macht.
Wikipedia: Whistleblower
Für Unternehmen, Organisationen und staatliche Institutionen, deren Mitglieder sich gezwungen fühlen, Interna zu Missständen oder illegalen Vorkommnissen nach außen zu tragen und dies meistens mit der Angst unternehmen, den Job zu verlieren oder andere negative Sanktionen in Kauf nehmen zu müssen, sind Whistleblower Querulanten, Störenfriede und Verräter, die es zu verfolgen gilt. Ihre Verfolgung fällt umso leichter, je geringer das Medienecho und der Rückhalt durch andere Whistleblower oder Hilfsorganisationen ist.
Für die Öffentlichkeit sind sie oft die einzigen Quellen, aus denen sich Informationen speisen, die sonst nie in den Medien oder auch im Internet auftauchen würden. Deshalb erfüllen sie – wenn der Grund der Offenbarung berechtigt ist und sie im öffentlichen Interesse ist – eine wichtige Funktion als zusätzliches Korrektiv.
Die Legitimität der Offenbarung einzuschätzen und die persönlichen Risiken gegen die potentiellen Sanktionen abzuwägen fällt dabei nicht leicht, zumal kein besonderer Rechtsschutz für begründetes Whistleblowing existiert. Deshalb ist eine entsprechende Anlaufstelle und Plattform, wie sie das Whistleblower-Netzwerk darstellen könnte, für Whistleblower umso wichtiger.
Whistleblowing ist daneben ein weiterer Anwendungsbereich für
Anonymität und Anonymisierung (
Anonymität für Hilfe und Beratung wurde bereits angesprochen), die dem Whistleblower als Schutzmechanismus dienen können.
Allerdings ergibt sich besonders für Whistleblower bei der Nutzung anonymer Kanäle und Mittel das Problem der Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit der weitergegebenen Informationen, da anonymen Quellen und Informationen ohne weitere bzw. zusätzliche Daten zur Verifizierung ein geringerer Vertrauenstatus zukommt. Hinzu kommt, dass es sich oft um eine einmalige Angelegenheit handelt, wenn jemand zum Whistleblower wird, während sich jemand mit anonymer Dauerpräsenz einen hohen Vetrauensstatus "erarbeiten" kann.