Die SecuriMetrics Abteilung des Unternehmens Viisage hat vom US-Verteidigungsministerium einen
Liefervertrag über 10 Millionen US$ für ihren portablen "Biometriescanner" HIIDE erhalten, der als erstes Gerät seiner Art das
Unternehmensziel von Viisage umsetzt, nicht nur Lösungen zur Erkennung und Identifizierung anzubieten, die jedes biometrische Merkmal verwenden, sondern die Anwendungen in einem Gerät vereinen.
Neben Soldaten, die damit Kriegsgefangene und Personen erfassen, die militärische Bereiche betreten wollen oder bei Aufklärungsmissionen "erkennungsdienstlich" zu behandeln sind, soll das Gerät auch von Grenzbeamten und -patrouillen bei der Grenzkontrolle, in Internierungslagern, zur Überprüfung Verdächtiger gegen Watchlists durch Polizei- und Geheimdienstbeamte und auch zur "Election Control", also für elektronische Wahlverfahren, verwendet werden.

Vorderseite mit Scannern und Optik

Rückseite mit Irisscan

Rückseite mit der Biografie der gesannten Person
Fotos:
SecuriMetrics Laut der
Produktbeschreibung kann das "Hand-held Interagency Identity Detection Equipment" (HIIDE) bis zu 10000 biometrisch-biografische Datensätze anlegen und speichern, wobei jeder Datensatz 2 Irisscans, 10 Fingerabdruckscans und ein Gesichtsscan enthalten kann. Auch die Identifizierung nach dem Scanprozess soll stand-alone, also ohne direkte Anbindung an eine biometrische Datenbank möglich sein, d. h. auch die Datenbank wird mobil mit dem Gerät genutzt. Diesem Zweck dienen wohl die Erweiterungen, die auf dieser Abbildung zu sehen sind:
Über einen USB Port können Pass- und Smartcardreader angeschlossen werden oder eine Tastatur / Maus, die man ja benötigt, wenn man die Daten der Datenbank mobil bearbeiten will.
Mit derartigen Geräten ist es also Sicherheitsbeamten und Militärkräften in Zukunft möglich, jederzeit und überall mehr biometrische Daten von Personen zu erfassen, als zur Zeit die neuen Pass- und Personalausweisgesetze verlangen und umfassende, biometrisch-biografische Profile im Vorfeld anzulegen, die anschließend mit den zentralen Datenbanken der Rechenzentren synchronisiert werden.
Damit geht HIIDE auch weit über ähnliche Anwendungen wie
Fast Identification oder
Mobile Identifier hinaus.
"We believe that the ability to offer this capability, including iris, will be the turning point for the industry and its adoption of this technology. The devices will be used to aid the nation in its effort to secure our troops, our borders and our civilians."
Robert LaPenta, Viisage Vorstandsvorsitzender
Ist die Erfassung und Nutzung biometrischer Merkmale in ID-Dokumenten z. B. bei Grenzkontrollen vielleicht noch ausreichend datenschutzrechtlich geschützt und rechtlich legitimiert, ist fraglich, wie es damit beim Einsatz mobiler Scanner und den damit verbundenen Datenbanken ausschaut. Genauso sieht es mit der Speicherung und dem Verbleib der Daten aus, da derartige Geräte aufgrund ihres mobilen Charakters von jeden Kontrollfunktionen eines stationären und in sich geschlossenen Systems entkoppelt sind.
Aber in einer noch etwas fernen Zukunft werden vielleicht wir selbst diese Daten und noch mehr liefern, worauf Daten-Speicherung in
Die Zukunft der Privatsphäre hinweist.
Im Zusammenhang mit dem genannten Beitrag sei auch auf den LiveScience Artikel
In 2021, You'll Enjoy Total Recall verlinkt, der sich noch einmal mit dem
Microsoft MyLifeBits Projekt und der dafür entwickelten
SenseCam beschäftigt, die man wie das eingestellte
LifeLog Projekt der DARPA als Vorläufer des angesprochenen "Lebensrekorders" auffassen kann.

SenseCam für MyLifeBits
Foto: Microsoft
Noch etwas Zahlenmystik zum Schluss: Beim Lesen von Artikeln, Forschungsberichten, Interviews usw. ist mir aufgefallen, dass fast immer der Zeitrahmen von 2015 - 2025 angegeben wird, in dem das Ausmaß an Überwachung und Kontrolle eskaliert und sich die Erichtung totalitärer Systeme, die sich auf den breiten Einsatz fortschrittlicher Techniken stützen, durchsetzt. Scheint so was wie der imaginierte Ereignishorizont für all das zu sein, worüber wir heute schreiben. Wir haben also noch etwas Zeit :)
Als eurasisch-ozeanischer Minister für Sicherheit und Freiheit im Jahr 2040 (löste im Jahr 2035 den EU-Innenminister nach Vereinigung der USA mit der EU ab) würde ich allen Bürgern bionische Augenimplantate verordnen – mit aktivem RFID-Tag (denn so
Tracked: Oct 12, 15:04