Stefan Krempl schreibt in
Bundesinnenministerium lehnt Verkauf biometrischer Ausweisdaten ab über den Schutz der Daten, die in RFID-Chips von ID-Dokumenten gespeichert sind und die schöne, neue Welt der Identifizierung per Personalausweis und ePass.
"Science-Fiction" Spekulationen: Selbst wenn es zu keiner gesetzlich verankerten Vorratsdatenspeicherung kommen würde, vorausgesetzt, Personalausweiskartenreader verbreiten sich so massiv wie andere Leseschnittstellen (mein neuer HP hatte z. B. schon neben dem obligatorischen USB Ports SmartMedia / xD, MMC /SD, CompactFlash I/II und Memory Stcik / PRO Schnittstellen eingebaut) und es werden neue Schnittstellen oder Verfahren entwickelt, die es Diensteanbietern erlauben würden, Merkmale des Personalausweis zwecks Identifikation des Nutzers und Kunden zu verwenden, z. B. "nur zur Spambekämpfung", erhielte man so langfristig eine technisch realisierte Identifikations- und Datenvorratsspeicherunginfrastruktur – Login beim DSL oder beim E-Mail Provider nur nach Abgleich der Daten des ID-Dokuments.
Argumentationsketten mit Blick auf das Verschwinden des Prinzips der Unschuldsvermutung wie "Da hat wohl jemand meine Authentifizierungsdaten abgegriffen und ist damit im Internet gesurft und ich war zu der Zeit bei ALDI shoppen" wären passee oder viel schwieriger zu vertreten.
Immer wieder relevant auch die Frage, welche Rollen in so einem Szenario die
TPM- oder DRM-Chips und das "Trusted Platform Computing" spielen könnten, die auch immer mehr zum technischen Alltag gehören.
Aus der
Rede von Heinz-Paul Bonn, BITKOM Vizepräsident (der IT-Fachverband, der m. M. nach fälschlicherweise in Datenschutzkreisen zu oft als "Kooperationspartner" angeführt wird), anlässlich der Fachkonferenz
"RFID: Chancen erkennen, Innovationen ermöglichen" vom 29.06.06:
"Damit zukünftig alle Unternehmen von RFID profitieren können, sollten – gerade während der kommenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft – aus Sicht der Industrie folgende Ziele verfolgt und umgesetzt werden:
Erstens sollte die EU keine Rahmenbedingungen setzen, die das Potenzial von RFID hindern oder schmälern. So sind zum Beispiel im Bereich Datenschutz keine zusätzlichen Regeln erforderlich: Schließlich fallen bei RFID nur selten personenbezogene Daten an. Und sind bei einer Anwendung personenbezogene Daten berührt, bieten die Datenschutz-Richtlinien der EU mit den Rechten, die sie dem Betroffenen geben, und den Pflichten, die sie dem Verantwortlichen auferlegen (etwa Unterrichtungs- und Löschungspflichten), schon jetzt einen ausgewogenen und umfassenden Schutz. Neue gesetzliche Instrumentarien sind unnötig und überflüssig. Bei der aktuellen Diskussion muss daher darauf geachtet werden, dass keine überschießenden und praxisfremden Anforderungen zur datenschutzrechtlichen Einbettung der RFID-Technologie entstehen."
Siehe auch
BMWI:
Hintze: "Die Funkerkennungstechnologie RFID bietet für den deutschen Hightech-Standort ein großes Innovationspotenzial."
Golem:
RFID: Zwischen Zukunftsmarkt und gläsernem Konsumenten
Heise:
CDU/CSU-Fraktion liebäugelt mit zentraler Speicherung biometrischer Daten
rabenhorst:
FoeBuD und DVD Kritik an Positionspapier zu RFID Datenschutz
Z A F:
Kennen unsere Bundestagsabgeordneten eigentlich das Grundgesetz?
Der Guardian schreibt über das neue Buch "Rainbows End" von Vernor Vinge in Big Brother takes a controlling interest in chips, das u. a. zum Thema hat, wie aktuell stattfindende technologische Entwicklungen, gepaart mit kommerziellen und staatlichen Macht
Tracked: Jul 01, 09:36
Nur mal so in's Blaue gedacht:Mit der Datenvorratsspeicherung wird die Speicherung der Daten zu Sender - Empfänger für Telefonate, E-Mails, Instant Messaging automatisiert. Wie könnte man das für die gute alte Post erreichen ohne das per Überwachungsanord
Tracked: Jul 05, 12:04