Der Artikel
Want to check your e-mail in Italy? Bring your passport des Christian Science Monitor beschreibt den Alltag in Italiens Internetcafes nach dem
Erlass der italienischen Version des Patriot Acts im Juli. Wohlgemerkt in Italien und nicht in China.
Die wichtigste Veränderung für Internetcafebesitzer besteht darin, nun als Hilssheriffs der italienischen Sicherheitsbehörden dafür zu sorgen, dass jede Internet- und Telekommunikationsnutzung mitprotokolliert und die Identität jedes Kunden festgestellt wird, also eine Art lokaler Vorratsspeicherung zu betreiben. Für die Kunden bedeutet das neue Antiterrorgesetz, dass ihnen eine anonyme Nutzung der Internetcafes nicht mehr möglich ist.
Wie der Internetcafebesitzer Maurizio Savoni, der bald seinen Laden schließen will, weil er nicht länger als Cop funktionalisiert werden möchte, berichtet, musste er Monitoringprogramme auf den Computern seines Internetcafes installieren, die ihn ca. 1300 Euro kosteten und eine neue Lizenz für den Betrieb seines Internetcafes erwerben, über die der Staat feststellen kann, ob er den neuen Überwachungsanforderungen entspricht.
Zu Savonis neuen Aufgaben zählt nun auch, seine Kunden beim Betreten des Internetcafes nach ihren Pässen oder Personalausweisen zu fragen. Zusammen mit der Angabe, wer in welchem Zeitraum an einem bestimmten PC gesessen hat, muss er die Logs der Überwachungssoftware regelmäßig bei der lokalen Polizeipräfektur abliefern.
So vollautomatsiert läuft also die Überwachung von Italiens Internetcafes noch nicht ab und effektiv wird diese halbmanuelle Erfassung und Auswertung wohl auch nicht sein. Aber man ist ja erst am Anfang und hat mal wieder gezeigt, dass man etwas gegen Terroristen, die bestimmt und gerade jetzt Internetcafes nutzen, unternimmt - egal wie. Für Savoni bedeutet die Überwachung einen Umsatzeinbruch von 10 Prozent, der Anteil der Kunden, die bei Aufforderung, sich zu identifizieren, wieder kehrt machen.
Rabenhorst verweist auf einen Artikel des Christian Science Monitor, der darüber informiert, dass in Italien Internetcafés wegen neuer, so genannter "Anti-Terror"-Gesetze zu Polizeiaußendienststellen wurden. Rabenhorst: Der große Bruder in Italiens Internetcafés. In Italien muss jetzt anscheinend jeder, der ein Internetcafé betritt, sich zunächst ausweisen. Spionageprogramme in den installierten Rechnern protokollieren zusätzlich genau mit, was der Kunde potenzielle Terrorist (Und sind wir nicht alle Terroristen? Irgendwie? Ein bisschen? Aus Sicht eines Überwachungsstaates?) am Rechner so macht. Ein Gerücht ist es allerdings, dass man in Italien demnächst auch in Buchhandlungen, am Kiosk, im Supermarkt, ja direkt beim Verlassen seiner Wohnung sich zunächst ausweisen muss. Bei dem Wahnsinn der (Un-)Sicherheitspolitiker in Europa wird das jedoch bestimmt auch noch kommen. Kein Gerücht ist es allerdings, dass das, was in Italien in Internetcafés bereits Realität ist, in Zukunft in ganz Europa bald nach den Wünschen von EU-Kommission und EU-Rat Realität bei jedem Internetrechner (ob privat oder in einer Firma) sein soll: Die vollständige Erfassung und langfristige Speicherung aller Verbindungsdaten. Das Gleiche also wie in italienischen Internetcafés. Deshalb:
Tracked: Oct 05, 13:48
Naja, die Überschrift ist absichtlich etwas irreführend, aber wie sonst soll man den flüchtigen Weblog-Leser sonst noch ködern? Zumal das jetzt bereits der dritte Blogeintrag heute ist ;O) Tatsache...
Tracked: Oct 05, 21:30
Das scheinen Revolutionen so an sich zu haben: Sie stürzen die Verhältnisse um, gehen dann, ermattet, in eine Phase der Konsolidierung über, um schliesslich ihr Leben endgültig auszuhauchen.In der Phase der Konsolidierung entstehen neue Ordnungsstr...
Tracked: Nov 13, 19:05
Spiegel Online (unser Screenshot von dort) bringt heute gewissermassen einen Nachtrag zum Rabenhorst-Entry vom 4. Oktober: Der Große Bruder in Italiens Internetcafes (bzw. zu unserem darauf aufbauenden Entry vom 13. November).Hier der Link zum Spiege...
Tracked: Dec 09, 19:57
Der Präsident des baden-württembergischen Landesamtes für Verfassungsschutz Johannes Schmalzl gab heute im FAZ-Artikel Propaganda im Internet - Die virtuelle Welt des Terrorismus den Politikern Schützenhilfe, die Techniken zur Anonymisierung und zur Versc
Tracked: Aug 24, 13:42