Heute wird die deutsche Einheit gefeiert. Die rasante Ausdehnung supranational, staatlich und privatwirtschaftlich durchgeführter Überwachung und Kontrolle in den letzten 15 Jahren bietet dagegen keinen Anlass zum Feiern. Im Gegenteil. Passend dazu gibt es heute drei TV-Beiträge und man wünschte sich, es würde keines besonderen Tages und Mottos bedürfen, damit sich die Medien mehr der schleichenden "Orwellisierung" unserer Gesellschaft widmen.
Ein passender Tag für die Sendebeiträge, denn das Stasi und IM System der DDR trug einerseits mit zur wachsenden Opposition bei, anderseits hört man immer öfters von Leuten, die auch angesichts der Überwachungstendenzen im jetzt vereinten Deutschland besorgt sind, wie erfreut die Staatsicherheit gewesen wäre, wenn sie über die Mittel und Befugnisse verfügt hätte, die heute den Sicherheitsbehörden zur Verfügung stehen. Die wären in einem anderen Staatssystem und bei Missbrauch bzw. vollständiger Ausschöpfung nahezu unbegrenzt.
Auf 3sat ab 17:55 Uhr:
Alles unter Kontrolle!?
Sicherheit und Überwachung in unserer GesellschaftAus dem Ankündigungstext:
In Parkhäusern, Banken, Tankstellen, Bahnhöfen - nirgends können wir den aufmerksamen Augen der Überwachungskameras entgehen. Wir hinterlassen Spuren beim Telefonieren, im Supermarkt, auf Kreditkarten, bei der Arbeit und im Internet - die permanente Überwachung ist fast alltäglich geworden. Wer aber sammelt Daten über uns und wozu werden sie gebraucht? Wo soll die öffentliche Überwachung ihre Grenzen haben? Wie schützt man sich vor Computerviren aus dem Internet?
"Alles unter Kontrolle!?" berichtet von neuen Überwachungstechniken, gefährlichen Computerviren und unverschämten Datensammlern.
Auf 3sat ab 18:30 Uhr:
Wie viel Überwachung verträgt die Demokratie?Aus dem Ankündigungstext:
Aus Angst vor Terroranschlägen schränken wir selbst unsere Reisefreiheit ein. Auf Druck der USA wird die EU-Kommission nun biometrische Daten in den Pass aufnehmen. Individuelle Charakteristika lassen sich digitalisieren, abspeichern und kontrollieren. Ist die Angst vor weiteren Terroranschlägen so groß oder ist die Überwachungstechnik so unauffällig und anonym, dass es uns nicht weiter interessiert?
Im WDR ab 23:15 Uhr:
Im Auge der Macht
Die Bilder der StasiAus dem Ankündigungstext:
In den Jahren nach seiner Gründung setzte die Staatssicherheit der DDR auf schnelle Verhaftungen, brachiale Gewalt und Geheimprozesse.
Erst allmählich übernahmen die Spezialisten fürs Grobe subtilere Methoden aus dem Arsenal der Kriminalpolizei und der Geheimdienste. Die neue Politik des "Wandels durch Annäherung" seit 1972 und die sprunghafte Vervielfachung der ideologischen Feindbilder beschleunigten die Modernisierung der Repressionstechnik. Alle mutmaßlichen Feinde der Republik nahm die Stasi mit der Kamera ins Visier: Fotografie und Film wurden zum wichtigsten Medium der prophylaktischen Ausforschung und heimlichen Dokumentation. Bis zum Ende der DDR häufte das MfS einen beachtlichen Bilderberg auf. Zuletzt zählte die Birthler-Behörde 1,4 Millionen Fotos, Negative und Dias sowie 3.800 Videos. Der größte Teil davon galt der Gegnerbekämpfung.
Via Sabine per Jabber.