Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sich mal den Dokumentarfilm "neueWUT" des Filmemachers Martin Keßler anschauen.
Der Film, den Keßler mit einer Mini-DV-Kamera im Herbst 2003 begonnen hatte, dokumentiert die Demonstrationen, Aktionen und Motive von Studenten, streikenden Arbeitern, Gewerkschaftern, Antiglobalisierungsgegnern und Hartz-IV Empfängern, aber auch Protagonisten wie (Noch-)Bundeswirtschaftminister Clement, DGB Chef Sommer und Vertreter der etablierten Medien spielen in Originalton und -bild eine Rolle.
Die
Website zum Film bietet Hintergrundinformationen zur Entstehung und Inhalt des Films, Quicktime-Ausschnitte und Informationen zu Vorführorten und -terminen. Als Ergänzung bietet sich das Interview "
Da kocht eine alte Wut wieder hoch" mit Martin Keßler an, das die Taz im Januar mit ihm führte.
Martin Keßler, der bereits seit Mitte der 90er Jahre Dokumentarfilme zu Sozial- und Wirtschaftsthemen für den WDR, das ZDF und Arte gedreht hat, wird an manchen Stellen als "der Michael Moore der deutschen Sozialbewegung" bezeichnet. Ich weiß nicht, ob ihm diese pauschale Gleichsetzung gefällt, aber ein Grund dürfte darin liegen, dass er mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie Moore mit seinem Film "Fahrenheit 9/11", dessen Verbreitung Disney versuchte zu verhindern. Denn für "neueWUT" fand sich kein einziger öffentlich-rechtlicher Sender, der bereit war, "neueWUT" zu senden. Die stehen ja mehr auf das Politkasperletheater bei Christansen, (imo weniger schlimm) Illgner & Co. Auch deshalb dieser Hinweis.