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Monday, May 30. 2005
Der Spiegel schreibt in "Wie lange eine Nachricht im Netz überlebt" über eine Untersuchung ungarischer Forscher zum Lebenszyklus von Online-Nachrichten. Also eigentlich die Anzahl der Hits vom Tag der Publikation an. Ergebnis: Nach drei Tagen interessiert sich keine Sau mehr für eine News und die Hits versiegen. Wenn man das auf Weblogeinträge überträgt und noch dazu auf Weblogger, die sehr stark das Tagesgeschehen kommentieren, müsste jedes Weblog eigentlich einen wachsenden Friedhof hinter sich herziehen. Dazu heißt es noch im dem Spiegel Artikel:
Nach drei Tagen verschwindet die News für immer
Jede Nachricht wird, wie zu erwarten, an dem Tag am häufigsten gelesen, an dem sie erscheint. An den darauffolgenden Tagen nimmt die Zahl der Hits drastisch ab. Um genau zu sein folgt diese Abnahme einem Potenzgesetz. Nach etwa drei Tagen haben fast alle Leser, die je einen Blick auf die Nachricht werfen werden, dies bereits getan, danach tut sich kaum noch etwas. Auch ein Archiv ändert daran wenig.
Wenn das stimmt, warum gibt es dann geschlossene oder nur per Bezahlung zugängliche Archive bei den Online-Zeitungen und -Magazinen, wenn sich eh keiner mehr für die darin enthaltenen Inhalte interessiert? Interessant ist der "Friedhof" der Weblogs trotzdem, wenn diese selbst eine lange Lebenszeit haben und sich darin noch nach Jahren Inhalte zu Nachrichten finden lassen könnten, die längst nicht mehr über die Online-Zeitungen zugänglich oder sogar aus deren Online-Archiven verschwunden sind.
Monday, May 30. 2005
Mit der CDU/CSU wird nach der Bundestagswahl der von Bundesinnenminister Schily eingeschlagene Kurs hin zu einer engeren Aneinanderkoppelung von Geheimdiensten und Polizeibehörden über gemeinsame Analyse- und Koordinierungszentren, gemeinsame Datenbanken und engeren Datenaustausch weiter intensiviert werden. Zwar bekannte sich der stellvertrende Fraktionsvorsitzende der CDU, Wolfgang Bosbach, in dem Interview "Bürgerrechte und Sicherheit sind keine Gegensätze" mit der Berliner Zeitung wie alle Innenpolitiker zum Trennungsgebot mit den Worten " ...wir denken nicht daran, das Trennungsgebot aufzuheben. Selbstverständlich bleibt die Informationsgewinnung getrennt. Wir wollen den Geheimdiensten nicht Polizeibefugnisse und der Polizei keine Befugnisse der Nachrichtendienste übertragen. Jede Behörde darf nur im Rahmen ihrer Kompetenzen Informationen erheben...", aber das scheint mir immer mehr auf eine Minimalversion des Trennungsgebots hinauszulaufen, bei dem z. B. das LKA nicht alle Mittel und Methoden eines Geheimdienstes anwenden darf und Angehörige des Bundesverfassungsschutzes nicht mit einem Haftbefehl vor der Wohnungstür stehen können. Aber das war es dann auch schon, wenn zwar jeder für sich Informationen erhebt und das mit immer größeren Spielräumen, denn Bosbach will z. B. andererseits dem BKA nochmals größere, präventive Befugnisse einräumen, alle Geheimdienst- und Polizeibehörden in immer größerem Maßstab mit gemeinsamen Volltext-Datenbanken arbeiten und sich Geheimdienst- und Polizeiangehörige am Ende in dem einheitlichen, sprich gemeinsamen Lage- und Analysezentrum in Berlin Tür an Tür gegenübersitzen und noch nicht einmal mehr baulich getrennt voneinander ihrer Arbeit nachgehen. Das heißt, nicht nur die Grundrechte erfahren eine immer weiter fortschreitende Aushöhlung, egal unter welcher Bundesregierung, sondern mit ihnen auch das Trennungsgebot - per Zuweisung größerer, präventiver Befugnisse an Polizeibehörden, gemeinsame Datenbanken und Einrichtungen - durch die Hintertür. Das gleiche Spiel kann man ja auch auf europäischer Ebene vortrefflich beobachten. Wolfang Bosbach ist neben dem innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hartmut Koschyk und dem Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Innenausschuss Thomas Strobl einer der Köpfe eines Triumvirats, das mir bereits in der Vergangenheit öfters durch seine Law & Order Pressemitteilungen aufgefallen ist und von dem wir nach der Bundestagswahl noch viel hören werden und zu berichten haben.
"Meine Leidenschaft ist seit je her die Innenpolitik und wenn man in der Bundespolitik aktiv ist, was wäre verwerflich daran zu sagen: Innenminister, das würde ich gerne werden" Bosbach in der heutigen N24-Sendung "Was erlauben Strunz"
Interessant wird es auch sein zu verfolgen, wie sich die FDP als "neuerweckte Bürgerrechtspartei" mit den Hardlinern der CDU/CSU arrangieren wird.
Monday, May 30. 2005
Statt eines großen Kommentars, denn zu den Gründen, warum ich auch mit "Nein" gestimmt hätte, wenn es mir "meine" Volksvertreter erlaubt hätten, habe ich u. a. schon in EU-Verfassung Nein Danke geschrieben, meinen Glückwunsch an die französische Bevölkerung, die ja auch ansonsten mit mehr Elan bei der Sache ist, wenn es darum geht, sich bei Konflikten um ihre sozialen und politischen Rechte zur Wehr zu setzen als all die deutschen Michel und ein einfaches, aber herzliches
VIVE LA FRANCE! Dazu noch ein paar andere Stimmen aus der Blogosphäre: so-zi-al mit Frankreich sagt Non! Vive la France!, Bananenrepublik mit Frankreich hat NEIN gesagt..., Hugos House mit Schröder und Fischer bedauern Frankreichs Votum, L_Blog mit Frankreich vs. EU-Verfassung, marlow mit Sind denn alle Gegner der europäischen Verfassung irrationale, ängstliche Globalisierungsgegner?, ZAF mit Ja zum Nein und Schockwellenreiter mit Mercy, Frankreich.
Sunday, May 29. 2005
Die schöne, neue TPM-DRM Welt ist wieder ein wenig mehr in Sichtweite gerückt und die Unterhaltungsindustrie hat wieder eine Hoffnung mehr, dass den bösen PC Usern zukünftig ein Stück mehr von ihrer Freiheit, mit Medieninhalten nach Belieben zu verfahren, genommen werden kann. Wie Digit in Intel quietly adds DRM to new chips schreibt, hat Intel, oder besser der "Intel-Microsoft-Komplex" in dem neuen Dual-Core g945 Chipset Pentium D Prozessor Digital Rights Management (DRM) Technik implementiert, die mit Microsofts DRM Systemen harmonieren, aber auch für andere und zukünftige DRM Systeme geeignet sein soll. Als Schmankerl verweigert Intel jede Information, wie sie den DRM Dreck in ihrem Prozessor untergebracht haben. Admins und Benutzer, die auf die Sicherheit der Intel'schen CPUs vertrauen müssen, wird's freuen. Via Fefe's Blog: Noch ein Argument gegen Pentium D: Sie haben Hardware-DRM.
Saturday, May 28. 2005
Wer daran denkt, Videoüberwachungskameras könnten durch Beschuss außer Gefecht gesetzt werden oder es könnte sich irgendwann die Lage ergeben, wo sich die Bevölkerung mit Waffengewalt gegen Videoüberwachungskameras zur Wehr setzen, der sei mit dieser Videoüberwachungskameras eines Besseren belehrt:
 Abbildung: Extreme CCTV
Die von Extreme CCTV gefertigte Videoüberwachungskamera selbst wird bei der ZX20 durch eine doppelwandige Verkleidung aus 1026 Cold Drawn Hochstärkenstahl und durch eine vierschichtige Polykarbonatscheibe vor Kugeleinschlägen geschützt. Die Kamera ist mit UL 752 Level 6 zertifiziert. UL 752 ist ein Standard der Underwriters Laboratories zur Einstufung kugelsicherer Materialien.
Wednesday, May 25. 2005
So hört es sich an, wenn der Chef des U. S. Heimatschutzministeriums Michael Chertoff von dem großen, vereinheitlichten Überwachungsnetz im globalen Maßstab spricht - auf der Veranstaltung "International Cooperation in Homeland Security" im Center for Strategic and International Studies am 19.05.2005:
"We need to have a world that is banded with security envelopes. Meaning, secure environments through which people and cargo can move rapidly, efficiently, and safely without sacrificing security. And in that kind of a world, it would be possible, with the proper security vetting, with the proper technology, with the proper travel documents, with the proper tracking of cargo, to move relatively freely from point to point all across the globe, with the understanding that those within the security envelope, we have a high confidence and trust about, so that they don't have to be stopped at every point mechanically and revetted and rechecked, and those outside the envelope would be those on which we could focus our resources in terms of the kind of in-depth analysis and the kind of in-depth vetting that is necessary to make sure bad people can't come in to do bad things.
So that is ultimately the vision of where we go, and I think it's one which would happily not require a sacrifice of liberty or privacy in order to promote security, it's one that would maximize all of these values, which is of course again what our ultimate goal is, is to preserve our lives but also to foster our way of life.
And let me talk specifically about three areas in which I think we can start to concretely move forward, as we try to develop this worldwide security envelope. First of all, the issue of screening. We have to have a systematic approach to screening that meshes with the approach taken by our overseas allies, that takes advantage of modern technology, and that gives us a real sense of confidence that we are screening out bad people (…)
We need technology for screening cargo, we can use it for screening people as well."
Via Government Technology: Chertoff Promotes Technology-Enabled "Security Envelopes"
Wednesday, May 25. 2005
Im April hatte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) anlässlich der Sicherheitsplanungen zur WM 2006 stolz verkündet "Wir haben ein dichtes Sicherheitsnetz geknüpft und werden überall sein, ohne uns als Polizeistaat zu präsentieren". Das ist auch gar nicht mehr nötig bei dem Einsatz an High-Tech in Gestalt von personalisierten RFID-Zugangskarten, Videoüberwachungsinstallationen und der tatkräftigen Unterstützung durch das BKA und den Verfassungsschutz. Und im Januar hieß es von gleicher Seite, "um Ausschreitungen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu vermeiden, wird die Polizei vor den Titelkämpfen vor allem die bundesweit 6800 in der Datei "Gewalttäter Sport" gespeicherten Problem-Fans im Blick haben" (hinzu kommen die Datensätze der englischen Hooligans die von den Briten für die Datenbank zur Verfügung gestellt werden). Einen Hinweis darauf, wie die Polizei die sie interessierenden Personen im Auge behält, lieferte die Berliner Zeitung im Artikel Überwachung rund um die Uhr zur WM 2006 zur heutigen Sondersitzung der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK), deren Vorsitz für das Jahr 2005 Innenminister Rech übernommen hatte. Denn laut dem Artikel und einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage seitens der CDU zum Sicherheitskonzept für die WM 2006 werden nicht nur alle Zuschauertribünen und die Eingangsbereiche in der Sicherheitszone 1 mit Videokameras überwacht, sondern auch die Innenstädte und Bereiche mit Festanlagen. Besonders bedeutsam ist neben dem ersten landesweiten Einsatz von RFID für Kontroll- und Identifikationszwecke die erstmalige, direkte Verbindung zwischen der Technik der Videoüberwachung mit der Technisch der biometrischen Gesichtserkennung im großen Stil, denn vor den Monitoren in den Steuerzentren werden zum ersten Mal nicht nur menschliche Operatoren sitzen, sondern spezielle Videoüberwachungskameras werden mit Gesichtserkennungssoftware aufgerüstet sein, wie sie z. B. von Viisage oder A4Vision hergestellt werden. Über diese Systeme werden dann automatische Abgleiche der erfassten Gesichter mit den digitalen Gesichtsdaten der "Gewalttäter Sport" Datenbank durchgeführt. Das heißt, die Polizei wird jedesmal den Standort und die Aktivitäten eines Objekts der Datenbank feststellen können, sobald es in den Erfassungsbereich dieser Videokameras gerät. Also prinzipiell eine Methode der Kontrolle und Überwachung, die man auch mit jedem biometrischen Gesichtsbild anwenden kann, das mit der Ausfertigung der neuen Personalausweiskarte in den Datenbanken der Meldeämter gespeichert wird und so perfekter möglich ist, je mehr Gebiete und Städte mit Videoüberwachungskameras "erschlossen" werden. Beim Bundesinnenministerium ist die Zusammenfassung des Nationalen Sicherheitskonzepts FIFA - WM 2006, in der allerdings die oben angeführten Techniken mit keinem Wort erwähnt werden - stattdessen ist nur von "sonstigen baulichen und infrastrukturelle Vorgaben" die Rede, als PDF herunterzuladen.
Monday, May 23. 2005
Da war doch noch was? Ja, richtig. Heute war der Tag des Grundgesetzes und anlässlich dieses Festtages zeichnete der No Big Brother Award Preisträger Bundesinnenminister Otto Schily einige Initiativen und Aktionen mit dem vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt" ausgelobten Preis aus. Da man es vielleicht angesichts der Vertrauensfrage nicht so mit der Verfassung hält wie es u. a. Ex-Verfassungsrichter Ernst Benda in dem Artikel "Wider das Grundgesetz" der Süddeutschen meint und die Grundrechte im Laufe der 7 - 8 Jahre Otto Schily ganz schön Schaden genommen haben, finde ich es passend, dass dieser Tag nicht gerade größte Aufmerksamkeit in den Medien genießt. Um die Preisträger tut es mir leid, denn unter ihnen gibt es bestimmt die eine oder andere Initiative, die den Preis, größere Aufmerksamkeit und einen anderen Preisauszeichner verdient hat.
Monday, May 23. 2005
Isotopp schreibt in Identifizierung durch IP zu den Absichten, dass sich Bundestagsbüros "eindeutig über die IP zu identifizieren" haben, "zum Schutz vor Missbrauch" und weist drauf hin, dass sich daraus hoffentlich nicht weitergehende Überlegungen zu Identifizierungs- und Authentisierungszwängen ergeben, die man per SmartCard realisiert und notwendig wären, um überhaupt in's Netz zu kommen. Daran dachte ich auch, als ich über diese Geschichte per Feeds stolperte und ich befürchte, wenn man staatlicherseits tiefergehende Überlegungen in der Hinsicht anstellt, genau das oder ähnliches dabei herauskommen wird, weil bestimmt wieder einige Köpfe in den Bundesverwaltungen denken "wenn wir das können und müssen, warum nicht auch alle Internetuser" und anfangen werden darüber zu grübeln, wie man das optimaler mit bestehenden und noch kommenden Identifizierungs- und Authentifizierungsinfrastrukturen hinbekommen kann, ob mit irgendwelchen TPM Chips oder der eierlegenden Wollmichsau in Gestalt einer smarten Bürgerkarte. Denn von der permanenten Identifizierung des Internetusers und umgekehrt Beseitigung oder Behinderung von Anonymität träumen staatliche Internetreglementierer und Sicherheitsbehörden schon seit Jahren, das hat zuletzt BKA-Präsident Zierke wieder einmal deutlich gemacht. Diese Träume spielen auch bei den Plänen zur Datenvorratsspeicherung oder Geschichten wie den Verhandlungen zur Rechtmäßigkeit der Speicherung von Verkehrsdaten durch T-Online immer eine große Rolle. Auch ein immer wieder schöner Text dazu stammt von dem ehemaligen Sonderberater des Präsidenten für Cyber Security Richard Clarke anlässlich des Trusted Computing Forum 2001:
Anonymity is not necessarily a good thing in all circumstances and it's certainly not a good thing in most of the places where we want to go on the Internet. Where do you want to go today? If you want to go someplace where you can trust the environment in which you're in, then anonymity is not a good thing.
We need to create islands -- islands in the Internet, if you will -- where when you land on those islands you have to show some identification. I was about to say some passports, but that could be misunderstood.
If trust is going to be built into functions that we place in the Internet, then it is necessary that we increase the requirement for authentication of who you are in those locations and on those networks. Anonymity is in this respect the enemy of privacy, and I don't think we should worry about losing anonymity in places where it's necessary to give it up. And it is different to say give up anonymity than to say report to somebody on what you do when you get there. This is not about creating databases; it's about authentication so that we cannot have hacking, so that we cannot have spoofing, so that we cannot have identity theft.
I think one of the greatest things we could do to increase security in our information infrastructure is to reduce the places in our information infrastructure where you can go with anonymity.
Monday, May 23. 2005
Was die NRW Wahl angeht, kann man meine Heimatstadt Moers als "gallisches Dorf" betrachten, wenigstens, was meine "Wahlnachbarn" angeht. Bereits bei der letzten Kommunalwahl hatten die Moerser die CDU mit ihrem Bürgermeister "Grinsebär" Hofmann abgewählt.
 Die Lage des "gallischen Dorfes"
Charly Kuehnast vom Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN), das hier fast nebenan liegt und allerlei IT-Dienstleistungen für den gesamten Niederrhein übernimmt, hatte in den Kommentaren auf das Angebot des KRZN hingewiesen, sich die Wahlergebnisse statistisch, per SVG Grafiken aufbereitet und heruntergebrochen bis zur Nachbarschaft anzusehen, was ich dann auch wahrgenommen habe :) Leider gibt es für Linux SVG fähige Feuerfüchse erst ab Release 1.1, mit Basteleien und CVS Gedöns vielleicht auch jetzt schon. Aber nur für NRW Wahlergebnisse herumzubasteln mit zweifelhaftem Ergebnis hatte ich dann doch keine Lust. Stattdessen habe ich mir den Adobe SVG Viewer heruntergeladen, der als OS Voraussetzung zwar "RedHat Linux 7.1-9e" nennt und nur als Version 3.01 beta 3 vom Dezember 2003 vorliegt, aber es nach Installation dann doch mit Fedora Core 3 und Firefox 1.0.4 tat. Hier also die Ergebnisse aus dem gallischen Dorf, wie sie vom KRZN grafisch überliefert wurden:
 Wie man unschwer erkennen kann und nicht anders zu erwarten, hat auch in Moers die CDU im Vergleich zur letzten Wahl ingesamt zugelegt und die SPD zusammen mit der FDP und den Grünen abgebaut, trotzdem bleibt die SPD nach wie vor an der Spitze. Bemerkenswert sind die fast 3%, die von der Partei "Arbeit und soziale Gerechtigkeit - die Wahlalternative" (WASG) aus dem Stand geholt wurden. Die WASG dürfte mit der Landtagswahl und ihrem erstmaligen Erscheinen in den Grafiken der TV-Wahlsendungen auch einem größeren Publikum bekannt geworden sein. Auch die hohe Wahlbeteiligung deckt sich mit dem landesweiten Trend, dürfte aber nach dieser als "historisch" bezeichneten Wahl wieder auf das normale Niveau absinken, was bedeutet, dass fast die Hälfte der Bevölkerung mit Wahlen eigentlich nichts mehr am Hut hat.
 Das sind meine "Wahlnachbarn". Schön zu sehen, dass ich nicht mitten in einem "Rüttgersnest" wohnen muss - ziemlich "gallisch" muss sich sagen. Unter meinen Nachbarn gab es zwar auch ein paar Rüttgersfans. Ups, ich vergass, der Mann und die CDU glänzen ja angeblich durch "Kompetenz". Aber anscheinend versuchten einige Nachbarn auch der SPD den Rücken zu stärken und dem Landestrend etwas entgegenzusetzen, der andere Teil machte sich zur WASG auf. Vielleicht gibt es hier einige Nachbarn, die den neoliberalen Reformkurs der SPD und Münteferings Pseudokapitalismuskritik ablehnen und von Hartz-IV betroffen sind. Das ändert freilich nichts daran, dass die Moerser Gallier ein paar Jahre mit Rüttgers geschlagen sind, manchmal fällt halt wirklich der Himmel auf die Erde.
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