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Friday, October 31. 2003
Ich habe mich drei Tage lang mit der Kurzfassung des Gutachtens “Rechtswirklichkeit und Effizienz der Überwachung der Telekommunikation nach den §§ 100a, 100b StPO” des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht, das im Mai 2003 veröffentlicht wurde, beschäftigt und daraus eine hoffentlich leicht verständliche und relativ schnell zu lesende Zusammenfassung mit eigenen Kommentaren auf der Seite Telefon- und Mobilfunk-Überwachung / Untersuchungen in's Web gestellt. Das Gutachten stellt neben dem Projekt “Wirksamkeitsbedingungen von Richtervorbehalten” der Universität Bielefeld die bis jetzt einzige empirische Untersuchung des Ist-Zustandes und der Effizienz von Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) dar. Da der Bereich TKÜ ein immer größeres Informationsfeld darstellt, wurde für den Ministerium für Wahrheit Bereich der Unterbereich Telefon- und Mobilfunküberwachung eingerichtet. Dort befindet sich auch der gespiegelte Artikel "Telefonüberwachungen und Richtervorbehalt - Eine empirische Untersuchung der Universität Bielefeld" aus den Mitteilungen der Fachgruppen Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in ver.di.
Friday, October 31. 2003
Von einer “neuen” Überwachungstechnik (geforscht wird bereits seit 1997/98) berichtet u. a. die Netzzeitung im Artikel Das unsichtbare Radar. In mehreren Ländern wird zu dieser Technik, primär für militärische Zwecke, geforscht. In den USA hat Lockheed Martin das SILENT SENTRY System, in Großbritannien BAE Systems und Roke Manor Research das CELLDAR (Cellphone Radar) System entwickelt. Die Technik beruht auf dem Phänomen, dass sich aufgrund der Vielzahl an Radioquellen, zu denen auch das Mobilfunkantennensystem gehört, in der Erdatmosphäre quasi eine “zweite Atmosphäre” aus elektromagnetischen Wellen befindet. Sich bewegende Objekte erzeugen in dieser Atmosphäre Störungen und Reflexionen, die mit geeigneten Radarempfängern - und filtern zur Ortung und Erkennung der Objekte genutzt werden können. Spätere Versionen der Systeme sollen auch in die Lage versetzt werden, Objekte und ihre Bewegungen durch Wände hindurch in Gebäuden zu erkennen. Grafik Roke Manor ResearchBeim Lesen der Artikel kam mir sofort der Gedanke, dass diese Technik auch zur Früherkennung und Überwachung von Menschenansammlungen, Zusammenrottungen, Gruppenbildungen, Demonstrationen und konspirativen Zusammentreffen in Gebäuden, sprich zur Terrorismus- oder Aufstandsbekämpfung in städtischen Gebieten genutzt werden kann. Wie auf dem Foto des Silent Sentry Systems zu sehen, sind die Empfangsantennen sehr groß, können aber auch an Häuserwänden installiert werden - vielleicht auch als kleinere Ausgaben an Masten ähnlich der Mobilfunkmasten, die mittlerweile fast jedes Stadtbild prägen? Foto Silent Sentry Empfänger von Lockheed Martin an Hauswand Links
Sunday, October 26. 2003
Die Seite zur Echelon Station Bad Aibling und deren vermutlichen Nachfolger in Darmstadt/Griesheim wurde ergänzt um den Artikel des INSCOM Spring Journal 2003 “Bad Aibling to Darmstadt move set for 2004”. Desweiteren wurden zwei Portraits der 66th und 108th Military Intelligence Group aus dem INSCOM Almanach 2002 in Auszügen wiedergegeben. Beide MI Groups spielten eine wichtige Rolle in Bad Aibling und aktuell auch in Darmstadt/Griesheim, wo sich, wie ich erfahren habe, langsam Widerstand zu organisieren beginnt. Viel Erfolg von hier aus. Zuletzt habe ich noch ein paar Abbildungen angebracht, die Antworten auf die Frage geben “Was stellen bloß diese weißen Boviste dar?”
Friday, October 24. 2003
Na das paßt ja zum Eintrag AOL und der Spam. Da meldet der Heise-Newsticker in der Nachricht Freenet baut Spam-Schutz aus, dass mein Mailprovider seine Spamfilter neu kalibriert habe, darunter sei auch ein neuer Grundschutz dabei, der “...standardmäßig aktiviert ist und nur Mails filtert, die aus unsicheren Quellen (Open Relays) stammen.” Mmh, also mal schnell auf die Freenet E-Mail Office Webseite, die ich sonst so gut wie nie besuche und mal das Ding ansehen und tatsächlich:  Und während alle User des Heiseforums nach “noch mehr” und “Ausbau” schreien (lesen die alle ihre Mails per Webinterface? Grusel), frage ich mich, ob das der Anfang von festen und nicht mehr veränderlichen Spamfiltern ist, mag der erzwungene Grundschutz vielleicht auch sinnvoll sein. Ich habe jedenfalls keinen Bock darauf, dass mir ein Mailprovider vorschreibt, was er meint als Spam kategorisieren und filtern zu wollen, egal ob er Freenet oder XYZ heißt. Wie gut, dass man nicht unbedingt in den “Genuß” dieser Filter kommt, wenn man selbst die Mails per POP3 abholt - Frage: Können Sie von den Spamschutz-Stufen auch als POP3-Nutzer profitieren? Antwort: Nein. Die Spamschutz-Stufen können Sie nicht nutzen, wenn Sie Ihre E-Mails per POP3 abrufen. Fragt sich nur, wie lange man überhaupt noch Mails per POP3 lesen kann und nicht nur noch per IMAP oder den imo garstigen Webmailoberflächen.
Friday, October 24. 2003
Da nehme ich mir mal wieder vor endlich das Rauchen aufzuhören, weil mir die Sucht und das alles-wird-vollgequalmt wieder einmal gehörig auf den Zeiger geht und flugs schickt mir Thomas per ICQ diesen Link zum Flashmovie LODGER: Doorsteps, der zum Ausdruck bringt, dass man die ganzen Unbilden des Lebens anscheinend nur mit einer Zigarette zur richtigen Zeit überstehen kann...was ein Zufall ;o) Ist aber sehr gut der Film...
Thursday, October 23. 2003
Da meldet der Heise Newsticker in der Nachricht AOLs Spamfilter übertreibt, die zentralen Spamfilterfunktionen von AUAOL würden wohl über die Stränge schlagen und etliche legitime Mails von verschiedenen Domains als Spam ablehnen. Tja, so ist das eben bei Mutter AOL und zeigt sehr schön die Gefahren auf, wenn Provider von sich aus, ohne das der User die komplette Kontrolle über Umfang und Funktionen der Spamfilter behält, an Spamfiltern herumpfuschen. Das sollten sich auch mal irgendwelche regelwütigen Politiker vor Augen führen, die aus guter Absicht oder Profilierungsdefizit den Providern vielleicht mal eine zwingend durchzuführende Spamfilterei vorschreiben wollen. Jedenfalls durfte ich den Den AOL Effekt vor 5 Tagen mit meinem Freenet Account selbst beobachten.
Da erhalte ich als erstes die Anfrage eines Freundes über einen anderen meiner Accounts, der auch bei AOL ist, ob diese Mail mich erreicht hätte, denn er wisse nicht, ob die erste Mail mich erreicht hätte. Also habe ich über meinen Freenetaccount, den ich standardmäßig für Mails verwende, Antwort und Testmails abgesendet. Und als Antwort kam von Mutter AOL eine Antwort mit Spammer-Branding zurück:
aoluser@aol.com
SMTP error from remote mailer after initial connection:
host mailin-01.mx.aol.com [64.12.137.89]:
554-(RLY:B1) The information presently available to AOL indicates this
554-server is generating high volumes of member complaints from AOL’s
554-member base. Based on AOL’s Unsolicited Bulk E-mail policy at
554-http://www.aol.com/info/bulkemail.html AOL may not accept further
554-e-mail transactions from this server or domain. For more information,
554-please visit http://postmaster.info.aol.com.
Auf einer dieser AOL Sites, die sich wohl gelangweilte Jurastudenten ausgedacht haben, die dort in den Ferien arbeiten, standen neben vielem anderen BlaBla solch ergötzliche Ausführungen wie:
(...) AOL reserves the right to take all legal and technical steps available to prevent unsolicited bulk e-mail or other unauthorized e-mail from entering, utilizing or remaining within the AOL Network. Nothing in this policy is intended to grant any right to transmit or send e-mail to, or through, the AOL Network. AOL’s failure to enforce this policy in every instance in which it might have application does not amount to a waiver of AOL’s rights.
Unauthorized use of the AOL Network in connection with the transmission of unsolicited bulk e-mail, including the transmission of counterfeit e-mail, may result in civil and criminal penalties against the sender, including those provided by the Computer Fraud and Abuse Act (18 U.S.C. § 1030 et seq.); the Virginia Computer Crimes Act (Va. Code Ann. § 18.2-152.2 et seq.) (amended effective July 1, 1999); and the Washington Commercial Electronic Mail Act ( Wash. Rev. Code Chapter 19.190 et seq.).
Uui, uui, uui, da muss man aber jetzt ganz doll Angst bekommen. Ich wünsche allen AOL-Usern noch einen angenehmen Aufenthalt bei Muttern. Wenn mal wieder alle Inboxes leer bleiben, dann weiß man ja, wo man zu suchen hat.
Thursday, October 23. 2003
Ein paar Infosplitter zu Überwachungsvorfällen, die zeigen, dass nicht nur staatliche Überwachungsmaßnahmen den Daten- und Privatsüphärenschutz untergraben können, sondern sich mittlerweile jedes Unternehmen und jeder Einzelne mit ein wenig Kenntnissen als Little Big Brother aufspielen kann.
Aus Bruce Schneiers Crypto-Gram 15.10.03Die Zukunft der ÜberwachungAn der Tankstelle in Coquitlam, British Columbia, installierten zwei Mitarbeiter eine Kamera an der Decke gegenüber des Geldautomaten. Sie zeichneten tausende Leute auf, wenn sie ihren PIN-Code eintippten. In Kombination mit einer falschen Front des Geldautomaten, der die Accountnummer der Karten aufzeichnete, konnte das Paar Millionen stehlen, bevor es gefasst wurde.
In mindestens 14 Kinko’s Copyshops in New York City, installierte Juju Jiang ein Gerät, das die Tastatureingaben auf den mietbaren Computern aufzeichnete. Über ein Jahr lang belauschte er Leute, erfasste mehr als 450 Benutzernamen und Passwörter und verwendete sie, um auf online Bankkonten zuzugreifen und sie zu öffnen.
Es wurde eine Menge über die Gefahren von wachsender Überwachung durch die Regierung geschrieben, aber wir müssen uns auch des Potentials der immer häufigeren Überwachung durch Mitbürger bewußt werden. Eine Kombination der Kräfte -- immer kleinere Überwachungstechnik, fallende Preise digitaler Speichermedien, wachsende Stärke von Suchmaschinen zum Durchsuchen aller möglichen Daten -- bedeutet, dass die verwendeten Überwachungsmöglichkeiten, die bisher den Regierungen vorbehalten waren, jetzt, oder bald, in den Händen von Allen sind.
Einige Anwendungen der Überwachung sind angenehm. Feine Restaurants haben manchmal Kameras im Speisesaal, damit der Chef die Dinierenden beobachten kann, wenn sie seine Creationen verspeisen. Telefonische Helpdesk zeichnen manchmal die Gespräche von Kunden auf, um den Mitarbeitern bei der Einschulung zu helfen.
Andere Anwendungen sind weniger angenehm. Einige Angestellte zeichnen die Benutzung des Computers von Mitarbeitern auf, inklusive den Gebrauch des Firmengerätes in der Privatzeit. Eine Firma verkauft eine E-Mail Grußkarte, die sofort Spionagesoftware auf dem Computer des Opfers installiert. Einige Büchereien zeichnen auf, welche Bücher die Leute ausgesucht haben und Amazon zeichnet auf, nach welchen Büchern die Leute auf der Webseite gestöbert haben.
Zum vollständigen Artikel und der deutschsprachigen Ausgabe des Crypto-Grams vom 15. Oktober
Oder wie wäre es mit dieser Story von Associated Press vom 19.10. über eine Frau, die sich zu sehr für die E-Mails der Ex-Frau ihres Ehemannes interessierte:
AP Woman Sentenced for Intercepting E-Mail [ link]
DENVER - A judge sentenced an Arizona woman to 60 days home detention for intercepting her husband’s ex-wife’s e-mail, saying the penalty is a warning to others who might be tempted to do the same.
“Privacy is still a cherished value,” U.S. District Judge Richard P. Matsch said in sentencing Angel Lee, 28, of El Mirage, Ariz.
Lee pleaded guilty in March and admitted accessing at least 215 e-mails sent last year to her husband’s ex-wife, Duongladde Ramsay. Officials said she fraudulently obtained the user name and password information for Ramsay’s e-mail account.
Matsch, best known for his role overseeing the Oklahoma City bombing trials, has said the e-mail case involved a vicious divorce dispute over children. At Lee’s sentencing Friday, he said he considered sending her to jail but believed she needed to be home with her young children.
“I really apologize for what I did,” Lee told the judge. “She (Ramsay) has a right to feel the way she feels.”
Ramsay has compared Lee’s actions to someone breaking into her home and reading her diary.
Thursday, October 23. 2003
Am 24.10. um 16:00 Uhr wird zum vierten Mal der BigBrother Award Deutschland im Murnau-Saal der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld an diejenigen verliehen, die sich besonders als Big Brothers hervorgetan haben. Der Preis dient auch dazu, dass sich die Öffentlichkeit wenigstens einmal im Jahr mit der Problematik des (noch vorhandenen) Daten- und Privatsphärenschutzes beschäftigt. Der Preis wird von FoeBuD, dem Chaos Computer Club, der Deutschen Vereinigung für Datenschutz, der Humanistischen Union und neu indiesem Jahr auch der Internationalen Liga für Menschenrechte in sieben Kategorien verliehen.  Herzlichen Glückwunsch an die Datenkraken, die sich auf diesen Preis freuen dürfen.
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