Was lese ich da in dem Artikel
Herr oder Frau Tux sollen Fernsehgebühren zahlen und sehe es in einem
RTL-Beitrag?
Da entblödet sich mal wieder die
GEZ, einem nicht vorhanden Bewohner Gebühren abknöpfen zu wollen? In dem beschriebenen Fall hatte ein Linux-Freak an seinem Hauseingang ein nichtbenutztes Klingelschild dazu benutzt, den Spitznamen seines Linux Plüsch Pinguins, der ja bekanntermaßen das
Linux Symbol ist und auf den Namen TUX hört, mit kompletten Namen als "Rahim Tux" anzubringen.
Einer dieser übereifrigen GEZ-Söldner las wohl den Namen und trug den
Plüsch-Pinguin, ohne nähere Nachfrage und Kontrolle als Untermieter ein, der wohl so schäbig war, seine TV Geräte nicht angemeldet zu haben. LOL. Flugs darauf kam auch die Aufforderung der Anmeldung und darauf folgend die Androhung von 1000 Euro Tribut, falls dem nicht Folge geleistet würde. Na wenn das so ist, dann bitte auch Staatsbürgerschaft mit allen Bürgerrechten für alle Linux-Plüschpinguine.
Aber das bringt mich dazu, auch noch ein paar Worte zur Gebühren-Eintreibungs-Zentrale zu verlieren. Ich weiss nicht, wie lange es diesen Laden schon gibt und in den schwarz-weiß-grauen Anfangszeiten des deutschen Fernsehens mag es ja – auch aufgrund der Erfordernisse nach gerade beendetem Nazi-Terrorregime den ehemaligen Volksgenossen demokratisches Denken und Handeln via TV näherzubringen und in Länder- und Reisedokumentationen den Deutschen zu zeigen, das Fremde doch nicht so böse sind – notwendig gewesen sein, dass öffentlich-rechtliche TV-System durch eines Obulus seitens seiner Seher zu pushen. Auch in den Dekaden rein öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens, wo noch viel Wert auf Qualität in Sachen (Meinungs-)Bildungs- und Kulturinhalte gelegt wurde und das Programmangebot auch dementsprechende Quantitäten und Sendeplätze vorsah, waren imo moderate Gebühren zu vertreten.
Sprung in die Jetzt-Zeit.
Die öffentlich-rechtlichen Sender sind ein paar Sender unter vielen Sendern, von denen etliche und immer mehr private Sender sind, die uns zwar mit allerlei Hollywoodfilmen, Reality-TV-Ausgeburten, peinlichen Talk-Events, Game- und Quizshows und nachgestellten Gerichtsverhandlungen beglücken, dafür aber auch jeden Programmtag in einer Flut von Werbebblöcken zerhacken und ersäufen – so finanziert man nun mal private Sender und versucht, als privater Sender Quote zu machen.
Angesichts dieser Veränderungen auf dem TV-Sender Schlachtfeld wurde es den öffentlich-rechtlichen Sendern bald Angst und Bange, man sah Quoten sinken, Niederlagen beim Einkauf von irgendwelchen Film- und Sportpaketen. Dementsprechend pervertierte man die einstmalige Sendelandschaft in ein Zerrbild der privaten Sender.
Mal im Ernst – was läuft dort den ganzen Tag? Wo und wieviel laufen anspruchsvolle, qualitativ hochwertige Beiträge, die dem – wohl bei vielen Chefs der Sender mittlerweile verhassten – Bildungs- und Meinungsbildungsauftrag genüge tun? Ab 23:00 Uhr beginnt das, was einmal das öffentlich-rechtliche Fernsehen ausmachte und nach wenigen Stunden endet. Dem Seher unzumutbare, weil doch allzu unverdauliche Kost wird in die Kanäle 3SAT, Arte und was es das sonst noch gibt abgeschoben, zur Hauptzeit sieht man den ganzen Mischmasch, den man auch von den Privaten kennt, Magazine werden teilweise mit Sensations-Anteilen aufgemotzt, die Tagesschau wird von Hasseröder Pils präsentiert. Star-Moderatoren zahlt man Millionenbeiträge, die auch für eingekaufte Pakete gelöhnt werden, um mit den Privaten mitzuhalten.
Und für diesen ganzen Dreck will das öffentlich-rechtliche Fernsehen, vertreten durch die GEZ und geschützt durch staatliche Gesetze immer mehr Kohle sehen, jedes Jahr werden neue Gebührenerhöhungen eingefordert und auch bewilligt. Überlegt Euch, was Ihr für die paar hundert Euro jedes Jahr das ganze Jahr geboten bekommt und was ihr unter Inkaufnahme von Werbeblöcken, aber ohne
GEZ-Raubrittertum, im privaten Fernsehen geboten bekommt.
Ich meine, man sollte den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zerschlagen oder die Gebühren auf ein paar Sender in der Art von 3SAT oder ARTE begrenzen, wo man sich ohne Star-Moderatoren und Sensation-Reality-TV-Edutainment Gesülze auf die Erfüllung des Anspruchs auf kulturelle und politische Meinungsbildung konzentrieren kann. In unser neoliberal-kapitalistischen Gesellschaft wird doch ständig der ungehinderte und freie Lauf des Kapitalismus gepredigt und forciert – warum nicht auch für den TV-Markt?
Just my 2 cents.
Dazu ein Kommentar vom Besucher Rainer Köhler:
bravo - nieder mit der GEZ. der artikel spricht mir aus der seele. 40 millionen zahler und ein jährliches gebührenvolumen von ca. 7 milliarden euro. und diese unsumme wird fast vollständig für schwachsinn ausgegeben. ich würde meine GEZ-gebühren gerne für UNICEF spenden - aber die GEZ entläßt mich nicht aus ihren fängen, obschon ich keine rundfunk- und fernsegeräte betreibe. einmal angemeldet - immer angemeldet. es ist für diese ignoranten nicht vorstellbar, daß ein mensch NICHT fernsehen will. und das alles noch unter rechtlicher absicherung vom staat. wer ist eigentlich der staat - sind das nicht die menschen - bin das nicht ICH???? so habe ich es vor vielen jahren einmal in der schule gelernt - alles quatsch. versuche einmal dich bei der GEZ abzumelden, dann weißt du wieviel du in diesem land wert bist. ich weiß gar nicht so recht, warum ich plötzlich lust bekomme mich mit anarchismus zu beschäftigen ....