Gestartet wird es als Experiment und beworben wie die Teilnahme an einem Abenteuer, was Reisenden da vom Bundesinnenminister und vom Bundesgrenzschutz (BGS) offeriert wird und für das sich "Interessierte" großzügigerweise beim Bundesgrenzschutz "bewerben" können.
Die Rede ist von dem auf zuerst 6 Monate angelegten Pilotprojekt
"Automatisierte und Biometriegestützte Grenzkontrolle", das heute vom Bundesinneminister feierlich auf dem Frankfurter Flughafen gestartet wurde und sich so anhört, als würde hier der erste Grundstein für ein deutsches CAPPS System gelegt werden, denn später könnte ein Abgleich mit Datenbanken durchgeführt werden, in denen gesondert die Iris-Scans "auffällig gewordener" Personen abgelegt sind. Begleitet wird das Projekt (immerhin) vom
Bundesbeauftragten für den Datenschutz, auf dessen Seite man noch nix dazu lesen konnte (Herr Schaar, was halten Sie eigentlich von dem miesen
Flugpassagier-CAPPS-Datendeal zwischen der Eu-Kommission, dem DHS und der TSA? Außer dürftigen Erklärungen und ausgerechnet einem Link zur Lufthansa ist ja von Ihnen nichts zu hören).

Werbeplakat des BGS
Für das Projekt wurden auf dem Frankfurter Flughafen automatisierte, biometrische Iris-Scanner Stationen aufgebaut - vom BGS liebevoll "Autocontroll-Spuren" genannt, über die eine Identitätsüberprüfung per biometrischem Irisabgleich durchgeführt wird. Um an diesem
tollen Experiment teilnehmen zu können, muss man sich zuerst vom BGS überprüfen lassen und für "grenzpolizeilich unbedenklich" erklärt werden. Dazu werden vom BGS alle personenbezogenen Daten aus dem maschinenlesbaren Reisepass gespeichert und zusammen mit einer biometrischen Erfassung der eigenen Augeniris abgespeichert. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, erfolgt bei der nächsten Ein- oder Ausreise keine manuelle Kontrolle mehr durch Polizisten und Beamte des BGS, sondern die automatische Kontrolle an den BGS Scannerstationen.

BGS Autocontroll-Spuren Station
Mit dem
Terrorismusbekämpfungsgesetz von 2001 wurde ja, wie man weiß, die Aufnahme biometrischer Merkmale in Pässe und Personaldokumente festgeschrieben, so dass sich der Schritt der manuellen Erfassung der Iris durch BGS Beamte in Zukunft erübrigen und Iris-Scans gängige Praxis an Flughäfen und anderen kontrollwürdigen Punkten werden dürften.
Um die Europäer zum Mitmachen zu bewegen, wird besonders auf die Erleichterungen bei der Ein- und Ausreise hingewiesen, die sich aus dem Verfahren ergeben sollen. Nähere Informationen werden per
Info-Flugblatt unter's kontrollwillige Volk gebracht.
Zu dem Biometrie-Experiment
erklärte der Bundesinnenminister:
"Wir wollen durch das Pilotprojekt am Frankfurter Flughafen Erkenntnisse über biometrischer Verfahren im grenzpolizeilichen Alltag sammeln.Durch den Einsatz von Biometrie können wir große Sicherheitsgewinne erreichen. Deutschland wird diese wachsenden Möglichkeiten noch mehr als bisher für die Innere Sicherheit nutzen. Überall dort, wo die Täuschung über die eigene Identität zu strafbarem Handeln genutzt wird, bietet sich der Einsatz moderner biometrischer Verfahren an. Wenn es uns durch modernste Technik gelingt, einen Teil der Grenzkontrollen automatisiert durchzuführen, verbessern wir die Sicherheit und ersparen den Reisenden zugleich lange Warteschlangen bei der Grenzkontrolle (...)
Von dem Pilotprojekt erwarten wir eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus bei Grenzkontrollen, Erkenntnisse über die Einsetzbarkeit biometrischer Verfahren im grenzpolizeilichen Wirkbetrieb und Hinweise auf die Akzeptanz biometrischer Kontrollen bei Reisenden."
Siehe auch
Frankfurter Airport: NEU: Biometrische GrenzkontrolleUmweltjournal: Schau mir in die Augen FluggastAirPlus: Ein Augenblick für mehr Sicherheit
Zuerst gab es einen Dämpfer für Schilys Datenvorratsspeicherpläne, jetzt kommt es laut dem Artikel Pannen bei Schilys Pässen der Berliner Zeitung auch noch zu Verzögerungen bei seinen ehrgeizigen Biometrieplänen. Anscheinend hapert es bei dem automatische
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Tracked: Sep 30, 20:53
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