Notes from the Underground ist wie Invisiblog der Versuch, eine Plattform bereitzustellen, über die sich Nutzer anonymisiert in Foren austauschen, anonym Blogeinträge verfassen oder anonyme Bildergalerien einrichten können. Die Plattform wird als "versteckter Dienst" des TOR Netzes mit der Content Management Plattform
Drupal realisiert. Die Notes dienen als Experiment, um die Limits des anonymen Online-Publizierens vom theoretischen und praktischen Standpunkt aus zu testen.
Invisiblog, das von der EFF in ihrer Anleitung zum anonymen Publizieren vorgestellt worden war, habe ich bereits getestet.
Die Einrichtung des Accounts und Weblogs mit dem eigens für Invisiblog erstellten GnuPG Schlüssel per Mixmaster Remailer gelang problemlos. Auch die Absendung und Veröffentlichung von Testbeiträgen. Allerdings sehr unzuverlässig, obwohl bei Ketten mit drei Mixmasteremailern eine Latenzzeit von maximal einer Stunde gesetzt und nur Remailer mit 100-prozentiger Zuverlässigkeit verwendet wurden. Bei Invisiblog muss man also ggf. den gleichen Artikel öfters posten, vielleicht nützt auch die Verkürzung der Kette auf zwei Remailer, was aber die "Stärke" der Anonymität einschränkt.
Aus meiner Sicht eignet sich Invisiblog nicht zum alltäglichen Bloggen mit mehreren Artikeln pro Tag. Dazu tragen auch die weiteren Einschränkungen bei, die Invisiblog mit sich bringt: Kein Rückkanal per E-Mail möglich, auch nicht, wenn man einen Nymaccount hätte. Auch das nachträgliche Editieren und Löschen von Beiträgen ist nicht möglich - hier hätte man eine Lösung realisieren sollen, die ähnlich der Konfigurationsheader zur Steuerung der Nymserver Steuerbefehle zulässt.