Ausgestoßen
Arte, Di 05.04., 22:55 - 00:35
Um die Leute geht es in Nicolas Klotz Film
Ausgestoßen, deren Schicksal so gut wie von der Bildfläche der Öffentlichkeit verschwunden ist. Ihre Präsenz wird allenfalls noch deutlich, wenn z. B. ein deutscher Innenminister von Auffanglagern in Nordafrika vor den Toren der "Festung Europa" faselt oder mal wieder freudig
verkünden kann, dass
"die Asylbewerberzahlen erneut deutlich gesunken seien (…) und damit die Zahl der Erstanträge nach den starken Zugängen zu Beginn der neunziger Jahre wieder auf das Niveau von 1984 zurück geführt sei."Diese Nichtpräsenz trägt mit dazu bei, dass europäische Staaten den Zugang nach Europa für Flüchtlinge immer weiter beschneiden und diejenigen, die noch durchkommen, wie Vieh behandeln können.
Aus dem Inhalt:
Der Asylbewerber Papi erwartet in Paris seine aus dem Kongo geflohene Ehefrau Blandine. Am Flughafen wird die illegal Eingereiste von der Einwanderungsbehörde abgefangen und bleibt für Papi spurlos verschwunden. Als Blandine - nach Tagen in Abschiebehaft unter menschenunwürdigen Bedingungen - Asyl beantragen darf und ihre Freiheit zurückerhält, hüllt sie sich in Schweigen über das Geschehene und bleibt selbst für Ehemann Papi verschlossen.
Wer sich vor oder nach dem Film fragt, ob der Film mit der Realität korrespondiert, sollte sich auch das
Interview mit dem Regisseur und der Drehbuchautorin Elisabeth Perceval durchlesen.